"Auszeichnung" Kein Halleluja für Evangelische Kirche: "Sprachpanscher des Jahres"

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat eine fragwürdige Auszeichnung erhalten: Der Verein Deutsche Sprache kürte sie zum "Sprachpanscher des Jahres".

Martin Luther Gemälde
Was wohl Martin Luther zu der Auszeichnung gesagt hätte? Bildrechte: IMAGO

In Begriffen wie "Godspot" für ein kostenloses WLAN in Gotteshäusern sehen sie eine "Verhöhnung von Martin Luther, der für seine Bibelübersetzung oft wochenlang nach deutschen Wörtern suchte", so der Verein am Freitag in Dortmund.

Ebenso kritisch sieht der Verein beispielsweise die geschlechterneutrale Umdichtung von klassischen Liedtexten, wenn beispielsweise aus der Zeile "und unseren kranken Nachbarn auch" ein "und alle kranken Menschen auch" entstünde.

Die EKD scheint ein Dauergast in der Nominiertenliste zu sein, nach Angaben des Vereins war sie schon mehrfach in der engeren Wahl für die Auszeichnung.

Auch in den Vorjahren waren EKD-Verantwortliche des Öfteren auf dem Stimmzettel vertreten, aber im Lutherjahr ist vielen Sprachfreunden wohl der Kragen geplatzt.

Verein Deutsche Sprache

Die Sprachspezialisten fällten die Entscheidung per Wahl, von den mehr als 2.100 abgegebenen Stimmen entfielen ca. 850 auf die EKD. Nach eigenen Angaben ist der Verein Deutsche Sprache Deutschlands größter Sprach- und Kulturverein. Zu seinen Zielen zählt er u.a. die Förderung und den Erhalt der deutschen Sprache sowie den Kampf gegen die übermäßige Verwendung von Anglizismen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | Nachrichten | 25. August 2017 | 13:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 25. August 2017, 16:56 Uhr