Verkehrschaos : Stundenlange Behinderungen wegen gesperrter A14
An der komplett gesperrten Autobahn 14 bei Halle hat der Abriss einer einsturzgefährdeten Brücke begonnen. Bis zum Wochenende sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Bis dahin müssen sich rund 40.000 Fahrzeuge, die täglich die wichtige Verbindung zwischen Dresden-Halle/Leipzig und Magdeburg nutzen, entweder durch die Stadt zwängen oder auf kleine Straßen im Saalekreis ausweichen.
Die Vollsperrung der A14 sorgt bereits seit Dienstag in und um Halle für erhebliche Verkehrsbehinderungen. Wie ein Polizeisprecher MDR INFO sagte, staute es sich am Mittwochvormittag vor allem in Trotha und an den Ortseingängen von Halle. Auch auf der Umleitungsstrecke bei Köthen Richtung Magdeburg stand der Verkehr. Am Morgen hatten Pendler bis zu zwei Stunden gebraucht, um durch Halle zu kommen. Die Polizei schilderte eine zweite Ausweichstrecke aus. Sie führt von Tornau über Zörbig und Köthen nach Bernburg.
Behörden weisen Verantwortung zurück
Die Behörden wiesen indes jede Verantwortung für das Chaos auf der A14 zurück. Der Präsident der Landesstraßenbauamtes, Uwe Langkammer, sagte MDR SACHSEN-ANHALT, er habe erst am Dienstag von den konkreten Problemen an der Brücke bei Wallwitz erfahren. Die Untersuchungen in den Tagen davor hätten sich lange hingezogen, das gehe eben nicht in zehn Minuten. Langkammer bestätigte, dass es beim Bau der Brücke vor zehn Jahren möglicherweise Planungsfehler gegeben habe. Die Brücke über die Autobahn war bereits seit einer Woche nicht mehr passierbar. In den vergangenen Tagen war dort eine Böschung abgerutscht. Als dann am Dienstag Risse an dem Bauwerk entdeckt wurden, war die Autobahn umgehend gesperrt worden.
Nach Zeitungsangaben will das Land nun weitere Autobahnbrücken ähnlichen Bautyps auf ihre Standfestigkeit hin untersuchen. Es soll sich um etwa ein halbes Dutzend Bauwerke handeln.
Verkehrsminister drängt auf Westumfahrung von Halle
Angesichts der derzeitigen Verkehrssituation in Halle dringt Sachsen-Anhalts Verkehrsminister Thomas Webel erneut darauf, dass die Westumfahrung von Halle schnell fertig gestellt wird. Webel appellierte an die Gegner des Projektes, ihre Blockadehaltung gegen den Bau des noch fehlenden Abschnitts zwischen der Bundesstraße 80 und der A14 endlich aufzugeben.
Die Autobahn 143 soll im Westen der Stadt Halle die Südharzautobahn A38 mit der A14 im Norden verbinden und damit den Verkehr aus dem Südharz in Richtung Magdeburg beziehungsweise in der Gegenrichtung um Halle herum leiten. Von der rund 22 Kilometer langen Trasse sind neun Kilometer fertig. Vor fünf Jahren hatte das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig den Weiterbau aus Naturschutzgründen untersagt.
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