Oranienbaum : "Dutch Design" sorgt für Besucherrekord
Die Ausstellung "Dutch Design" im Schloss Oranienbaum hat einen Besucherrekord erzielt. Wie ein Sprecher MDR SACHSEN-ANHALT sagte, seien bisher rund 19.000 Gäste gekommen - so viele wie noch nie bei einer Ausstellung im Gartenreich.
400 extravagante und historische Exponate
Die Schau war im April anlässlich des Jubiläumsjahres "Anhalt 800" von Königin Beatrix eröffnet worden. Die von der Kulturstiftung Dessau-Wörlitz, der niederländischen Botschaft und dem Königlichen Hausarchiv Den Haag organisierte Ausstellung präsentiert bis Ende September rund 400 Exponate wie extravagante Gewänder, Taschen, Schuhe, Schmuck, Porzellan, Glaskunst und Möbel. Sie stammen von 160 niederländischen Designern und Modeschöpfern der Gegenwart. Die Ausstellungsstücke sind mit kostbaren historischen Exponaten aus dem Königlichen Hausarchiv in Den Haag und mit Gemälden aus dem Bestand der Kulturstiftung Dessau-Wörlitz in Szene gesetzt worden. So sind unter anderem die Originalwiege von Königin Beatrix, Diademe und Geschirr des 18. Jahrhunderts zu sehen.
Muttherhaus des niederländischen Königshauses
Schloss Oranienbaum ist eines der vier "Mutterhäuser" des niederländischen Königshauses. Es steht symbolhaft für die einst engen Beziehungen zwischen Anhalt und den Niederlanden. Das Schloss war 1682 im Auftrag der Fürstin Henriette Catharina von Anhalt-Dessau zunächst als Sommersitz erbaut worden. Henriette Catharina war eine niederländische Prinzessin, die 1659 nach der Heirat mit Fürst Johann Georg II. nach Anhalt-Dessau kam. Nach dem Tod des Fürsten 1693 wurde das Schloss zum Witwensitz seiner Gattin in der heutigen dreiflügligen Form ausgebaut.
Seit zwölf Jahren saniert
Schloss, Park und der 50 Hektar große barocke Stadtkern von Oranienbaum mit seinen schachbrettartigen Vierteln werden seit 1990 mit Unterstützung der Stiftung Denkmalschutz, des Bundes und des Landes Sachsen-Anhalt aufwendig saniert. Allein in die Sanierung des Schlosses flossen nach Angaben der Kulturstiftung Dessau-Wörlitz bis heute sechs Millionen Euro. Rund 24 Millionen sind den Angaben zufolge aber noch nötig.
Die Geburt eines Fürstentums
Die Region Anhalt wurde 1212 ein selbstständiges Territorium. Das Gebiet, das die Bezeichnungen Fürstentum und später Freistaat und Land führte, reichte von Dessau-Roßlau über Zerbst, Bernburg, Köthen bis in den Harz. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Land Anhalt endgültig aufgelöst. Seit 1990 ist Anhalt Teil des neu gegründeten Bundeslandes Sachsen-Anhalt.
