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Zwickauer Trio : Zwei weitere mutmaßliche Unterstützer auf freiem Fuß

Die Bundesanwaltschaft hat zwei weitere mutmaßliche Unterstützer der rechtsextremen Terrorzelle aus Zwickau auf freien Fuß gesetzt. Wie die Behörde am Dienstag in Karlsruhe mitteilte, hat sie die Aufhebung der Haftbefehle gegen Carsten S. aus Düsseldorf und Matthias D. aus Johanngeorgenstadt beantragt und deren Entlassung aus der Untersuchungshaft angeordnet.

Aufgrund der aktuellen Ermittlungen im Fall von S. sei der Haftgrund der Fluchtgefahr entfallen, hieß es zur Begründung. Im Fall von D. sei nicht davon auszugehen, "dass die gegen den Beschuldigten vorliegenden Verdachtsmomente die Fortdauer der Untersuchungshaft tragen".

"Keine Fluchtgefahr"

Waffen, die im Wohnhaus der Täter der Neonazi-Mordserie in Zwickau sichergestellt wurden
Das Waffenarsenal der drei Rechtsextremen

Der 31-jährige Carsten S. war am 1. Februar in Düsseldorf festgenommen worden. Ihm wird vorgeworfen, gemeinsam mit dem ehemaligen Jenaer NPD-Funktionär Ralf Wohlleben Ende 1999 oder Anfang 2000 eine Schusswaffe für die untergetauchten Rechtsextremisten Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe beschafft zu haben. Diese Waffe ist nach Erkenntnissen der Ermittler bei den Morden an neun Menschen in den Jahren 2000 bis 2006 in mehreren Städten Deutschlands verwendet worden. Deshalb wird S. der Beihilfe zum Mord verdächtigt.

Am Dienstag erklärte die Bundesanwaltschaft, S. habe sich umfassend zum Tatvorwurf eingelassen und entscheidend zur Tataufklärung beigetragen. Er habe sich glaubhaft von rechtsradikalem Gedankengut abgewandt und seit spätestens 2001 keine Kontakte mehr in rechtsextremistische Kreise. Zudem liege der Bundesanwaltschaft eine sachverständige Beurteilung vor, wonach bei S. die Anwendung von Jugendstrafrecht zu erwarten sei. S. war zum Zeitpunkt der ihm vorgeworfenen Taten 19 Jahre alt. Wegen der damit verbundenen geminderten Straferwartung und der festen sozialen Bindungen bestehe keine Fluchtgefahr mehr.

Matthias D. war am 11. Dezember 2011 wegen des Verdachts der Unterstützung einer terroristischen Vereinigung in Johanngeorgenstadt festgenommen worden. Er soll Böhnhardt, Mundlos und Zschäpe zwei auf seinen Namen in Zwickau gemietete Wohnungen überlassen haben. Zur Begründung seiner Freilassung verwies die Bundesanwaltschaft auf die Entscheidung des Bundesgerichtshofes (BGH) vom 25. Mai im Fall des mutmaßlichen Unterstützers Holger G. Dessen Entlassung aus der Untersuchungshaft hatte der BGH angeordnet, weil es keine hinreichenden Beweise für einen dringenden Tatverdacht der Unterstützung einer terroristischen Vereinigung gebe. Ähnlich sieht die Bundesanwaltschaft nun offenkundig den Fall von D.

Zuletzt aktualisiert: 29. Mai 2012, 18:07 Uhr

1. Blumenfreund:
So so, das ganze NSU Kartenhaus bricht also zusammen. Man darf gespannt sein, inwieweit der BRD Verfassungsschutz dabei involviert ist. Diese ganze Antideutsche Kampagne ist einfach nur lächerlich.
30.05.2012
22:09 Uhr

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