Das Wiener Heumarkt-Areal
Um wieder von der Roten Liste zu kommen, müsste die Stadt Wien das Bauprojekt am Heumarkt so umplanen, dass die von der UNESCO vorgegebene Maximalhöhe von 43 Metern eingehalten wird. Bildrechte: dpa

Hochhaus bedroht Welterbe-Status UNESCO setzt Wien auf die Rote Liste

Das Wiener Heumarkt-Areal
Um wieder von der Roten Liste zu kommen, müsste die Stadt Wien das Bauprojekt am Heumarkt so umplanen, dass die von der UNESCO vorgegebene Maximalhöhe von 43 Metern eingehalten wird. Bildrechte: dpa

Die UNESCO hat die Wiener Altstadt auf die Rote Liste des gefährdeten Weltkulturerbes gesetzt. Das teilte das UNESCO-Komitee auf seiner Sitzung in Krakau mit. Grund sei ein von der Stadt geplanter Hochhausneubau am Heumarkt, der den Charakter der malerischen Kulisse gefährde.

Die Planung des Wohnhauses war bereits von ursprünglich 75 Metern Höhe auf 66,3 Meter korrigiert worden. Der rot-grüne Gemeinderat hatte die Pläne Anfang Juni abgesegnet. Das reicht dem UNESCO-Komittee nach eigenen Angaben allerdings nicht.

Panorama der Stadt Wien
Auf der Roten Liste: die Wiener Altstadt. Bildrechte: Colourbox.de

Die Stadt hat nun die Möglichkeit, die Vorstellungen der UNESCO umzusetzen. Sollte sie es nicht tun, droht Wien - wie bereits Dresden 2009 infolge des Baus der Waldschlösschenbrücke - die Aberkennung des Welterbestatus. Der Wiener Tourismusverband hat allerdings durchblicken lassen, dass die Attraktivität der Stadt nicht unter dem Neubau leiden würde.

Insgesamt gelten weltweit 55 der insgesamt 1052 Welterbestätten als gefährdet, mitunter alle sechs Stätten in Syrien.

Die UNESCO tagt bereits seit Montag in Krakau, um über die Welterbestätten zu beraten. In den kommenden Tagen soll unter anderem entschieden werden, ob der Naumburger Dom und die Bauhausstätten in Dessau-Roßlau und Bernau in die Welterbe-Liste aufgenommen werden sollen.

Über dieses Thema berichtet MDR KULTUR auch im Radio : Kultur Kompakt | 06.07.2017 | 13:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 06. Juli 2017, 21:58 Uhr