Lyrik
"Die Verpflichtung des Dichters ist nicht die Erfüllung, sondern der Traum."
Karol Irzykowski, polnischer Schriftsteller
Bildrechte: Colourbox.de

Junge Autoren Verdichtet - Neue Lyrik

Lyrik
"Die Verpflichtung des Dichters ist nicht die Erfüllung, sondern der Traum."
Karol Irzykowski, polnischer Schriftsteller
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"Wenn alle, die Gedichte schreiben, auch bloß mal eins lesen würden, das heißt: Mal einen Gedichtband kaufen würden!" Diese Auskunft von Verlegern und Buchhändlern spielt an auf ein weit verbreitetes Vorurteil: Viele Menschen verfassen irgendwann einmal ein Gedicht, um sich damit vielleicht ihre pubertären Kümmernisse von der Seele zu schreiben. Die Lyrik als literarische Kunstform aber habe es schwer, weil sie zu elitär sei und sich nur an eine kleine Schar von Eingeweihten wende. Aber stimmt dieser Befund?

Lebhafte Lyrik-Szene in Mitteldeutschland

Büchner-Preisträger Marcel Beyer im Artour Interview
Der Lyriker und Büchner-Preisträger Marcel Beyer Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Marcel Beyer und Jan Wagner, beide als Lyriker bekannt geworden, wurden in diesem Jahr mit dem Büchner-Preis geehrt. In Berlin gibt es eine neue Lyrik-Generation, die die eigenen Positionen sehr lebhaft diskutiert. Und auch in Mitteldeutschland gibt es Einiges zu entdecken: Zwei der mittlerweile wichtigsten unabhängigen Verlage mit sehr viel Lyrik im Programm sitzen in Dresden und Leipzig, die "edition AZUR" und der Verlag "Poetenladen", in dem auch die Zeitschrift "Poet" erscheint. Seit 2005 arbeitet die "edition azur" in Dresden. Hier erscheinen schön gestaltete Gedichtbände etwa von Nancy Hünger, Jan Röhnert oder Sascha Kokot. Geführt wird der Verlag von Helge Pfannenschmidt.

Schwierig, aber beglückend – das Übertragen von Gedichten

Der Schriftsteller Jan Kuhlbrodt auf der Buchmesse in Leipzig (Sachsen).
Schriftsteller Jan Kuhlbrodt Bildrechte: dpa

Fragt man Lyriker, woher sie ihre Impulse nehmen und wie sie ihren eigenen lyrischen Blick immer wieder neu schulen, so bekommt man nicht selten zu hören: Beim Nachdichten. Mehr noch als bei Romanschreibern gehört dieser Austausch und die Übertragung fremdsprachiger Texte für Lyriker beinahe selbstverständlich zum eigenen Werk mit dazu. Und tatsächlich ist es wichtig, hier vom "Übertragen" und nicht vom "Übersetzen" zu sprechen.

Schriftsteller Jan Kuhlbrodt weiß genau, worauf es dabei ankommt und warum das Übersetzen von Gedichten so schwierig und zugleich beglückend sein kann. Kuhlbrodt veröffentlichte mehrere Gedichtbände und Romane und überträgt Lyrik aus dem Amerikanischen. Er ist Herausgeber und Übersetzer des amerikanischen Lyrikers Keith Waldrop – einer der herausragenden amerikanischen Lyriker des 20. Jahrhunderts.

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | Spezial | 12. September 2017 | 18:05 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. September 2017, 11:53 Uhr

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