Auf einem Smartphone sind die Logos  von Facebook, Twitter und YouTube zu sehen.
Die Maßnahmen gegen Hasskommentare von sozialen Netzwerken haben sich verbessert - trotzdem besteht noch Nachholbedarf Bildrechte: dpa

Hasskommentare in sozialen Medien Twitter ist Sorgenkind der Jugendschützer

Auf einem Smartphone sind die Logos  von Facebook, Twitter und YouTube zu sehen.
Die Maßnahmen gegen Hasskommentare von sozialen Netzwerken haben sich verbessert - trotzdem besteht noch Nachholbedarf Bildrechte: dpa

Die Jugendschutz-Experten des Vereins Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Dienstanbieter (FSM) haben Twitter kritisiert. Im Gespräch mit MDR KULTUR sagte FSM-Geschäftsführer Martin Drechsler, dass der auf 140 Zeichen beschränkte Kurznachrichtendienst bei Hasskommentaren noch sehr zögerlich auf Meldungen seiner Nutzer reagiere.

Twitter ist unser Sorgenkind. Hier ist es so, dass Meldungen der Nutzer nur sehr zögerlich bearbeitet werden. Meldungen von uns als FSM werden sehr schnell bearbeitet, für normale Nutzer ist da noch viel Verbesserungspotential.

Geschäftsführ der FSM Martin Drechsler gegenüber MDR KULTUR

Facebook liegt mit Löschung vorn

Das Netzwerk Facebook wird indes von den Jugendschutz-Experten der FSM für seinen Umgang mit Hasskommentaren gelobt. Das Unternehmen würde mehr als 80 Prozent der Nutzer-Hinweise zügig bearbeiten und strafrelevante Inhalte sofort löschen. Drechsler, sagte MDR KULTUR, die Maßnahmen von sozialen Netzwerken haben sich insgesamt verbessert.

Wir beobachten, dass die Unternehmen ihre Rolle da sehr viel ernster nehmen. Sie haben viel investiert, um Hinweise von Nutzern auf rechtswidrige Inhalte schneller zu bearbeiten. Auch die Qualität der Entscheidungen hat sich verbessert.

Martin Drechsler

Hetze im Netz wird Politikum

Im vergangenen Jahr waren besonders Hasskommentare bei Facebook in der Diskussion. So hat der Bundestag im Juni ein Gesetz gegen Hass im Internet beschlossen. Damit sollen Netzwerke wie Facebook, YouTube oder Twitter verpflichtet werden, stärker gegen Hasskommentare und Hetze vorzugehen.

Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Dienstanbieter (FSM) Aufgabe der FSM ist die Bekämpfung illegaler, jugendgefährdender und entwicklungsbeeinträchtigender Inhalte in Onlinemedien.

Über dieses Thema berichtet MDR KULTUR auch im Radio: MDR | 12.07.2017 | 6:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. Juli 2017, 04:00 Uhr

Meistgelesen bei MDR KULTUR