MDR FIGARO trifft ... Eva Mahn | 17.02.2013 | Zum Nachhören : Halle-Fotografin Eva Mahn: "Der Mensch steht im Mittelpunkt"
Sie begann als Modell und griff dann selbst zur Kamera: Eva Mahn. Für Aufsehen sorgte die bekannte Fotografin und Kunstwissenschaftlerin zuletzt 2012 mit ihren monochromen Halle-Bildern aus den letzten Jahren der DDR. Über berufliche Wege und Doppelbegabungen, inszenierte und dokumentarische Aufnahmen und die Zukunft der Fotografie spricht Eva Mahn live bei "MDR FIGARO trifft ...".
"Eva Mahn - Halle und der Rest der Welt" hieß eine Ausstellung, die im vergangenen Jahr im Kunstverein Talstraße in Halle zu sehen war. Gezeigt wurden bislang noch nie ausgestellte Schwarz-Weiß-Arbeiten der Fotografin aus den letzten 15 Jahren der DDR, vor allem aus der Hallenser Künstlerszene. Eva Mahn näherte sich der Fotografie von zwei Seiten. Von 1969 bis 1977 war sie nebenberuflich als Model für die Modezeitschrift "Sybille", "Saison", und "Modische Maschen" tätig. 1973 bis 1975 assistierte sie dem am 31. Dezember 2012 verstorbenen Mode- und Aktfotografen Günter Rössler und saß ihm auch Modell.
Mitte der 1970er-Jahre griff Eva Mahn selbst zur Kamera. Erste Arbeiten waren Frauenakte, später kamen Männerakte hinzu. Sie näherte sich sensiblen Themen wie Familie und Alter mal spielerisch inszeniert, mal dokumentarisch. 1977 bis 1984 veröffentlichte Eva eigene Bildbeiträge für "Das Magazin", ab 1978 folgten Publikationen fotografischer Arbeiten in Ausstellungen, Katalogen und Büchern sowie Auftragsarbeiten für Theater, Zeitschriften und Künstlerkataloge. 1980 bis 1986 entstanden vorwiegend erotische Fotografien, 1989/90 sozialkritische Portraits und Arbeiten zur Stadt Halle.
Als ihre Tochter begann, erwachsen zu werden, arbeitete Eva Mahn von 1991 bis 1993 an der Fotoserie "Aufbruch in die Freiheit" und begleitete 25 meist halleschen Jugendliche mit Kamera und Tonband. 2000 wurden diese Teenager Ausgangspunkt für eine weitere Fotoserie mit dem Titel "Heilige Familie". 1994 folgte das Projekt "Grenzgänger" über das Künstlerdorf und den Ostsee-Badeort Ahrenshoop. Zudem entstanden Ausstellungen mit Arbeiten zweier längerer Amerika-Reisen. 2005 bis 2006 fotografierte Eva Mahn prominente in Halle tätige Männer aus Ost und West.
Über Eva Mahn
Zur Welt gekommen ist Eva Mahn 1947 in Aschersleben. 1964 absolvierte sie das Abitur und gleichzeitig eine Lehre als Schlosserin mit Facharbeiterbrief. Von 1965 bis 1970 studierte sie Kunstgeschichte und Kunsterziehung in Greifswald und Leipzig und schloß mit dem Diplom als Kunstwissenschaftlerin ab. Von 1970 bis 1996 war Eva Mahn wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Burg Giebichenstein, Hochschule für Kunst und Design Halle und wirkte als Publizistin, Kunstkritikerin und Ausstellungskuratorin. 1991 erfolgte die Promotion zum Dr. phil. an der Universität Leipzig mit einer Veröffentlichung zur "Deutschen Glasmalerei der Romantik 1790 bis 1850". Von 1996 bis 2010 arbeitete Eva Mahn als künstlerische Mitarbeiterin für Grundlagen der Fotografie im Fachbereich Kunst an der Burg Giebichenstein, von 1992 bis 1995 als Leiterin der Sammlung für Kunst und Design. 1995 bis 2010 lehrte Eva Mahn Grundlagen der Fotografie.
Von 1994 bis 1997 war Eva Mahn Jury-Mitglied beim Deutschen Jugendfotopreis und beim Kodak-Nachwuchs-Förderpreis für junge Fotografie. 1996 erfolgte ihre Berufung in die Deutsche Gesellschaft für Photographie, wo sie 1998 bis 2000 auch Vorstandsmitglied war. 1998 wurde Eva Mahn in die Deutsche Fotografische Akademie berufen, 2001 zur Vizepräsidentin gewählt und übte dieses Amt bis 2010 aus. Außerdem saß sie zweieinhalb Jahre im Stadtrat in Halle.
Seit 2001 veranstaltete Eva Mahn Jahresausstellungen mit ihren Studenten in leerstehenden Denkmalobjekten der Stadt Halle. 2001 war "black hole" im Bunker unter dem Universitätsplatz und 2004 das "musée de la lumiere" in der Neuen Residenz zu sehen.
Angaben zur Sendung:
MDR FIGARO trifft ... Eva Mahn
Sendung:
Mi, 13.02.2013, 18:05-19:00 Uhr
Wiederholung:
So, 17.02.2013, 12:05-13:00 Uhr
Moderation: Rachel Gehlhoff
Redaktion: Angelika Zapf
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