27. MDR Nachtgesang in der Peterskirche Leipzig am 30.4.2013
Nachtgesang mit dem MDR RUNDFUNKCHOR in der Leipziger Peterskirche Bildrechte: MDR/ Stephan Flad

Webchannel "Klassik im Konzert" | 20.-26.03.2017 "Rigaer Messe", Kurt Weill Fest Dessau und Graupner-Kantate

Sie möchten klassische Musik aus dem Programm des MDR-Kulturradios hören? Rund um die Uhr? - Kein Problem! Der Webchannel bietet Ihnen besondere Konzerte und Produktionen mit hochkarätigen Klangkörpern aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie renommierten Gastensembles. Außerdem können Sie die Kantate vom Wochenende hören. Hier finden Sie das aktuelle Programm.

27. MDR Nachtgesang in der Peterskirche Leipzig am 30.4.2013
Nachtgesang mit dem MDR RUNDFUNKCHOR in der Leipziger Peterskirche Bildrechte: MDR/ Stephan Flad

MDR KULTUR im Konzert: Nachtgesang "Reformation und Revolution"

Werke: "Reformation und Revolution"

• Uģis Prauliņš: Kyrie eleison aus "Missa Rigensis"
• William Byrd: Ave verum corpus
• Uģis Prauliņš: Gloria aus "Missa Rigensis"
• Thomas Tallis: Salvator mundi, salva nos
• Miškinis, Vytautas: Angelis suis Deus
• Uģis Prauliņš: Credo aus "Missa Rigensis"
• Ēriks Ešenvalds: Magnificat
• Uģis Prauliņš: Sanctus aus "Missa Rigensis"
• William Byrd: "O Lord, make thy servant Elizabeth"
• Uģis Prauliņš: Agnus Dei aus "Missa Rigensis"
• Thomas Tallis: Salvator mundi
• Thomas Tallis: If ye love me (Motette à 4)
• Paweł Łukaszewski: Nunc dimittis

Interpreten: MDR RUNDFUNKCHOR
Leitung: Stephen Layton

Laufzeit im Webchannel: Nachtgesang – 59'26''

Aufführung am 10.03.2017, Leipzig, Peterskirche
Sendung bei MDR KULTUR am 19.03.2017 | 19:30 Uhr

Zeitgenössische Messe aus Lettland, englische Renaissance-Motetten

Musik aus dem Umfeld gesellschaftlicher Umbrüche steht im Mittelpunkt dieses Chorkonzerts unter dem Motto "Reformation und Revolution".

Dom St. Marien gesehen aus dem Kreuzgang
Der Dom St. Marien in Uģis Prauliņš' Heimatstadt Riga Bildrechte: IMAGO

Hauptwerk des Abends ist die "Missa Rigensis" des lettischen Komponisten Uģis Prauliņš von 2002, eine Hommage an dessen Heimatstadt Riga im Geiste der großen Messen der Renaissance. Der Komponist greift in seiner Vertonung des Messetextes auf alte Traditionen und auf Volksmusik zurück, aber auch auf Einflüsse aus der Rockmusik und auf moderne Elemente – zeitgenössische Musik aus dem Land der "singenden Revolution".

Zwischen die Teile der Messe setzt der britische Gastdirigent Stephen Layton Werke des Litauers Vytautas Miškinis, des Letten Ēriks Ešenvalds und des Polen Paweł Łukaszewski sowie Motetten aus der englischen Renaissance von Thomas Tallis und William Byrd. Beide dienten als Katholiken der protestantischen Königin Elisabeth I. und erlebten die unmittelbaren Folgen der Reformation in der Church of England. Layton ist einer der profiliertesten Chordirigenten Europas. Gegenwärtig leitet er unter anderem den Chor des Trinity College Cambridge und ist Chefdirigent und Künstlerischer Leiter der City of London Sinfonia. Sein Interesse gilt neben der Alten und der Barockmusik besonders der Neuen Musik.

