Bildkombo: Schauspielerin Ashley Judd und Sängerin Taylor Swift
Schauspielerin Ashley Judd (li.) und Sängerin Taylor Swift (re.) Bildrechte: dpa

US-Magazin würdigt weltweite Bewegung "Time" kürt Menschen der #MeToo-Bewegung zur "Person des Jahres"

Bildkombo: Schauspielerin Ashley Judd und Sängerin Taylor Swift
Schauspielerin Ashley Judd (li.) und Sängerin Taylor Swift (re.) Bildrechte: dpa

Das US-amerikanische Magazin "Time" hat die Menschen, die hinter der #MeToo-Bewegung stehen, zur "Person des Jahres" 2017 gekürt. Wie das Magazin am Mittwoch mitteilte, gehe die Auszeichnung an die, die "das Schweigen gebrochen haben". Im Internet hatten insbesondere Frauen, aber auch Männer, weltweit unter dem Hashtag #MeToo (übersetzt: Ich auch) von sexuellen Übergriffen berichtet und so eine Serie von Enthüllungen ins Rollen gebracht. Allen voran die Schauspielerin Ashley Judd, die gemeinsam mit anderen Frauen den Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein der sexuellen Belästigung beschuldigt hat.

Veränderung freigesetzt

Auf die Titelseite der aktuellen "Time"-Ausgabe setzte die Zeitschrift Frauen wie Schauspielerin Ashley Judd, Sängerin Taylor Swift und die Software-Entwicklerin Susan Fowler.

Die mitreißenden Handlungen der Frauen auf unserer Titelseite gemeinsam mit Hunderten anderen, sowie vielen Männern, haben eine der schnellsten Veränderungen in unserer Kultur seit den 1960er-Jahren freigesetzt.

Edward Felsenthal, Chefredakteur "Time"

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel äußerte sich anerkennend zu der Auszeichnung und bedankte sich bei der #MeToo-Bewegung.

Wir haben ihnen für den Mut zu danken, das Schweigen über sexuelle Übergriffe zu brechen und für die weltweite Diskussion, die sie damit angestoßen haben.

Angela Merkel

Der Skandal um Harvey Weinstein und weitere Enthüllungen

Schauspielerin Ashley Judd bei der Ernennung zur Botschafterin des UNFPA (United Nations Population Fund) am 15.03.2017 in New York, USA.
Schauspielerin Ashley Judd Bildrechte: dpa

Das "Time"-Magazin reagierte so auch auf den Skandal um den Film-Produzenten Weinstein. Er wird beschuldigt, über Jahrzente hinweg Schauspielerinnen sexuell belästigt und sogar vergewaltigt zu haben. Schauspielerin Ashley Judd hatte gemeinsam mit anderen Frauen das Schweigen gebrochen und ihn öffentlich angeprangert.

Die Sängerin Taylor Swift hatte erfolgreich einen Radiomoderator verklagt, der ihr an den Po gegrapscht hatte. Software-Entwicklerin Susan Fowler hatte die sexistische Unternehmenskultur beim Fahrdienstanbieter "Uber" beschrieben, die den Firmenchef schließlich aus dem Amt trieb.

Persönlichkeiten, die bewegen - positiv oder negativ

Seit 1927 wird vom US-Magazin "Time" die "Person des Jahres" ausgezeichnet. "Personen des Jahres" sind nach Ansicht der "Time"-Redaktion Menschen, die die Welt im jeweiligen Jahr maßgeblich verändert oder bewegt haben, zum Guten oder zum Schlechten. Auf Platz Zwei der "Person des Jahres" 2017 hat das Magazin US-Präsident Donald Trump gewählt; auf dem dritten Platz folgt der chinesische Staatschef Xi Jinping.

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | Kultur kompakt | 06. Dezember 2017 | 15:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 06. Dezember 2017, 17:40 Uhr

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