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Schlecker-Zukunft : Gläubiger vertagen Entscheidung

Die verbliebenen 13.500 Mitarbeiter der insolventen Drogeriekette Schlecker müssen weiter um ihre Jobs bangen. Die drei größten Gläubiger des Unternehmens wollen möglichen Investoren noch eine weitere Woche Zeit geben, akzeptable Angebote vorzulegen. Am kommenden Freitag wollen die Gläubiger dann endgültig entscheiden, ob die Firma zerschlagen wird oder weiterbestehen kann.

Karstadt-Retter an Berggruen an Schlecker interessiert

Nicolas Berggruen
Der Milliardär übernahm 2010 bereits die insolvente Warenhaus-Kette Karstadt.

Zu den Interessenten für eine Übernahme der Kette zählt auch der deutsch-amerikanische Karstadt-Eigner und Milliardär Nicolas Berggruen. Der 50-Jährige bestätigte am Freitag entsprechende Presseberichte. Über die Höhe seiner gebotenen Kaufsumme machte er keine Angaben. Einem Zeitungsbericht zufolge bietet Berggruen bis zu 150 Millionen Euro für die Drogeriemarktkette. Zudem soll es noch mindestens einen weiteren Finanzinvestor als Interessenten geben. Über seine Identität wollte Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz am Freitag nichts sagen. Ihre bislang vorgelegten Angebote bezeichnet der Insolvenzverwalter als "schlichtweg nicht akzeptabel". Insbesondere der Kaufpreis sei zu gering,

Die Gewerkschaft ver.di begrüßte mögliche Kaufverhandlungen mit Karstadt-Eigner Berggruen. Sprecherin Christiane Scheller sagte, man sei offen für Investoren, die die Jobs erhalten würden.

Einst die Nummer eins, dann die Pleite

Schlecker war viele Jahre lang die Nummer eins auf dem Drogeriemarkt. Doch Ende Januar meldete das Unternehmen Insolvenz an, nachdem der Umsatz deutlich zurückgegangen war. Ende März wurde das Insolvenzverfahren eröffnet. Damals wurden mehr als 2.000 Schlecker-Filialen geschlossen und rund 11.000 Mitarbeiter entlassen. Der Plan, sie in Auffanggesellschaften aufzufangen, scheiterte, weil mehrere Länder, darunter Sachsen, keine Bürgschaft geben wollten. Tausende der gekündigten Schlecker-Mitarbeiter klagen seither gegen das Unternehmen, dem dadurch Kosten in Millionenhöhe entstehen könnten. Eine Vorstellung, die potenzielle Investoren abschrecken könnte. Auch macht Schlecker weiterhin Verlustgeschäfte.

Sollten sich die Gläubiger in einer Woche gegen den Fortbestand von Schlecker aussprechen, würde die Drogeriekette in Einzelteile zerschlagen und noch vorhandene Perlen - wie die Schwestermarke "Ihr Platz" oder die rentablen Auslandstöchter - würden verkauft. Das wäre das Aus für einen Großteil der noch existierenden 3.200 Filialen.

Zuletzt aktualisiert: 25. Mai 2012, 20:44 Uhr

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