Trauer Schriftsteller Peter Härtling gestorben

Der Schriftsteller Peter Härtling ist tot. Wie eine Sprecherin des Verlags Kiepenheuer & Witsch am Montagmittag mitteilte, starb Härtling nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von 83 Jahren in Rüsselsheim. Der in Chemnitz geborene Härtling verfasste im Laufe seiner Karriere zahlreiche Romane, Erzählungen, autobiografische Schriften und Kinderbücher, für die er mehrfach ausgezeichnet wurde. Allen seinen Werken gemein war die Aufarbeitung der Geschichte und politischen Vergangenheit.

Vom Krieg geprägt

Der Schriftsteller Peter Härtling
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Peter Härtling wurde am 13. November 1933 in Chemnitz geboren, bevor seine Familie nach Olmütz in Mähren übersiedelte. Nach Beendigung des Zweiten Weltkriegs flüchtete er gemeinsam mit seiner Mutter vor der Roten Armee nach Zwettl in Niederösterreich. Sein Vater starb 1945 in russischer Gefangenschaft. Ein Jahr später zog Härtling ins schwäbische Nürtingen, wo seine Mutter im selben Jahr Selbtmord beging. Fortan kümmerten sich Verwandte um Härtling und seine Schwester und der Maler Fritz Ruoff (1906-1986) wurde zu seinem Mentor.

60 Jahre Leidenschaft für die Literatur

Härtling absolvierte ein Volontariat bei der "Nürtinger Zeitung" und begann, als Journalist zu arbeiten. Ab 1967 war Peter Härtling als Cheflektor beim S. Fischer Verlag in Frankfurt am Main tätig; seit 1974 arbeitete er als freier Schriftsteller. Zu seinen bekanntesten Werken gehören unter anderem der Roman "Hölderlin" (1976) sowie die Kinderbücher "Das war der Hirbel" (1973) und "Ben liebt Anna" (1979). Zudem moderierte er die Radiosendungen "Literatur im Kreuzverhör" und "Das kleine Literaturquiz" im Hessischen Rundfunk. Härtlings letzter Roman "Verdi - Ein Roman in neun Fantasien" erschien im Jahr 2015.

Härtling wurde im Laufe seiner 60-jährigen Schaffenszeit unter anderem mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis, dem Hölderlin-Ring und dem Hessischen Kulturpreis ausgezeichnet. Er war Mitglied der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz, der Akademie der Künste Berlin, der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung sowie des PEN-Zentrums Deutschland.

Über dieses Thema berichtet MDR KULTUR auch im Radio: Kultur Kompakt - Kulturnachrichten | 10.07.2017 | 13:30 Uhr
Nachruf | 10.07.2017 | 17:40 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. Juli 2017, 08:06 Uhr

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