Kunst & Architektur

MDR FIGARO trifft ... Dr. Karl-Heinz Hänel | 16.01.2013 | 18:05 Uhr : Vision für das Museum: Arbeitsfähigkeit

Über zwei Jahrzehnte war Karl-Heinz Hänel Referatsleiter für Museen, Gedenkstätten, Bildende Kunst im Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur. Es war eine bewegte und manchmal auch schwierige Zeit Im Dezember 2012 ging Hänel in den Ruhestand. Bei MDR FIGARO trifft ... blickt er zurück und entwirft zudem seine Vision eine lebendigen Museumslandschaft.

In einem Museum zu arbeiten, war Karl-Heinz Hänels Lebensziel - doch das wurde ihm zu DDR-Zeiten verwährt. Nach der deutschen Wiedervereinigung, der Gründung des Landes Thüringen und mit dem Aufbau der Ministerien konnte er sich seinen Traum erfüllen. Karl-Heinz Hänel wurde Referatsleiter für Museen, Gedenkstätten, Bildende Kunst im Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur. Über 22 Jahre arbeitet er in diesem Bereich, war zuständig für über 200 Museen und die Gedenkstätten im Freistaat. Es waren zeitweise auch sehr schwere Jahre, resümiert er heute.

Museen müssen arbeitsfähig sein

Kunsthalle Erfurt (mittleres Gebäude)
Auch die Kunsthalle Erfurt gehört zur reichhaltigen kulturellen Landschaft Thüringens

Die Enquetekommission Kultur des Deutschen Bundestages stellte schon vor Jahren im Abschlussprotokoll nüchtern fest, dass die Museen in der gesamten Bundesrepublik personell unterversorgt seien.

Karl-Heinz Hänels Vision für das Museum ist die "Arbeitsfähigkeit". Denn "wenn wir jede Einrichtung arbeitsfähig haben, dann müssen wir uns keine Gedanken über deren öffentliche Wirksamkeit und Präsentation machen", sagt er. Dafür habe er all die Jahre eng mit den Museumskollegen und mit dem Museumsverband gekämpft.

Den Museen verbunden

Seit Dezember 2012 ist Karl-Heinz Hänel nun im Ruhestand. Zum Abschied erhielt er einen großen Blumenstrauß, verbunden mit lebenslänglichen Freikarten für die Thüringer Museen. Nur wenige Tage nach seinem Ausscheiden aus dem Amt besuchte er dreimal das Neue Museum und führte bereits einmal selbst durch die Ausstellung "Abschied von Ikarus". Karl-Heinz Hänel wird "seinen" Häusern auch in seinem neuen Lebensabschnitt weiter verbunden bleiben.

"Ich denke, das war eine sehr arbeitsreiche Zeit, bisweilen auch eine problembeladene. Aber am Ende war es eine sehr erfolgreiche Zeit für die Gedenkstätten, die eine hervorragende, eine wunderbare Entwicklung genommen haben. Und es war eine aufregende Zeit für die Museen, denen ich immer wieder meine Hochachtung sagen muss, für das, was sie unter den gegebenen Bedingungen leisten."

Karl-Heinz Hänel über seine Jahre als Referatsleiter für Museen, Gedenkstätten, Bildende Kunst im Thüringer Ministerium für Bildung

Studiogast Karl-Heinz Hänel im Porträt

In Bad Langensalza wurde Karl-Heinz Hänel 1947 geboren, in Eisenach wuchs er auf. Nach dem Abitur ging er zum Studium der Kunsterziehung und der Geschichte nach Berlin an die Humboldt-Universität. Mit dem Studienabschluss und einer Diplomarbeit zur Geschichte des Mittelalters erhielt er 1970 einen Vorvertrag beim Museum für Deutsche Geschichte in Berlin.

Dr. Karl-Heinz Hänel
Dr. Karl-Heinz Hänel

Doch da dringend Lehrer in den Mangelfächern Kunst und Musik benötigt wurden, fand er sich als Lehrer in einer  Schule in Straußfurt wieder, einem Dorf bei Sömmerda. Seine Frau erhielt eine Stelle als Kunsterzieherin in Weißensee, ebenfalls in der Umgebung von Sömmerda.

Karl-Heinz Hänel arbeitete von 1970 bis 1978 als Kunsterzieher für die 8. bis 10. Klasse, beendete seine Tätigkeit, wechselte an die Pädagogische Hochschule in Erfurt und unterrichtete dort Kunstgeschichte, befasste sich mit Kultur- und mit Gestaltungstheorie. Zusammen mit seiner Frau leitete er zudem seit 1970 eine Galerie des Kulturbundes in Sömmerda.

Nach 1990 hielt Karl-Heinz Hänel Vorträge zur Landes- und Kulturgeschichte Thüringens und bewarb sich beim neugegründeten Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur. Im Februar 1991 trat er sein Amt an und war bis Ende November 2012 Referatsleiter für Museen, Gedenkstätten, Bildende Kunst.


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Die Studiogäste des wöchentlichen Talks im MDR FIGARO-Studio. [mehr]


Angaben zur Sendung:

MDR FIGARO trifft ... Dr. Karl-Heinz Hänel
Kunsterzieher, von 1990 bis 2012 Referatsleiter für Museen, Gedenkstätten, Bildende Kunst im Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur, Ministerialrat, Weimar

Sendung:
Mi., 16.01.2013, 18:05-19:00 Uhr

Wiederholung:
Mi., 20.01.2013, 12:05-13:00 Uhr

Moderation: Thomas Bille
Redaktion: Angelika Zapf

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