MDR aktuell Thema

Verkehrschaos : Stundenlange Behinderungen wegen gesperrter A14

An der komplett gesperrten Autobahn 14 bei Halle hat der Abriss einer einsturzgefährdeten Brücke begonnen. Bis zum Wochenende sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Bis dahin müssen sich rund 40.000 Fahrzeuge, die täglich die wichtige Verbindung zwischen Dresden-Halle/Leipzig und Magdeburg nutzen, entweder durch die Stadt zwängen oder auf kleine Straßen im Saalekreis ausweichen.

Bilder: Einsturzgefährdete Brücke über die A14 abgerissen

Abriss Brücke über der A 14 Abriss Brücke über der A 14 Einsturzgefährdete Brücke über die A14 bei Wallwitz

Auf der Autobahn 14 bei Halle wurde im Juni eine marode Brücke abgerissen. Die Autobahn war tagelang komplett gesperrt. Der gesamte Fernverkehr rollte deshalb durch die Stadt und über Landstraßen. [Bilder]


Die Vollsperrung der A14 sorgt bereits seit Dienstag in und um Halle für erhebliche Verkehrsbehinderungen. Wie ein Polizeisprecher MDR INFO sagte, staute es sich am Mittwochvormittag vor allem in Trotha und an den Ortseingängen von Halle. Auch auf der Umleitungsstrecke bei Köthen Richtung Magdeburg stand der Verkehr. Am Morgen hatten Pendler bis zu zwei Stunden gebraucht, um durch Halle zu kommen. Die Polizei schilderte eine zweite Ausweichstrecke aus. Sie führt von Tornau über Zörbig und Köthen nach Bernburg.

Behörden weisen Verantwortung zurück

Karte der A 14 bei Halle mit Umleitungsempfehlungen.
Umleitungen für die gesperrte A 14 bei Halle

Die Behörden wiesen indes jede Verantwortung für das Chaos auf der A14 zurück. Der Präsident der Landesstraßenbauamtes, Uwe Langkammer, sagte MDR SACHSEN-ANHALT, er habe erst am Dienstag von den konkreten Problemen an der Brücke bei Wallwitz erfahren. Die Untersuchungen in den Tagen davor hätten sich lange hingezogen, das gehe eben nicht in zehn Minuten. Langkammer bestätigte, dass es beim Bau der Brücke vor zehn Jahren möglicherweise Planungsfehler gegeben habe. Die Brücke über die Autobahn war bereits seit einer Woche nicht mehr passierbar. In den vergangenen Tagen war dort eine Böschung abgerutscht. Als dann am Dienstag Risse an dem Bauwerk entdeckt wurden, war die Autobahn umgehend gesperrt worden.

Nach Zeitungsangaben will das Land nun weitere Autobahnbrücken ähnlichen Bautyps auf ihre Standfestigkeit hin untersuchen. Es soll sich um etwa ein halbes Dutzend Bauwerke handeln.

"So eine Brücke ist nicht zum Abbruch gebaut."

Präsident der Landesstraßenbauamtes, Uwe Langkammer

Verkehrsminister drängt auf Westumfahrung von Halle

Angesichts der derzeitigen Verkehrssituation in Halle dringt Sachsen-Anhalts Verkehrsminister Thomas Webel erneut darauf, dass die Westumfahrung von Halle schnell fertig gestellt wird. Webel appellierte an die Gegner des Projektes, ihre Blockadehaltung gegen den Bau des noch fehlenden Abschnitts zwischen der Bundesstraße 80 und der A14 endlich aufzugeben.

Die Autobahn 143 soll im Westen der Stadt Halle die Südharzautobahn A38 mit der A14 im Norden verbinden und damit den Verkehr aus dem Südharz in Richtung Magdeburg beziehungsweise in der Gegenrichtung um Halle herum leiten. Von der rund 22 Kilometer langen Trasse sind neun Kilometer fertig. Vor fünf Jahren hatte das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig den Weiterbau aus Naturschutzgründen untersagt.

