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LexiTV : Feuerwehr-Chronik

Zwei Feuerwehrmänner kämpfen gegen die Flammen.
Zwei Feuerwehrmänner kämpfen gegen die Flammen.

400.000 v. Chr

Der Frühmensch lernt, sich das Feuer zunutze zu machen; es dient ihm als Schutz- und Lagerfeuer und zum Zubereiten der Jagdbeute.

10.000 v. Chr.

Der Steinzeitmensch beherrscht die Kunst, die beim Schlagen von Feuerstein entstehenden Funken mit Zunder aufzufangen und dessen Glut durch Blasen zum Feuer anzufachen.

700 v. Chr.

Hiskia, König von Juda, lässt zur Versorgung seiner Hauptstadt Jerusalem mit Trink- und Löschwasser eine Wasserleitung anlegen.

300 v. Chr.

Für Feuerschutz und nächtliche Sicherheit ist zur Zeit der römischen Republik ein Dreimännerkollegium, die Tresviri nocturni verantwortlich.

220 v. Chr.

Folgende Löschwerkzeuge gehören zum Bestand eines römischen Hauses: Essig zum Löschen, Decken, Spritzen, Einreißhaken, Leitern, Matten, Schwämme, Feuereimer und Besen.

100 v. Chr.

Aus Angst vor einer "Zusammenrottung unsicherer Elemente" lehnt Kaiser Trajan die Bildung einer Feuerwehr aus Zimmerleuten ab. Statthalter Plinius der Jüngere hatte den Vorschlag gemacht, nachdem ein Brand in seiner Provinzhauptstadt wegen Mangels an Löschgeräten und geübter Löschmannschaft bedrohliche Ausmaße angenommen hatte.

1454

In Wien wird die erste Feuerordnung erlassen. Zimmerleute sollen mit ihren Werkzeugen und Bader mit ihren Bottichen zur Brandstelle eilen.

1534

Mit der neuen Feuerverordnung vom 28. April wird der Wachdienst des Türmers von Sankt Stephan eingeführt: Feuersignale durch Glockenschlag und Richtungsangabe durch Ausstecken einer roten Fahne bei Tag und einer roten Laterne bei Nacht sollen die Wiener warnen.

1602

Die Stadt Nürnberg kauft für 600 Gulden eine große Feuerspritze.

30. November 1676

Gründung der Hamburger Generalfeuercassa als erste deutsche Feuerversicherung.

1707

Das englische Parlament verabschiedet ein Gesetz, wonach an die Wasserleitungen in London Absperrhähne für die Feuerwehr angeschlossen werden müssen, die durch ein Schild am nächsten Haus - wie unsere heutigen Hydranten - zu kennzeichnen sind.

1717

Die Bürger von Boston organisieren eine Fire Company zur Sicherung des Brandschutzes. Boston erhebt heute den Anspruch, die erste Freiwillige Feuerwehr in Amerika gegründet zu haben.

1761

Der Münchner Wagnermeister Birner entwirft die erste bekannte Schiebeleiter.

1767

Ein Mister Hartley lässt in London sein Haus durch Belegen der Decken mit Eisenblech feuerfest machen.

1783

Benjamin Franklin macht den Vorschlag, den Tagesablauf des Menschen dem der Natur anzupassen, das heißt eine Art Sommerzeit einzuführen. Da das Verbrennen von Öl zur Lichterzeugung - neben miserabler Lichtausbeute, Qualm und Gestank - oftmals eine Feuersbrunst zur Folge hätte.

1786

Der Magistrat der Stadt Wien bewilligt seinen vier Feuerknechten eine "Stadtlivree": langer Rock und lange Hose in weiß, dazu schwarzer Zylinder mit Stadtwappen. Beginn der Uniformierung.

1833

Gründung der Londoner Feuerwehr, des "London Fire Engine Establishment" (LFEE), durch Zusammenfassung der zehn Versicherungs-Feuerwehren.

