Kunst & Architektur

Serie | MDR FIGARO | 27.-31.08.2012 | Zum Nachhören : 1.000 Jahre Kaisertum - Frauen im Spiegel der Macht

MDR FIGARO widmet sich der 1.000-jährigen Geschichte der Kaiserinnen. Im Zuge der Landesausstellung "Otto der Große und das römische Reich" hat Landeskorrespondentin Sandra Meyer den Blick auf die Frauen der Herrscher gerichtet: Auf Livia, die Gattin von Augustus, die als erste römische Kaiserin eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der Antike war. Auf Helena, die Mutter von Konstantin dem Großen, die heilig gesprochen wurde. Auf Theodora, die Geliebte Justinians, die vom Zirkus zur Kaiserin aufstieg. Auf die vielen Ehefrauen und Konkubinen Karls des Großen, von denen es keine zur Kaiserin schaffte. Und schließlich auf Editha, Adelheid und Theophanu, die starken Frauen um Otto den Großen.

27.08.2012 | Eine Hochzeit als Staatsstreich - Livia, die Gattin von Augustus, wird erste Kaiserin der römischen Antike

Das heutige Wort Kaiser geht auf den römischen Staatsmann Gaius Julius Cäsar zurück. Seinem Großneffen und Adoptivsohn Octavian gelang es, die Alleinherrschaft im Römischen Reich dauerhaft zu etablieren. Vom römischen Senat erhielt dieser zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Ehrennamen "Augustus" (der Erhabene), unter dem er heute bekannt ist. Augustus war es auch, der sich als erster in verschiedenen Rollen und Funktionen vom Feldherrn bis zum oberen Priester darstellte und damit das umfassende Bild kaiserlicher Aufgaben prägte. Und wie Augustus, so auch Livia. Denn erst durch die Heirat mit ihr konnte sich Augustus als Alleinherrscher gerieren. Livia ermöglichte seine Machtposition und schließlich auch den Machterhalt. Denn als Idealfigur in der Öffentlichkeit etabliert, setzte sie in den ihr zugewiesenen Rollen Standards und prägte damit entscheidend die Geschichte des Kaisertums.

28.08.2012 | Vom heiligen Kreuz und Kirchenbauten - Helena, die Mutter Konstantins, wird erste christliche Kaiserin

Im Osten des römischen Reiches entstand unter Konstantin dem Großen im vierten Jahrhundert mit der nach ihm benannten Stadt Konstantinopel ein neues Machtzentrum. Der Kaiser, der der Christenverfolgung ein Ende setzte und den christlichen Glauben förderte, legte für das gesamte Römische Reich das Fundament für ein neues christlich geprägtes Kaisertum. Zunehmend sahen sich die christlichen Kaiser als Stellvertreter Gottes  auf Erden. Und auch hier spielte eine Frau eine ganz entscheidene Rolle: Helena, die Mutter Konstantins, erstarkte an seiner Seite, wurde von ihm zur Augusta erhoben und später sogar durch den Papst heilig gesprochen.

29.08.2012 | Vom Zirkus auf den Kaiserthron - Theodora, die Geliebte Justinians, wird byzantinische Kaiserin

Nach Ende des weströmischen Kaisertums beanspruchen die oströmischen Kaiser von Konstantinopel aus die Oberhoheit über das gesamte römische Imperium. Justinian, ab 565 römischer Kaiser, konnte zwar weite Teile des alten Imperium Romanum wiedergewinnen. Doch war sein Erfolg nicht von langer Dauer. Ab dem siebenten Jahrhundert ging aus dem spätrömischen Ostreich das griechisch geprägte Byzantinische Reich hervor.

30.08.2012 | Mächtig durch die Söhne - die vielen, aber unbedeutenden Frauen um Karl den Großen

Karl der Große (747-814), seit 768 König des Fränkischen Reiches, wurde im Jahr 800 durch den Papst zum Römischer Kaiser gekrönt. Dies schuf die Grundlage für das mittelalterliche Kaisertum des Heiligen Römischen Reiches.

Karl und seine Nachfolger versammelten die bedeutendsten Gelehrten und Dichter ihrer Zeit und förderten die Künste und Wissenschaften. Frauen spielten allerdings eine nebensächliche Rolle.

31.08.2012 | Macht und Kulturaustausch - Editha, Adelheid und Theophanu, die starken Frauen um Otto den Großen

Als Otto der Große im Jahr 929 seine erste Ehefrau Editha, eine englische Prinzessin, heiratete, bekam die Braut Magdeburg als Morgengabe. Seitdem förderten beide die Stadt und machten sie zur Kaiserpfalz. Magdeburg entwickelte sich zu einer blühenden Metropole um den mächtigen Dom, den Otto mit antikem römischen Marmor ausstattete. Durch die Hochzeit mit Adelheid von Burgund, der Witwe König Lothars von Italien, hatte Otto das Königreich Italien für sich gewinnen können. Er wurde 962 vom Papst  Johannes XII. gekrönt. Fortan blieb das Kaisertum des Westens mit dem Königtum dieses Reiches nördlich der Alpen verbunden. Wie Karl der Große sah auch Otto I. in seiner Herrschaft die Fortführung der römischen Kaisertums der Antike. Mit der Hochzeit seines Sohnes Otto II. mit Theophanu im Jahre 972 gelang Otto I. die Anerkennung des ottonischen Kaisertums durch Byzanz.

Zuletzt aktualisiert: 30. November 2012, 13:29 Uhr

Landesausstellung Sachsen-Anhalt 2012

Kulturhistorisches Museum Magdeburg
Otto-von-Guericke-Straße 68-73
39104 Magdeburg
Telefon: 03 91-5 35 48-0

Öffnungszeiten:
27.08.-09.12.2012
täglich 10:00 - 18:00 Uhr

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