Zuletzt aktualisiert: 13. Juni 2012, 16:40 Uhr

19. Querdenker:
Lücken enstehen nur, wenn aus geschlossenen Systemen Teile entfernt werden, wie beim Gebiss einige Zähne. Im Straßennetz dagegen gibt es keine Lücken, diese werden nur herbeigeredet. Beim Schienennetz dagegen werden Lücken, politisch gewollt, absichtlich erzeugt, dabei handelt es sich um das Einstellen von Bahnstrecken. Da enstehen Lücken, weil aus einem geschlossenen System Teile entfernt oder nicht mehr benutzt werden. Es soll auch Pendler geben die per Bahn über 500 Km unterwegs sind mit viel Gepäck, alles eine Frage der Organisation. Bei über 500 Km pendeln ist doch überlegenswert umzuziehen oder eine Zweitwohnung zu organisieren. Zwischen Halle(Salle) und Magdeburg gibt es eine gute Bahnverbindung die auch genutzt werden kann, wenn die Autobahn gesperrt ist. Wer sich über angeblichen Lücken im Autobahnnetz beklagt sollte an eine vorhandene Autobahn ziehen damit er kurze automobile Verkehrswege hat, aber dazu sind ja viele Autobahn(Straßen)fans, wegen des Lärms, wohl zu feige?
15.06.2012
13:41 Uhr
18. Micha:
So ein Schwachsinn den Herr/Frau Querdenker hier von sich gibt. Ich pendel zwischen Magdeburg und Merseburg (pi mal Daumen). Die Zeit, die ich dafür brauche hatte sich dank der Sperrung mehr als verdoppelt. Steh du bitte mal vor jeder Ampel 2km Stau gemeinsam mit 100en LKWs und dann sag nochmal, dass ein Ausbau des Straßennetzes (wie A143) nichts bringt. Typischer fall von: "Wenn man keine Ahnung hat..." und typisch deutsch... immer erstmal gegen alles sein. Jeder Ausbau des Autobahnnetzes wird mit Protesten bombardiert. Ständig müssen dann neue Pläne angefertigt werden, was die Kosten des Projektes explodieren lässt. Man protestiert und klagt, dass sich die Balken biegen und im Endeffekt ist auf einmal doch fast jeder glücklich mit dem Bau.
15.06.2012
13:38 Uhr
17. DHN:
Weder Emotionen helfen hier noch Querdenken in der Frosch-Perspektive. Einfach mal eine Übersichtskarte der Autobahnen in Deutschland aufschlagen und dann einen Augenblick nachdenken. Wissen ersetzt oft "ganzheitliche" Scheinargumente. Die A143 ist eine Lücke, die dringend geschlossen werden muss.
15.06.2012
11:34 Uhr
16. Lee:
Hey Querdenker! Schon mal an die Pendler gedacht,die mehr als 10 km zur Arbeit haben? Ich fahre jedes Wochenende 500km einfache Wegstrecke.. Soll ich da etwa die Bahn nutzen obwohl ich teilweise 50kg Gepäck habe? Es gibt immer zwei Seiten zu betrachten...
15.06.2012
10:09 Uhr
15. Querdenker:
Amüsant wie feige viele Bleifußfanatiker sind. 110% automobile Mobilität haben wollen, am besten bis vor die Haustür/Wohnung, aber ohne Nebenwirkungen des Verkehrs, wie Lärm und Abgase, geht eben nicht. Wer überwiegend automobil Mobil ist muss eben mit den selbsterzeugten Verkehrsbelastungen leben. Noch mehr Straßen helfen keine Verkehrsprobleme zu lösen, da hilft nur ein radikales Umdenken bei der Mobilität oder auch mal das Kfz öfters stehen zu lassen. Warum wollen eigentlich überzeugte Straßenfans und Bleifußfanatiker nicht selber direkt an einer Straße wohnen, wohl weil sie zu feige die selbstverursachten Verkehrsbelastungen zur der möglichen Haustür zu ertragen?
14.06.2012
18:56 Uhr
14. DHN:
Baupfusch ist eine Sache, die fehlende A143 eine andere: - Baupfusch resultiert, da (1.) der billigste Anbieter beauftragt wird (alles andere ist zwar juristisch möglich, gibt aber ein Affen-Bürokraten-Theater) UND (2.) die kontrollierenden Ämter nicht genug Personal/Fachkompetenz für die Durchführungskontrolle habe. - Die fehlende A143 ist bei Problemen so richtig sichtbar, aber auch jeden einzelnen restlichen Tag wird Halle ohne A143 viel A14-A38 Transit-Lastverkehr zugemutet. Die West-Spange muss endlich her!
14.06.2012
08:52 Uhr
13. Querdenker:
Was jammern die Kfz-Nutzer nur scheinheilig rum, Bürger die ohne Kfz leben müssen ständig mit ähnlichen Zuständen leben, weil entweder eine Strecke eingestellt wurde oder nach eine Havarie Umleiterstrecken bei der Bahn nicht mehr zur Verfügung stehen. Wie dicht muss das Straßennetz noch werden damit der Mensch begreift das neue Straßen keine Lösung für Verkehrsprobleme darstellen? Paradox, einerseits wollen die meisten Menschen eine zwar 110% automobile Mobilität um andererseits über die selbstgemachten Verkehrsprobleme, wie Lärm, zu jammern. Die Alternative ÖPNV/SPNV wird politisch und auf Wunsch von Bürgern ausgebremst, die dann aber auch wieder jammern, wenn die ÖPNV/SPVN-Angebote abgebaut werden. Automobile Bequemlichkeit hat eben ihren Preis und wenn es der Preis der Abhängigkeit ist, so ähnlich wie von einer Droge. Wird Zeit das die Kraftstoffpreise für die private Nutzung wieder steigen, damit das Kostenargument gegenüber den ÖPNV/SPNV-Angeboten keine Basis mehr hat.
13.06.2012
22:10 Uhr
12. Olaf Dittmar:
Da haben wir einen neuen Tiefpunkt berreicht. Brücken haben 80 - 100 Jahre zu halten. Das ist wieder mal Typisch "MADE" in Germany!
13.06.2012
17:16 Uhr
11. Kitze Andreas:
Andreas Vorschlag, wir setzen alle Politiker mit in den Stau ohne Blaulicht und den BUND an den Straßenrand. Den Steuerzahler wird viel abverlangt und nur verschaukelt. Wo bleiben die Kontrollen nach der Fertigstellung und ein Jahr später. Haben wir Hallenser zu wenig Politiker in Magdeburg, die mal auf den Tisch hauen.
13.06.2012
16:17 Uhr
10. Wullemaus:
Ich fahre Flughafentransfer aus Richtung Könnern. Wo kann man noch ohne viel Beeinträchtigung nach Leipzig. Mit Kunden kann man ja nicht 4 h vorher losfahren. Morgen muss eine Familie 3.30 Uhr auf dem Flughafen sein.
13.06.2012
16:02 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen.
Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

© 2013 MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK