Kunst & Architektur

Ausstellungen | MDR FIGARO : Der Kunstkalender im August

In Chemnitz werden "100 Sächsische Grafiken 2012" gezeigt. Der Kunstverein Leipzig veranstaltet passend zu den Olympischen Spielen die Ausstellung "LEISTUNG! - Kraft, Spiel und Zerstreuung". In der Willi-Sitte-Galerie Merseburg kann man Werke von Otto Möhwald bewundern. Die Schau zum diesjährigen Otto-Dix-Preis zeigt junge deutsche Gegenwartskunst. Das Fremdenhaus beim Schloss Georgium in Dessau präsentiert Berthold Herings Farbstudien. Und das Bauhaus Dessau lädt zu seinem 15. Farbfest. - MDR FIGARO-Kunstredakteurin Ulrike Thielmann hat für Sie die wichtigsten Ausstellungen in Mitteldeutschland ausgewählt.

2. Chemnitz Grafikbiennale - 100 Sächsische Grafiken 2012

Neue Sächsische Galerie Chemnitz
Vom 21. August bis 21. Oktober 2012

Seit Jahren nimmt die Höhe der Druckauflagen in der Grafik stetig ab. Ein bis fünf nummerierte Exemplare sind keine Seltenheit mehr. Es entstehen zunehmend unikate druckgrafische Werke. Auf der anderen Seite wenden sich jüngere Künstler in großer Zahl der Grafik zu und das auf einen Markt, der fast komplett zusammengebrochen ist und auf dem die Gelder für gedruckte Kunst immer weniger werden.

Vor diesem Hintergrund zeigt die 2. Chemnitzer Grafikbiennale 100 Werke von sächsischen Künstlern, die eine eigens gebildete Jury ausgewählt hat. Ein Wiedersehen mit vielen sächsischen Künstlern ist Programm, u. a. mit Arbeiten von Harald Alff, Wolfgang Böttcher, Hubertus Giebe, Christl Maria Göthner, Wolfgang Hartzsch, Reinhard Minkewitz, Rolf Münzner, Akos Novaky, Wolfgang Smy, Max Uhlig, Tim von Veh.

Ausstellungen | MDR FIGARO : Der Kunstkalender im August 2012

 Der Otto-Dix-Preisträger Jan Brokof (l.) mit Monika Stricker und Robert Barta. Sie gehören zu den vier, für den Preis nominierten,  Künstlern, deren Werke ebenfalls bis 23. September in der Ausstellung "Otto-Dix-Preis 2012. Junge deutsche Gegenwartskunst" in der Geraer Kunstsammlung zu sehen sind.


LEISTUNG! - Kraft, Spiel und Zerstreuung

Kunstverein Leipzig
Bis zum 12. August 2012

Kanuten - Malerei von Annedore Dietze

Städtische Galerie Dresden
Vom 31. August bis zum 11. November 2012

Noch bis zum 12. August flackert in London das olympische Feuer. Da fühlt sich manche Kunstinstitution berufen, die Beziehungen zwischen Sport und Kunst zu untersuchen, die enger sind, als mancher ahnt. Natürlich muss in einer Sonderschau des Leipziger Kunstvereins auch die Leipziger Olympiabewerbung künstlerisch verarbeitet werden, während die Städtische Galerie Dresden in überlebensgroßen Bildformaten dem Bewegungsdrang sportgestählter Körper frönt. Die Künstlerin Annedore Dietze hat Kanuten bei Training und Wettkampf zugeschaut und gestochen scharfe Sportfotografien malerisch verfremdet.

In der Leipziger Ausstellung hinterfragt Luise Schröder, per Foto-Dokumentation, die Fankultur eines ostdeutschen Fußballvereins, Heribert C. Ottersbach, per Zeichnung, die vielgepriesene identitätsstiftende Wirkung des Massensports. Und natürlich werden auch Aufkleber des Anti-Olympischen-Komitees Leipzig, aus der Sammlung des Sportmuseums Leipzig, in diese Sonderschau eingebunden.


Otto Möhwald, Halle, "Malerei"

Willi-Sitte-Galerie Merseburg
Vom 16. August bis zum 15. Oktober 2012

Der Maler Otto Möhwald ist so eine Art Zehnkämpfer für die Hallesche Malschule oder Maltradition. Zu DDR-Zeiten war er da mit seinem Halleschen Kollegen Willi Sitte, gelinde gesagt, nicht ganz einer Meinung, nach der Wende wurde Otto Möhwald zum Malprofessor an die Kunsthochschule in Halle berufen und konnte dort anknüpfen, wo die Hallesche Malschule in den 50er-, 60er-Jahren abbrach.

