Sony World Photography Awards Deutsche gewinnt größten Fotowettbewerb der Welt

Bei den renommierten Sony World Photography Awards hat die deutsche Fotografin Sandra Hoyn in der Kategorie "Alltag" gewonnen. Für den Wettbewerb wurden mehr als 227.000 Fotos aus 183 Ländern eingereicht, so viele wie noch nie seit Bestehen des Wettbewerbs.

Wie die Veranstalter in London mitteilten, wurde Sandra Hoyn für ihre Serie "The Longing of Others" (Die Begierde der Anderen) ausgezeichnet, welche Sexarbeiterinnen in einem Bordell in Bangladesch zeigt.

World Photography Awards
Sandra Hoyn: "The Longing of Others" Bildrechte: Sandra Hoyn

Es sei beeindruckend, wie die Fotografin in die Story eintauche, hieß es von der Jury. Die auf den Fotos abgebildeten Menschen schienen zu vergessen, dass sie überhaupt da sei. Die Fotografin Sandra Hoyn ist freie Fotojournalistin in Hamburg und hat sich auf die Themen Soziales, Umwelt und Menschenrechte spezialisiert.

Ein weiterer Preis ging in der Kategorie "Landschaft" nach Deutschland: Peter Franck aus Stuttgart belegte mit seiner Schwarz-Weiß-Serie über das Meer den dritten Platz.

Schwarzweißaufnahme von Strand und Meer
Peter Franck: Schwarzweißaufnahme von Strand und Meer Bildrechte: Peter Franck

Zum Fotografen des Jahres wurde der Belgier Frederik Buyckx gekürt, der gleichzeitig den ersten Platz in der Kategorie "Landschaft" belegt. Seine Aufnahmen aus Skandinavien mit dem Titel "Whiteout" zeigen - so die Jury - nicht nur das Leid der Welt, sondern "auch die Freuden und Liebreiz der Landschaft".

Frederik Buyckx, Belgium, 1st Place, Professional, Landscape, 2017 Sony World Photography Awards
Frederik Buyckx: "Whiteout" Bildrechte: Frederik Buyckx

Der Ehrenpreis für "Herausragende Leistungen für die Fotografie" wurde dem Briten Martin Parr verliehen, der sich in seiner 40-jährigen Karriere vor allem mit Themen aus den bereichen Freizeit, Konsum und Kommunikation auseinandergesetzt hat. Er habe immer wieder geschafft, die Grenzen der herkömmlichen Fotografie zu überwinden, so Scott Gray, CEO der World Photography Organisation.

Széchenyi Thermalbad
Martin Parr: Széchenyi Thermalbad Bildrechte: Martin Parr, Magnum Photos, Rocket Gallery

Über den Preis

Die Sony World Photography Awards für professionelle Fotografen werden in zehn Kategorien vergeben. Die Gewinner erhalten unter anderem eine Fotoausrüstung. Die Siegerfotos sind bis zum 7. Mai in einer Ausstellung im Somerset House in London zu sehen und werden zudem im Willy-Brandt-Haus in Berlin gastieren.

Die Gewinner der World Photography Awards 2017

Das sind die Gewinner der zehn Kategorien des professionellen Wettbewerbs.