Kurt Weill Fest Dessau: "Der Aufbruch – Moses Mendelsohns Weg von Dessau nach Berlin"

Live-Hörspielabend mit Jazz-Pianistin im Bauhaus Musik: Julia Hülsmann, Klavier
Text: Rolf Schneider
Sprecher: Fabian Busch

Laufzeit im Webchannel: Kurt-Weill-Fest – 87'42''

Aufnahme vom 25.02.2017, Dessau
Sendung im MDR 19.03.2017

Ein jüdischer Aufklärer aus Dessau

Der jüdische Philosoph Moses Mendelssohn (1729-1786) wird oft gleichgesetzt mit der Figur des Nathan aus dem Stück seines Freundes Lessing. Zeitgenossen bewunderten ihn nicht allein wegen seiner philosophischen Schriften. Moses Mendelssohn wurde vor allem wegen seiner Unbeirrbarkeit verehrt, mit der er das als richtig Erkannte verteidigte.

Man sagt, der bucklige Knabe, Sohn des Thoraschreibers Mendel aus Dessau, sei die über 140 Kilometer von Dessau nach Berlin zu Fuß gegangen. Sein Weg führte den halbwüchsigen Talmudschüler im Oktober 1743 über staubige Landstraßen in eine ungewisse Zukunft.

Julia Hülsmann, Rolf Schneider und Fabian Busch beim Kurt Weill Fest 2017
Julia Hülsmann, Rolf Schneider und Fabian Busch beim Kurt Weill Fest 2017 Bildrechte: Kurt Weill Fest Dessau GmbH

In den Texten von Rolf Schneider werden die inneren Zweifel des großen Aufklärers sichtbar, aber auch seine Hoffnung und sein fester Wille, für Religionsfreiheit zu kämpfen.

Zwischen den Texten lässt die renommierte Jazzpianistin Julia Hülsmann am Flügel die Poesie der Musik sprechen.


Kantate: Christoph Graupner: "Freund, warum bist Du kommen?", GWV 1122/41

Interpreten: Gunhild Lang-Alsvik, Sopran
Barbara Ostertag, Alt
Michael Feyfar, Tenor
Markus Flaig, Bass
Anton-Webern-Chor Freiburg

Ensemble Concerto Grosso
Leitung: Hans Michael Beuerle

Laufzeit im Webchannel: Kantate - 18'59''

Sendung bei MDR KULTUR am 19.03.2017 | 06:05 Uhr

Barock-Komponist und Beinahe-Thomaskantor in Leipzig

Christoph Graupner (1683-1760) war einer der bedeutendsten musikalischen Zeitgenossen von Bach und Händel. Geboren in Hartmannsdorf bei Kirchberg (Erzgebirge), erhielt er den ersten Musikunterricht von seinem Onkel, einem Organisten. Später besuchte er in Leipzig die Thomasschule und studierte an der Universität Jura.

Barocke Komponisten aus Italien: Scarlatti, Tartini, Martini, Locatelli und Lanzetti (zeitgenössischer französischer Stich)
Epoche und Instrumentarium stimmen, die Personen nicht. Der Mann am Cembalo ist allerdings nicht Graupner, sondern Scarlatti. Bildrechte: IMAGO

1706 ging er als Cembalist zum Hamburger Opernorchester und komponierte selbst mehrere Opern, die vom Publikum begeistert aufgenommen wurden. 1709 trat er in den Dienst des Landgrafen Ernst Ludwig von Hessen-Darmstadt und wurde 1712 dessen Hofkapellmeister. Doch die Opernaufführungen in Darmstadt wurden immer seltener. 1722 bewarb sich Graupner in Leipzig um das Amt des Thomaskantors, das Telemann zuvor abgelehnt hatte. Doch der Landgraf ließ ihn nicht gehen. Daher erhielt dann Bach die Stelle.

Graupner hinterließ ein umfangreiches Werk, das zum großen Teil immer noch unveröffentlicht ist. Dazu gehören nicht weniger als 1.400 Kirchenkantaten, die er für die Darmstädter Schlosskirche komponierte. Die im Webchannel vorgestellte Aufnahme erschien 2012 als Ersteinspielung beim Label jpc.

Zuletzt aktualisiert: 20. März 2017, 11:50 Uhr