Nun zeigt die Willi-Sitte-Galerie in Merseburg gar Otto Möhwalds Bilder, ein Zeichen, das noch gedeutet werden muss. Zuvor aber gilt es - anschauen! Gezeigt werden Otto Möhwalds Stadtlandschaften, Stillleben und Akte. Der Maler kann in Halle ganze Straßenzüge beschreiben. Die Stadt ist sein wichtigstes Motiv. Deshalb signiert der Künstler wohl auch mit Otto Möhwald, Halle. Otto Möhwalds Bilder scheinen Hektik und Geräusche zu verbannen. Der Welt entrückt zu sein, aus einer gewissen Romantik heraus Distanz zu wahren - dem kann man in Möhwalds Bildern nachspüren.


"Otto-Dix-Preis 2012. Junge deutsche Gegenwartskunst"

Kunstsammlung Gera/Orangerie
Bis 23. September 2012

Der Künstler Jan Brokof, 1977 in Schwedt geboren, später an der Dresdener Kunsthochschule Meisterschüler bei Ralf Kerbach, gehört noch zur jüngeren Künstlergeneration und wurde doch schon mit vielen Kunstpreisen geehrt. Erhielt er 2005 etwa den Marion-Ermer-Preis, ehrt ihn 2012 die Stadt Gera mit dem renommierten Otto-Dix-Preis. Mit 20.000 Euro Preisgeld zählt diese Auszeichnung zu den höchstdotierten im Land.

Die Arbeiten von Jan Brokof haben meist einen gesellschaftskritischen Impetus. Bekannt wurde er mit einem Nachbau seines Jugendzimmers in Schwedt, einer per Holzschnitt und Rauhfaserdruck auf Wände komponierten Raumillusion. In der Geraer Schau thematisiert Brokof in einer Arbeit "Ostern-Western" die immer noch bestehenden Unterschiede im Land oder aber geißelt in seiner Collage "Schlaraffenland" den neuen deutschen Spaßpatriotismus, der - Zitat Brokof - "ihm Angst macht". 116 Arbeiten umfasst diese Sonderschau zu junger deutscher Gegenwartskunst, die Arbeiten des Dix-Preisträgers Jan Brokof zeigt, außerdem Werke von vier weiteren für den Preis nominierten Künstlern.


Berthold Hering - Farben der Jahreszeiten im Georgengarten

Anhaltische Gemäldegalerie Dessau, Fremdenhaus Schloss Georgium
Vom 11. August bis zum 2. März 2013

Ausstellungen in Galerie und Garten sowie das Farbfest mit Farbfestnacht lohnen im August Ausflüge nach Dessau. Da gibt es zum einen den Georgengarten der seit Beginn des Jahres wegen Sanierung geschlossen Anhaltischen Gemäldegalerie. In ihm wird der Künstler Bertolt Hering die Farben der Landschaft in ihrem jahreszeitlichen Wandel erforschen. Aus seinen Farbstudien lässt Hering jahreszeitliche Farbbestände und Farbfelder entstehen, die er im Fremdenhaus beim Schloss Georgium präsentieren wird und zur Eröffnung, am 11. August, 15 Uhr, dem Neugierigen auch gern erklärt.


15. Farbfest am Bauhaus

Bauhaus Dessau
Freitag, 31. August und Samstag, 1. September 2012

Eine moderne Sinfonie aus Licht, Klang und Raum soll das diesjährige Farbfest am Bauhaus werden. Positionen und Visionen von Bauhäuslern werden dem Besucher dabei wieder in Erinnerung gerufen, Johannes Ittens musikalische Farblehre etwa oder auch Paul Klees visuelle Polyphonien. Mitmachen ist beim Farbfest unbedingt erwünscht, ganz in der Bauhaus-Tradition sollen die Gäste Akteure sein und sind aufgerufen, sich Kostümierungen auszudenken und diese auch zu tragen oder wenigstens Leucht-Objekte zum Fest mitzubringen.

Zuletzt aktualisiert: 02. August 2012, 19:04 Uhr

© 2013 MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK