Publikum abends im Heinepark
Festival-Publikum abends im Rudolstädter Heinepark Bildrechte: Jörg Unger

Webchannel "Folk im Konzert" | 26.05.-02.06.2017 Afrikanische Banjo-Wurzeln und bayerische Weltmusik

Der Webchannel "Folk im Konzert" bringt rund um die Uhr Mitschnitte von Deutschlands größtem Folk-Festival in Rudolstadt. Jeden Freitag ab 10 Uhr können Sie neue Konzerte erleben und die aktuelle Sendung "Folk und Welt" aus dem Programm von MDR KULTUR - Das Radio hören. Eine Woche lang. Hier finden Sie das aktuelle Programm.

von Peter Eichler

Publikum abends im Heinepark
Festival-Publikum abends im Rudolstädter Heinepark Bildrechte: Jörg Unger

Oumoú Sangaré (Mali) & Béla Fleck (USA) – TFF 2012

19 beziehungsweise 15 Jahre mussten vergehen, ehe zwei Superstars der Folk- und Weltmusikszene erneut beim TFF Rudolstadt auf der Bühne standen. 1993 war die malische Sängerin Oumou Sangare zu Gast, 1997 Béla Fleck. 2012 – schon ein ganzes Stück im neuen Jahrtausend – realisierten beide ein gemeinsames Projekt, das sie auch nach Thüringen führte. Ausgangspunkt war die Suche von Banjo-Legende Béla Fleck nach den Wurzeln seines Instruments.

Begegnung in Afrika

Abends auf der großen Bühne im Heinepark zwei Stars der Weltmusik: der US-amerikanische Banjo-Virtuose Bela Fleck und Vokal-Diva Oumou Sangaré aus Mali in Westafrika.
Der US-amerikanische Banjo-Virtuose Béla Fleck und Vokal-Diva Oumou Sangaré aus Mali in Westafrika Bildrechte: MDR/Wolfgang Leyn

Nach langen erfolgreichen Jahren mit seinen Bands "New Grass Revival" und den "Flecktones", zahlreichen Grammys, CDs und Konzerten mit Musikern aus allen Himmelsrichtungen hatte es den Banjo-Virtuosen nach Afrika gezogen. Dort kam er mit Musikern wie dem malischen Kora-Meister Toumani Diabaté zusammen. Die Sängerin Oumou Sangaré allerdings traf Béla Fleck dann letztendlich bei den Arbeiten für seine Dokumentation "Throw down your heart", einem Film über eine Pilgerreise zu den Roots des Banjos

Musikerin und Frauenrechtlerin

Mit Oumou Sangare traf Béla Fleck eine Frau, die nicht nur Musikerin war, sondern auch Frauenrechtlerin, die sich gegen gegen Polygamie, Zwangsheirat und Beschneidung einsetzte. Außerdem war sie Unternehmerin, die ein Hotel gebaut hatte. "Eindrucksvoll!", könnte sich Béla Fleck gedacht haben und münzte gemeinsam mit Oumou Sangare seine afrikanischen Erfahrzungen in Musik um. 2012 standen beide gemeinsam auf der großen Bühne im Heinepark von Rudolstadt und inszenierten ein emotionales musikalisches Zusammentreffen zwischen  Afrika und Amerika.

Laufzeit im Webchannel Bela Fleck & Oumou Sangare – 64:41 Minuten

La BrassBanda (Deutschland) – TFF 2009

LA BRASS BANDA
LaBrassBanda - in der Mitte Stefan Dettl Bildrechte: IMAGO

Aus dem wunderschönen Chiemgau in Oberbayern kam La BrassBanda zum Festival nach Rudolstadt. Der Name der Band um den Lead-Sänger und Trompeter Stefan Dettl klingt italienisch, lässt vielleicht auch ein wenig Balkan-Blech erwarten und verbirgt doch zuvörderst und geschickt das Bayerische in der Musik der fünf Bandmitglieder. Und da ist nichts Beschauliches, das vermuten ließe, Horst Seehofer könnte damit verlorene Stimmen für seine Partei wieder einfangen wollen.

Bayerische Blasmusik, doch ganz anders

Die Musik hat nichts Angestaubtes, kommt ohne Volkstümelei aus – und enthält trotzdem mindestens 50 Prozent Bayern. Den Rest bildet ein kraftstrotzender Stilmix aus Funk, Soul, Mariachi, Punk, Ska und Balkan-Beats – die Welt der Musik im "Bavarian Style"! Und trotzdem ist es bayerische Blasmusik. Die geht in die Beine, die unterhaltsamen bis frechen Texte gehen in den Kopf.

LaBrassBanda
Bayerische Weltmusik mit LaBrassBanda Bildrechte: IMAGO

Laufzeit im Webchannel La Brass Banda – 59:35 Minuten

Folk und Welt - die Sendung vom 24.05.2017

Neuvorstellungen mit Grit Friedrich

Diese Stunde gehört neuen Alben aus Los Angeles, Spanien, Finnland und Mali. Den Anfang macht eine kleine Bläserhommage an Sir Roger George Moore. Der Dienstag verstorbene britische Schauspieler wurde auch in Rumänien verehrt, die Fanfare Ciocarlia beweist es. Es gibt Konzerttipps aus Erfurt und wir erinnern an den jiddischen Sänger Arkady Gendler (1921 in Bessarabien geboren), der vor wenigen Tagen im Osten der Ukraine gestorben ist. Er war ein Vollblutsänger, hat jiddische Kultur gelebt und unterrichtet und hatte auch bei uns viele Schüler.

Schwerpunkt jüdische Musik zwischen Marokko, Bessarabien und Thüringen

Mara Aranda singt Liebeslieder sefardischer Juden aus Spanien und Marokko. Nach Osteuropa und Israel schaut aber der Geiger Johannes Paul Gräßer, er leitet das Klezmerorchester Erfurt gemeinsam mit Szilvia Csaranko. Die Akkordeonistin hat Noten alter Klezmer-Aufnahmen transkribiert und spannend neu arrangiert. Das Ensemble verbindet Menschen unterschiedlicher Generationen und Berufe, Laien und Profimusiker. Das Klezmerorchester Erfurt spielt Synagogalmelodien, aber auch ein sehr nach einem Gassenhauer klingendes Lied aus der Sowjetunion der 30er-Jahre über fleißige Fischer. Andere Stücke, wie HINE MA TOV, nehmen Melodien aus dem biblischen Kontext - also aus Psalmengesängen - auf. Das Konzertprogramm "Scholem Sol sayn" ("Frieden soll sein") möchte den Klang eines Orchesters mit solistischen Passagen verbinden. Dabei auch die Band Sher on a Shier. Live zu erleben am 26. Mai 2017, ab 20 Uhr, in der Lutherkirche Erfurt.

Wir verlosen die CD Sefarad en el Corazon de Marruecos von Mara Aranda
Schreiben Sie eine Mail bis zum 9. Juni an Grit.Friedrich@mdr.de

CD-Tipp Arkady Gendler: "Yidishe Lider"
Label: Golden Horn Records 2012

Konzerttermine Fanfare Ciocarlia (Rumänien) 26.06. Jena
27.06. Frankfurt am Main
10.07. Freiburg
11.07. Stuttgart

Laufzeit im Webchannel Folk & Welt-Sendung – 60:23 Minuten

Zuletzt aktualisiert: 29. Mai 2017, 17:06 Uhr