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MDR aktuell | 25.01.2012 : Mobil im Alter

Die Unfälle, bei denen ältere Menschen beteiligt sind, sorgen immer wieder für Diskussionen. Fast die Hälfte der Bundesbürger ist für die Einführung von Fahrtauglichkeitstests für ältere Menschen. Schwere Unfälle, verursacht von der Generation 75+, sorgen regelmäßig für Schlagzeilen und heizen die Debatte nach einer Altersbeschränkung hierzulande an. Doch verursachen ältere Menschen wirklich mehr Unfälle als jüngere?

Reale Gefährdung duch ältere Verkehrsteilnehmer?

Ein älterer Herr am Steuer eines Autos
Auch EU-Richtlinie schreibt keine Tests für ältere Autofahrer vor.

In Deutschland sind rund 15 Prozent der Autofahrer über 65 Jahre alt. Sie verursachen nach einer Studie der Allianz nur knapp elf Prozent der etwa 2,2 Millionen Verkehrsunfälle pro Jahr. Professor Wolf Oswald, Leiter der Forschungsgruppe Prävention und Demenz am Institut für Psychogerontologie der Universität Erlangen-Nürnberg meint, dass "nach der Statistik die 18- bis 25-Jährigen sechsmal häufiger Unfallverursacher als die über 60-Jährigen" sind. Für einen regelmäßigen Senioren-Fahrtauglichkeits-Check gäbe es demnach keine Berechtigung, da ältere Fahrer im Vergleich zu ihrem Anteil an der Gesamtbevölkerung unterdurchschnittlich in Verkehrsunfälle verwickelt wären. Dennoch gelten sie mit ihren alterstypischen Leiden wie Herzrhythmusstörungen, Diabetes, Nervenerkrankungen oder mit nachlassendem Seh- und Hörvermögen als Risikogruppe.

EU-Führerschein-Richtlinie

Auch die 2013 in Kraft tretende EU-Führerschein-Richtlinie schreibt keine Tests für ältere Autofahrer vor. Allerdings können die Mitgliedstaaten eigene Maßnahmen gestalten, um die Fahrtüchtigkeit von älteren Menschen zu überprüfen. Verpflichtende Gesundheitstests für Ältere gibt es in Spanien, den Niederlanden und in Italien. Tatsächlich ist die 43 Seiten dicke EU-Richtlinie an der entsprechenden Stelle sehr weich formuliert. Auszug: "Die Mitgliedstaaten können die Erneuerung von Führerscheinen … von einer Prüfung … der Mindestanforderungen an die körperliche und geistige Tauglichkeit für das Führen der Fahrzeuge … abhängig machen." Sie müssen aber nicht. Demnach können die Mitgliedstaaten die Erneuerung von Führerscheinen auch vom Gesundheitszustand der Kfz-Lenkerinnen und -Lenker abhängig machen.

Diese Maßnahme empfiehlt die Europäische Union (EU) aus Gründen der Verkehrssicherheit. Jedoch können die Mitgliedstaaten selbst bestimmen, Wiederholungstests ab einem bestimmten Alter und unter bestimmten Bedingungen durchzuführen. Darüber hinaus können die Mitgliedstaaten die Gültigkeitsdauer von Führerscheinen bei Kfz-Lenkerinnen und -Lenker, die älter als 50 Jahre sind, begrenzen. Sie können für diese Personengruppe häufigere ärztliche Kontrollen oder Auffrischungskurse vorschreiben. Jedoch darf die Verringerung der Gültigkeitsdauer von einer Behörde nur dann vorgenommen werden, wenn der Führerschein erneuert werden muss.

Deutschland keine verpflichtende Gesundheitspüfung

Die Bundesregierung will auf eine besondere Gesundheitsprüfung verzichten – dies auch vor dem Hintergrund, dass ältere Autofahrer nicht häufiger Unfälle verursachen als andere Fahrzeuglenker. Begründet wird der Verzicht auf die Fahrtauglichkeit außerdem mit dem grundrechtlich verankerten Recht auf Mobilität. Daraus erwachse eine staatliche Verantwortung, jedem Bürger ein Mindestmaß an Mobilität zu garantieren. In Deutschland wird ein angemessener Mittelweg zwischen der Verkehrssicherheit aller und dem Eingriff in die persönliche Freiheit des Einzelnen gesucht. So sollen sich die Senioren aus eigenem Antrieb Tests unterziehen, etwa beim Augenarzt oder bei einem Fahrtraining.

Zuletzt aktualisiert: 25. Januar 2012, 22:23 Uhr

1. Norbert Enders:
Es sollten Ältere weiterhin am Straßenverkehr teilnehmen dürfen, jedoch wären Gesundheitskonntrollen ab einem gewissen Alter durchgeführt werden.
25.01.2012
22:09 Uhr

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