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Straßburg : Anwalt verklagt Deutschland wegen Hundesteuer

Ein Rechtsanwalt aus Lüneburg hat beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte Klage gegen die deutsche Hundesteuer eingereicht. Das Gericht in Straßburg bestätigte am Montag den Eingang der Klageschrift.

Klage mit 81.000 Unterschriften untermauert

Der Anwalt Elmar Vitt hält seinen Hund Sir Monti auf dem Arm.
Kläger mit Yorkshire-Terrier Sir Monti

Der niedersächsische Rechtsanwalt Elmar Vitt verschickte am Mittag zugleich eine CD mit 81.000 Unterschriften nach Straßburg. Diese waren von der Initiative "Stoppt die Hundesteuer" gesammelt worden, die auch vom Deutschen Tierschutzbund unterstützt wird. Vitt sagte, die deutsche Hundesteuer sei als eine Steuer für Tierliebe unethisch. Zudem sei sie willkürlich und verstoße gegen das Diskriminierungsverbot. Der Anwalt wandte sich an das europäische Gericht, nachdem er zuvor in Lüneburg vor dem Verwaltungsgericht und dem Oberverwaltungsgericht gescheitert war.

Hundesteuer nur in einigen EU-Ländern - Kleinstädter zahlen weniger

Die Hundesteuer wird nicht in allen EU-Ländern erhoben. Außer in Deutschland gibt es sie noch in Österreich, der Schweiz, den Niederlanden, Luxemburg, Irland, der Slowakei und Tschechien. In Deutschland gibt es die Steuer seit Beginn des 19. Jahrhunderts. Den Anfang machte Offenbach im Jahr 1807. Drei Jahre später führte Preußen die Abgabe als Luxussteuer auf Hunde ein, die keine Nutztiere sind. Heute gehört die Hundesteuer zu den kommunalen Steuern. Je nach Stadt müssen Hundebesitzer unterschiedlich tief in die Tasche greifen. Die niedersächsische Landeshauptstadt Hannover verlangt von Hundehaltern 132 Euro für den ersten Hund. In Erfurt sind es 108 Euro, in Leipzig und Magdeburg jeweils 96 Euro, in Halle 90 Euro. In Weimar sind dagegen nur 60 Euro fällig. In kleineren Orten reichen mitunter zehn bis 15 Euro aus. Für den Zweithund wird in der Regel der doppelte Preis erhoben. Kampfhunde kosten noch einmal deutlich mehr. Halle verlangt zum Beispiel 720 Euro für jeden sogenannten gefährlichen Hund. Die Halter von Blinden- und Diensthunden müssen nichts bezahlen.

