Datenmissbrauch

Massenumtausch von Kreditkarten geht weiter

Der massenhafte Umtausch von Kreditkarten geht weiter. In den kommenden Wochen wollen die ostdeutschen Sparkassen alte gegen neue Karten ersetzen.

Bislang keine Schadensfälle

Der Präsident des ostdeutschen Sparkassenverbandes Claus Friedrich Holtmann sagte MDR INFO, betroffen seien Karten, die wahrscheinlich in Spanien angezapft worden seien. Seinen Angaben zufolge gibt es bei den ostdeutschen Sparkassen bislang keine Schadensfälle. Er rief die Kunden weiter zu Vorsicht auf.

Die laufende Tauschaktion bezeichnete er als "Geschäftsrisiko" der Banken. Die Kosten für solche Vorfälle seien in den Gebühren, die die Kunden zahlten, "einkalkuliert". Laut Holtmann ist die Umtauschaktion teurer als der Betrug. Das Problem dabei sei, dass niemand wisse, wo die Betrüger zuschlagen. Die Banken rief er auf, so schnell als möglich die Systeme sicher zu machen.

"Es ist eher Glück, dass bei uns noch nichts passiert ist."

Claus Friedrich Holtmann,Präsident des ostdeutschen Sparkassenverbandes

Aigner sieht Banken in der Pflicht

Auch Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner verlangte von den Geldinstituten höhere Sicherheitsstandards bei Kreditkarten. Sie sollten schnellstens alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, damit Kreditkartenzahlungen wieder sicher sind. Die Zahlungssysteme müssten so organisiert werden, dass die Nutzer nicht geschädigt würden.

Andere europäische Länder betroffen

Inzwischen weitet sich der Massenumtausch von Kreditkarten in Europa aus. Banken in Österreich, Finnland, Schweden und Tschechien begannen Visa-Karten auszutauschen.

Die Umtauschaktion war in Spanien ausgelöst worden, nach dem bei einem Abrechnungsdienstleister für Visa- und Masterkarten massenhaft Kundendaten gestohlen wurden. Noch immer ist nicht bekannt, ob ein Mitarbeiter die Daten mitgenommen hat oder Computer-Hacker zugeschlagen haben.

Zuletzt aktualisiert: 20. November 2009, 12:21 Uhr

 

 
 
 
 
 

 

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