16. Januar 1851

In Berlin wird das Feuerlöschwesen reorganisiert und dem königlichen Polizeipräsidium unterstellt. Damit wird die erste militärisch organisierte Berufsfeuerwehr in Deutschland geschaffen.

1863

In Wien erhält der Industrielle Michael Winkler vom Kaiser das Goldene Verdienstkreuz für die systematische Hausnummerierung. Von jetzt an können die Brandmeldungen exakt abgefasst werden.

9. Februar 1877

Henry Johnson erhält das britische Patent Nr. 560 über einen Feuerlöschapparat. Er gilt als Erfinder des Löschmittels Schaum.

30. Juli 1900

Das bekannte Feuerwehr-Emblem "Axt und Beil im Andreaskreuz hinter einem Helm mit Nackenleder" wird in Preußen amtlich eingeführt.

19. Februar 1902

In Hannover wird der erste automobile Drei-Fahrzeug-Löschzug in Betrieb genommen: eine Gasspritze, ein Mannschaftswagen mit Elektroantrieb und eine selbstfahrende Dampfspritze.

1994

Gründung der "Föderation der Feuerwehrverbände der Europäischen Union" mit dem Ziel, bei wichtigen Fragen wie Organisation, Ausbildung und Finanzierung, europaweit Einfluss zu gewinnen.

Zuletzt aktualisiert: 08. Oktober 2009, 14:36 Uhr

Was ist Feuer?

Wer "Feuer" sagt, meint einen sichtbaren Verbrennungsprozess, bei dem zunächst eine Initialzündung (zum Beispiel eine Feuerzeugflamme) genügend Wärme freisetzen muss, um einen Brennstoff zu einer Reaktion mit Sauerstoff anzuregen. Ist diese Oxidation einmal in Gang gesetzt, gibt sie von sich aus genügend Wärme frei, um auf den gesamten Brennstoff überzugreifen. Es entsteht eine Kettenreaktion, die dem Feuer ermöglicht, sich selbst zu erzeugen. Sichtbar wird das durch Rußpartikel, genauer gesagt: Kohlenstoffatome. Diese lösen sich aus dem entzündeten Brennstoff und steigen mit der freigesetzten Wärme senkrecht auf. Die Elektronen der Kohlenstoffatome haben auf Grund der Wärme ein höheres Energieniveau erreicht. Sie entfernen sich vom Atomkern zur Außenhülle, können ihre neue Position aber nicht lange aufrechterhalten, weil sie sich sofort wieder abkühlen. Mit dem Wärmeverlust kehrt sich der Vorgang um. Die Elektronen geben ihre nun frei werdende Energie wieder ab - nicht in Form von Wärme, sondern als Lichtquanten (Photonen). Diese Bausteine elektromagnetischer Strahlung sind das Licht, welches das menschliche Auge als Flamme wahrnimmt.

Nicht nur Kampf gegen Brände

Die Aufgaben von Feuerwehren haben sich gewandelt. Kein Wunder, denn während der zurückliegenden Jahrzehnte ist die Zahl der Brände stark zurückgegangen. In den Vordergrund getreten sind heute Rettungseinsätze bei Verkehrsunfällen, sowie Einsätze bei Natur- und industriellen Katastrophen. Zum Aufgabenspektrum gehören auch immer mehr technische Hilfsleistungen, darunter das Mitwirken an Baugenehmigungsverfahren und am Erarbeiten von Sicherheitsstandards für verschiedene Gebiete. Eng mit dem Aufgabenwandel verbunden sind Prozesse der Spezialisierung, zum Beispiel auf die Chemiebranche oder auf den Strahlenschutz. In Deutschland arbeiten zur Zeit knapp 28.000 Menschen in den Berufsfeuerwehren. Hinzu kommen über eine Million Freiwillige in den örtlichen freiwilligen und Werkfeuerwehren.

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