Zuletzt aktualisiert: 02. Juli 2012, 22:39 Uhr

10. Alex:
Würde die Steuer nur für hundegebundene Ausgaben ausgegeben (Hundeauslauf, Kotspender) wäre die Angelegenheit ja noch halbwegs gerecht. So zahlen Hundehalter Geld, was für völlig andere Dinge (marode Straßen, Bürokratie etc.) ausgegeben wird. Auch die Gefährlichkeit ist eher halbgar. Pferde und Rinder können noch gefährlicher als Hunde sein, Katzen richten in der Fauna z.T. erhebliche Schäden an, Schafe verschmutzen recht ordentlich auch Straßen und Gehwege und von der neuen Exotenhaltung brauchen wir gar nicht reden. Nebenbei finde ich einen Hundehaufen nicht mal ansatzweise so schlimm, wie Glassplitter oder Kanülen von gebrauchten Spritzen, die man auch in gewisser Regelmäßigkeit in Städten finden kann..
04.07.2012
11:40 Uhr
9. Alex:
Ein ganz großes Lob an Sie, Herr Vitt! Dieses Vorhaben ist sicher nicht einfach und ich habe Riesen - Respekt davor. @ Hans: Die Hundesteuer hat mit Hinterlassenschaften von Hunden rein gar nichts zu tun. Hundehalter, die den Kot ihrer Tiere nicht beseitigen, begehen eine Ordnungswidrigkeit und müssen nochmal extra dafür in die Tasche greifen. In Dresden können das bis zu 1000 € Bußgeld sein. Aber was halten Sie von Pferdeäpfeln mitten auf dem Gehweg? Ist das für Sie voll ok?
04.07.2012
11:37 Uhr
8. Claudia A.:
Hallo Sir Monti und an alle die hier mitmachen, Ich möchte mich den ganzen Kommentaren auch anschließen,die meisten von Euch haben recht und Ich finde es klasse das sich dafür mal jemand einsetzt ganz grosses lob für Sir Monti. Ich habe auch einen Hund nen Labrador bin Harz 4 Empfänger ja und zahle hier in Göttingen 120 Euro im Jahr jetzt war ich 10 Euro im verzug was für ein Theater aber ausser meinen Hund habe ich noch einen 18 Jährigen Sohn der satt werden möchte und meine üblichen Sachen muss ich auch bezahlen können,ja und unsere Hunde dürfen für die Hundesteuer nichts ,ja gebe Euch allen recht und wenn man von mir auch noch eine Unterschrift brauch leiste ich die gern und habe auch noch einige Nachbarn ebenfalls Hundebesitzer die machen hier auch mit. Da Ihr alle ja schon genug über andere Tiere geschrieben habt brauch ich das ja nicht mehr aber Ich stehe voll hinter Euch.
03.07.2012
21:40 Uhr
7. elisabeth:
frage: wieso wird keine Pferdesteuer eingeführt. Die machen ihre Äpfel überall hin wo sie gerade gehen. Mit Hunden kann man wenigsten noch in die Ecken gehen. Immer wird auf die Hunde gemotzt, das sie aber die jenigen sind die Meschenleben retten können daran denkt keiner, oder hat jemand schon mal ein Pferd im Schnee gesehen, dass einen unter Lavinen begrabenen gefunden hat. Wenn jeder den Kot mitnimmt braucht man auch keine Steuer, Hunde sind kein Luxus sie sind Lebensretter und für viele die alleine sind wie Kinder, sie sind des Menschen bester Freund.
03.07.2012
10:56 Uhr
6. Cora:
Ich finde es gut wenn die Hundesteuer abgeschafft wird!!! Und was den Kot anbelangt Katzen, Pferde erleichten sich ja nicht.... Dafür gibt es keine Steuer... [unangemessener Ausdruck von MDR.de Redaktion entfernt]
03.07.2012
10:00 Uhr
5. Mario:
Endlich setzt sich mal jemand für die Hundhalter ein. Danke Elmar Vitt. Wohin dieser Steuerwahnsinn in Deutschland noch führen? Für alles muss der kleine Mann in die Tasche greifen. @ Hans, ich weiss ja nicht wie Sie zu dieser Auffasung kommen aber es gibt weit weniger Hundhalter die die Exkremente ihrer Hunde nicht beseitigen als Sie glauben. Ob mit oder ohne Steuer, das ist doch Sche.... egal. Wogegen ich noch keinen Katzenhalter sich bücken gesehen habe oder Pferdehalter die ständig mit Schaufel und Eimer umherlaufen. Nicht zu vergessen das ganze andere Kreuch und Fleuchzeug welches sich egal wo es ist erleichtert. Achja und nicht zu Vergessen die Tauben die unsere Dächer, Balkone und Gehwege verzieren. Also weg damit. Oder her mit der Katzen, Vogel oder Nagersteuer.
03.07.2012
09:43 Uhr
4. Hans:
@Elmar Vitt - der Mensch bezahlt für eigene Kot pro Jahr schon genug: bei mir ist das mindestens 50 €, die ich in Toiletten lasse. Außerdem macht Mensch keine Haufen auf den Wiesen. Und die Hunde wollen alles kostenlos haben???
02.07.2012
23:00 Uhr
3. Timber:
@Hans: Die Hundesteuereinnahmen sind nicht zweckgebunden. Dies bedeutet, dass jede Gemeindeverwaltung selbst entscheiden kann für welche Zwecke die Steuereinnahmen verwendet werden. Es hat nichts damit zu tun, dass die Gemeindeverwaltung die Verunreinigung der Hunde beseitigen lässt. Die Steuereinnahmen können auch dazu genutzt werden das Rathaus neu zu streichen, ... nur als Beispiel. Grundsätzlich appelliere ich immer wieder an alle Hundehalter verantwortungsvoll mit den Hinterlassenschaften ihrer Tiere um zugehen! Dazu braucht es keine Hundesteuer aus dem Mittelalter.
02.07.2012
22:08 Uhr
2. Elmar Vitt:
Nicht gut recherchiert - Polen hat die Hundesteuer zum 1.1.2008 abgeschafft, wie schon vorher Schweden, Dänemark, Belgien, Griechenland, Italien, Spanien, Frankreich und England. In Irland gibt es auch keine Hundesteuer, sondern nur eine geringe Registrierungsgebühr für den Hund, ähnlich unserer Abgabe für die Chip-Pflicht. - Ach ja, und für die "Hinterlassenschaften" der Menschen sollte dann auch eine WC-Steuer eingeführt werden, berechnet analog zum Hundegewicht dann pro Besserwisser mit mindestens ca. 1.000 € im Jahr, und doppeltem Satz für Nichtvegetarier, weil die Schweine und Rinder, die dafür zu Massen geschlachtet werden, ja auch irgendwohin machen ...
02.07.2012
18:10 Uhr
1. Hans:
Wenn die Hunde keine Steuer mehr bezahlen - wer ist dann für Kot verantwortlich? Ohne Steuer dürfen dann die Hunde auch Wiesen für ihre Zwecke nicht benutzen!
02.07.2012
17:30 Uhr

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