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Grüne Woche Berlin : Mehr Tierschutz macht Lebensmittel teurer

Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner hat am Donnerstagabend in Berlin die 77. Internationale Grüne Woche eröffnet. An der weltgrößten Schau der Agrar- und Ernährungswirtschaft beteiligen sich mehr als 1.600 Aussteller. Ab Freitagmorgen sind die Hallen dann für das Publikum geöffnet. Der Veranstalter rechnet bis zum 29. Januar mit mehr als 400.000 Besuchern. Partnerland ist in diesem Jahr Rumänien.

Zu den politischen Themen der Grünen Woche zählen neben dem Einsatz von Antibiotika in Mastbetrieben, der Tierschutz und die weltweite Ernährungssituation. An den Diskussionsrunden werden Regierungsvertreter aus 75 Ländern teilnehmen. Auch EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos wird dabei sein.

Bauern blicken zuversichtlich in die Zukunft

Die deutschen Bauern beurteilen ihre Situation weiterhin relativ zuversichtlich. Das im Vorfeld der Grünen Woche vorgestellte Konjunkturbarometer Agrar tendierte im Dezember 2011 wieder leicht nach oben. Der Index fasst die Einschätzung der aktuellen Lage und die Erwartungen an die künftige wirtschaftliche Entwicklung der Landwirte zusammen. Die Bauern wollen den Angaben zufolge im ersten Halbjahr 2012 insgesamt 5,5 Milliarden Euro investieren. Das sind 1,7 Milliarden Euro weniger als im Vorjahreszeitraum.

Der Ökolandbau-Beauftragte des Bauernverbands, Heinrich Graf von Bassewitz, sieht für Verbesserungen bei der Massentierhaltung auch die Supermarktkunden in der Verantwortung. Der Verbraucher müsse sein Preisverständnis ändern. Erst dann werde sich die derzeitige Tierhaltung entscheidend verändern. Bassewitz sprach sich dafür aus, auch die EU-Agrarfinanzierung stärker am nachhaltigen Wirtschaften auszurichten.

Bauern suchen händeringend Azubis

Nach wie vor bereitet den Bauern die Nachwuchssuche großes Kopfzerbrechen. Mehr als die Hälfte der rund 13.000 Lehrstellen mussten dem Deutschen Bauernverband zufolge, mit Quereinsteigern besetzt werden. Rund 1.000 Plätze blieben in diesem Ausbildungsjahr ganz und gar frei. Der Bauernverband bildet in 15 Berufen aus. Gesucht werden Jugendliche, denen man teure Maschinen anvertrauen kann und die über ausreichend Sensibilität im Umgang mit Vieh verfügen.

Preise für Lebensmittel werden steigen

Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner hat sich zu mehr Nachhaltigkeit und Tierschutz in der deutschen Agrarwirtschaft bekannt. Ihr Leitbild sei "eine ökologisch tragfähige, ökonomisch existenzfähige, sozial verantwortliche und Ressourcen schonende Wirtschaftsweise", sagte die CSU-Politikerin vor Beginn der Agrarmesse Grüne Woche in Berlin. Man wolle das Tierwohl stärken und dem Verbraucher in seinen Wahlmöglichkeiten bei Lebensmitteln über mehr Transparenz eine klare Orientierung bieten. Aigner sagte bäuerlichen und an eigene Böden gebundenen Betrieben besondere Unterstützung zu.

"Die Verbraucher, die sich heute über die sogenannte Massentierhaltung beschweren, haben mit ihrem Kauf von Billig-Lebensmitteln und ihrer extremen Preisbewusstheit letztlich genau diese Art der Landwirtschaft vorangetrieben."

Ökolandbau-Beauftragter des Bauernverbands, Heinrich Graf von Bassewitz

Auch Verbraucherschutzministerin Aigner ist der Überzeugung, dass sich der deutsche Verbraucher langfristig auf steigende Lebensmittelpreise einstellen muss. Dafür gebe es Anzeichen von der Wirtschaft. Gründe seien unter anderem die wachsende Weltbevölkerung und die sich verändernden Lebensgewohnheiten der Menschen. Außerdem gebe es Lohnsteigerungen in der Lebensmittelbranche.

Zuletzt aktualisiert: 19. Januar 2012, 22:33 Uhr

1. Didispricht:
Ich selbst ertappe mich immer wieder selbst dabei wie ich beim Blick in die Regale der Supermärkte auf die "günstigsten" Artikel achte. Blöd nur, wenn ich auf der anderen Seite Lebensmittel wegschmeißen muss, weil ich sie im Kühlschrank vergessen habe und dass Mindesthaltbarkeitsdatum wurde inzwischen überschritten. Ich habe sowieso den Eindruck, dass viele Deutsche viel zu viel und unüberlegt kaufen. Da würde es im Endeffekt mehr Sinn machen, wenn ich weniger, aber qualitativ hochwertigere und ökologischere Produkte kaufen würde, ich müsste zwar mehr bezahlen für diese Produkte, aber es würde mich schlussendlich nicht mehr kosten, da ich weniger kaufen würde. Ein guter Vorsatz, doch wer hält ihn schon ein?!
19.01.2012
21:44 Uhr

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