Das Kandapara Bordell ist eines der ältesten und größten in Bangladesh. Kajol arbeitet dort und ist hier mit ihrem Baby Mehedi und einem Kunden zu sehen. Nur zwei Wochen nach der Geburt musste sie wieder Sex mit Kunden haben. Wegen dem Baby läuft das Geschäft schlecht.
Sandra Hoyn (Deutschland) ist die Gewinnerin in der Kategorie Alltag: Das Kandapara Bordell ist eines der ältesten und größten in Bangladesh. Kajol arbeitet dort und ist hier mit ihrem Baby Mehedi und einem Kunden zu sehen. Nur zwei Wochen nach der Geburt musste sie wieder Sex mit Kunden haben. Wegen dem Baby läuft das Geschäft schlecht. Bildrechte: Sandra Hoyn
Das Kandapara Bordell ist eines der ältesten und größten in Bangladesh. Kajol arbeitet dort und ist hier mit ihrem Baby Mehedi und einem Kunden zu sehen. Nur zwei Wochen nach der Geburt musste sie wieder Sex mit Kunden haben. Wegen dem Baby läuft das Geschäft schlecht.
Sandra Hoyn (Deutschland) ist die Gewinnerin in der Kategorie Alltag: Das Kandapara Bordell ist eines der ältesten und größten in Bangladesh. Kajol arbeitet dort und ist hier mit ihrem Baby Mehedi und einem Kunden zu sehen. Nur zwei Wochen nach der Geburt musste sie wieder Sex mit Kunden haben. Wegen dem Baby läuft das Geschäft schlecht. Bildrechte: Sandra Hoyn
Eine Vielzahl urbaner Formen teilt das Bild in Dreiecke, Quadrate und Diamant-Formen.
Dongni (China) hat in der Kategorie Architektur gewonnen. Eine Vielzahl urbaner Formen teilt das Bild in Dreiecke, Quadrate und Diamant-Formen. Bildrechte: Dongni
Die fortschreitende Weiterentwicklung der Medizin hat Sterbehilfe zur Notwendigkeit gemacht. Nur wenige Länder erlauben Sterbehilfe, die Schweiz ins eines davon. In Sabine Cattaneos Bildern wird der Betrachter auf abstrakter Ebene mit der Wahl konfrontiert.
Sabine Cattaneo (Schweiz) ist die Gewinnerin der Kategorie Konzept. Die Weiterentwicklung der Medizin hat Sterbehilfe zur Notwendigkeit gemacht. Nur wenige Länder erlauben Sterbehilfe, die Schweiz ist eines davon. In Sabine Cattaneos Bildern wird der Betrachter auf abstrakter Ebene mit der Wahl konfrontiert. Bildrechte: Sabine Cattaneo
In der Kategorie Zeitgenössische Themen hat Tasneem Alsultan (Saudi Arabien) den ersten Preis gewonnen. Brauchen wir Heirat, um unserer Liebe Bedeutung zu verleihen? Brauchst du einen Ehemann um ein bedeutungsvolles Leben zu führen? Diese Fragen versucht Tasneem Alsultan in ihrer Reihe
In der Kategorie Zeitgenössische Themen hat Tasneem Alsultan (Saudi Arabien) den ersten Preis gewonnen. Brauchen wir Heirat, um unserer Liebe Bedeutung zu verleihen? Brauchst du einen Ehemann um ein bedeutungsvolles Leben zu führen? Diese Fragen versucht Tasneem Alsultan in ihrer Reihe "Saudi Tales of Love" zu beantworten. Bildrechte: Tasneem Alsultan
Kämpfer der Lybischen Streitkräfte laufen um den gigantischen Kronleuchter des Konferenzraums der Ouagadougou Konferenz.
In der Kategorie aktuelle Geschehnisse gewann Alessio Romenzi (Italien). Kämpfer der Lybischen Streitkräfte laufen um den gigantischen Kronleuchter des Konferenzraums der Ouagadougou Konferenz. Bildrechte: Alessio Romenzi
Gewinner der Kategorie Natur ist Will Burrard-Lucas (Groß Britannien):
Gewinner der Kategorie Natur ist Will Burrard-Lucas (Großbritannien): "Um Hyänen in ihrem Element zu zeigen, wollte ich sie nachts fotografieren. Die Sterne in Afrika sind so wunderschön, dass ich sie auch in meinem Bild mit aufnehmen wollte." Bildrechte: Will Burrard-Lucas
George Mayer (Russland) ist Gewinner in der Kategorie Porträt. Der Schatten des Bildes ist selbst symbolisch. Indem er nahezu das gesamte Bild einnimmt, verleiht er dem Bild etwas Geheimnisvolles. Die menschliche Figur ist mit dem Licht verbunden, mit der Dunkelheit kämpfend. Aus diesem Ringen entsteht Harmonie.
George Mayer (Russland) ist Gewinner in der Kategorie Porträt. Der Schatten des Bildes ist selbst symbolisch. Indem er nahezu das gesamte Bild einnimmt, verleiht er dem Bild etwas Geheimnisvolles. Die menschliche Figur ist mit dem Licht verbunden, mit der Dunkelheit kämpfend. Aus diesem Ringen entsteht Harmonie. Bildrechte: George Mayer
Henry Agudelo (Kolumbien) ist der Gewinner der Kategorie Stillleben. Hunderte vermisste Menschen in Kolumbien warten darauf, identifiziert zu werden. Daher wird zumindest ein Teil ihres Körpers bewahrt. Das kann, wie hier in diesem Fall, ein Tatoo sein.
Henry Agudelo (Kolumbien) ist der Gewinner der Kategorie Stillleben. Hunderte vermisste Menschen in Kolumbien warten darauf, identifiziert zu werden. Daher wird zumindest ein Teil ihres Körpers bewahrt. Das kann, wie hier in diesem Fall, ein Tatoo sein. Bildrechte: Henry Agudelo
In der Kategorie Sport hat Yuan Peng (China) gewonnen. Die Serie zeigt Aufnahmen einer Sportschule in Jining in China. Liu Bingqing und Liu Yujie sin Zwillingsschwestern, die Gymnastik schon seit ihrer Kindheit lieben.
In der Kategorie Sport hat Yuan Peng (China) gewonnen. Die Serie zeigt Aufnahmen einer Sportschule in Jining in China. Liu Bingqing und Liu Yujie sin Zwillingsschwestern, die Gymnastik schon seit ihrer Kindheit lieben. Bildrechte: Yuan Peng
Frederik Buyckx, Belgium, 1st Place, Professional, Landscape, 2017 Sony World Photography Awards
In der Kategorie Landschaft ergatterte der Belgier Frederik Buyckx den ersten Platz. Gleichzeitig wurde er mit der Serie "Whiteout" Fotograf des Jahres. Sie zeigt Landschaften in Skandinavien. Die Jury beeindruckte daran, dass sie nicht nur das Leid der Welt zeige, sondern "auch die Freuden und den Liebreiz der Landschaft". Bildrechte: Frederik Buyckx
Széchenyi Thermalbad
Der Ehrenpreis für "Herausragende Leistungen für die Fotografie" wurde dem Briten Martin Parr verliehen. Mit seinen Bildern habe er die Grenzen der herkömmlichen Fotografie überschritten, so die Jury. Dieses Bild etwa zeigt das Thermalbad Széchenyi. Bildrechte: Martin Parr, Magnum Photos, Rocket Gallery
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Über dieses Thema berichtet MDR KULTUR auch im: Radio | 21.04.2017 | 12:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. April 2017, 13:24 Uhr

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