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Extreme Kälte : Eis legt Schiffsverkehr lahm

In Sachsen-Anhalt ist der Schiffsverkehr zum Erliegen gekommen. Die meisten Wasserstraßen sind wegen Treibeises oder zugefrorener Häfen gesperrt. Nach Angaben der Magdeburger Wasserschutzpolizei waren am Montag die Saale, die Elbe von der Saale-Mündung bis nach Hamburg und der Elbe-Havel-Kanal geschlossen. Auch der Mittellandkanal ist nicht mehr passierbar. Auf der Elbe in Sachsen wird von Dienstagabend an von der Saale-Mündung bis zur tschechischen Grenze kein Schiff mehr fahren dürfen.

Blick auf die zugefrorene Elbe bei Dresden

Die eisigen Temperaturen haben die Schifffahrt auf Flüssen und Kanälen zum Erliegen gebracht. Wie die Wasserschutzpolizei in Magdeburg mitteilte, ist auch der Mittellandkanal nicht mehr passierbar. Betroffen sei der Abschnitt von der Schleuse Hohenwarthe bei Magdeburg bis Sülfeld bei Wolfsburg. Die Eisdecke sei mittlerweile bis zu 20 Zentimeter dick. Damit ist Deutschlands längste künstliche Wasserstraße für den Schiffsverkehr gesperrt. Sie verbindet den Dortmund-Ems-Kanal mit der Elbe und dem Elbe-Havel-Kanal.

Auch auf dem Rothenseer Verbindungskanal ist die gesamte Schifffahrt eingestellt. Dort hatte sich in der Nacht zu Montag ein Frachter festgefahren. Ein Eisbrecher schleppte das Schiff frei und geleitete es in den Magdeburger Hafen. Dort wird es zunächst bleiben. Wegen der gesperrten Wasserwege rechnet der Hafen mit Umsatzeinbußen zwischen 30 und 35 Prozent. Geschäftsführer Karl-Heinz Erhardt sagte der "Mitteldeutschen Zeitung", viele Kunden würden mit ihren Transporten auf Lastwagen oder auf die Bahn ausweichen. "Dieses Geschäft geht an uns vorbei."

Elbe in Sachsen gesperrt

In Sachsen wurde die Elbe am Dienstaabend gesperrt. Nach Angaben des Wasser- und Schifffahrtsamtes Dresden hat es das seit den 1960er-Jahren nicht mehr gegeben, als die Elbe komplett zufror. Alle Schiffe seien verpflichtet worden, einen Hafen anzusteuern. Danach sei die Elbe von der tschechischen Grenze bis zur Saale wegen des dicken Treibeises dicht. Wie lange die Sperrung andauern wird, lässt sich nach Angaben des Schifffahrtsamtes nicht sagen. Da der Dauerfrost anhalten soll, sei mit mehreren Tagen zu rechnen.

Eisdecke nicht betreten

Seit Sonntag ist die Elbe von Magdeburg in Richtung Norden für die Schifffahrt gesperrt. Auch der Elbe-Havel-Kanal ist dicht. Olaf Thielecke von der Wasserschutzpolizei Magdeburg sagte bei MDR INFO, die Elbe sei nicht zugefroren. Allerdings trieben derart viele und große Eisschollen auf dem Fluss, dass es für die Schiffe kein Durchkommen mehr gebe.

Thielecke warnte erneut vor dem Betreten von Flüssen und Seen. Auch wenn es den Anschein habe, dass die Eisdecke fest sei, wisse man nicht, was sich darunter verberge. Trotzdem gebe es immer wieder Unbelehrbare, die auf dem Eis unterwegs seien. Die Wasserschutzpolizei mache deshalb Kontrollgänge und habe schon mehrere Platzverweise ausgesprochen. In Brandenburg brach ein Eis-Angler in einem See ein und starb.

In der Nacht zu Montag registrierte der Deutsche Wetterdienst neue Kälterekorde. In Bernburg und Drewitz bei Burg wurden jeweils minus 23,9 Grad gemessen. Noch etwas tiefer sank das Thermometer in Ueckermünde im Nordosten Mecklenburg-Vorpommerns: Minus 28,7 sind neuer Kälterekord in diesem Winter. Klirrend kalt war es auch in Oberstdorf im Oberallgäum mit 28,1 Grad unter Null und Karlshagen auf Usedom mit minus 24,8 Grad.

Karte: Die Elbe und ihre Nachbar-Wasserstraßen

Zuletzt aktualisiert: 02. März 2012, 11:41 Uhr

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