MDR FIGARO

Werkstattbericht | MDR FIGARO

"In 80 Tagen um die Welt" - Wie ein Hörspiel entsteht

Erleben Sie Schritt für Schritt mit, wie sich aus Manuskriptseiten und Notenblättern eindrucksvolle Hörspielszenen entwickeln. Die Notizen fertigte der Regieassistent Matthias Seymer an.

Im Wettlauf mit der Zeit

Weniger als drei Monate billigte Jules Verne seinen Romanhelden zu, die gesamte Erde zu umrunden. Wenn das Team der zweiteiligen Hörspielproduktion von MDR FIGARO am Ende alle Arbeitstage aneinanderreiht, die es mit Jules Vernes Figuren verbracht hat – dann wird das Ergebnis diese 80 Tage wohl nur knapp unterschreiten.

Allein die Bearbeitung des Romans, also die Entwicklung der Dialoge und Hörspielszenen, ist nicht in zwei Wochen getan. Und noch bevor das erste Wort im Studio aufgenommen wird, haben Regisseur und Dramaturg weiter am Manuskript gearbeitet und es mit kleineren Korrekturen und Erweiterungen für die konkrete Inszenierung vorbereitet. Alsdann startet der "Kampf um die Stimmen".

Vorbereitung: Vom Manuskript zur Idealbesetzung

Mit einem neuen Manuskript kommt die Produktionsmaschinerie in Bewegung: Was jetzt zählt sind viel Geduld, gute Kontakte und ein flexibler Zeitplan.

Kompliziert ist auch die Koordination der vielen Beteiligten. Nicht jeder Sprecher kann am gleichen Tag vor dem Mikrofon stehen, wie sein Kollege. Doch am Schluss steht der Zeitplan und die Produktion kommt in Fahrt.

Vorbereitung: Im Studio

Wenn die Besetzung komplett ist, muss die Produktion technisch vorbereitet werden. Bei einer Dolby Surround 5.1-Produktion heißt das: zwei Abhörräume, einer für das gewohnte Stereobild, einer für den Raumklang.

Auch an viele andere vermeintliche Kleinigkeiten muss jetzt gedacht werden. Rollt die Produktion erst einmal, dann darf sie nichts mehr aufhalten.

Wortaufnahmen: Der erzählende Butler

Peter Fricke spricht den Butler mit dem fast schon zur Berufsbezeichnung gewordenen Namen "James". Zwei Tage benötigt der Profi für seinen Text.

Im Audio können Sie nun einen ersten Eindruck vom Hörspiel gewinnen. Mit warmer Sprecherstimme verleiht Peter Fricke dem Diener eine Hörspiel-Seele.

Boris Aljinovic vertrieb sich in den Drehpausen die Zeit mit Comiczeichnungen

Wortaufnahmen: Szenen der Welt: Können Sie Chinesisch?

Für das Hörspiel musste Aouda-Darstellerin Effi Rabsilber einige Sätze in Chinesisch sprechen. Dabei wurde sie von Yu Fang unterstützt, der auch in der Rolle des Seemanns in Hongkong zu hören ist. Seine Muttersprache ist Chinesisch. Sie können das korrekte Chinesisch von Miss Aouda übrigens an Ihrem Computer kontrollieren. Wir haben eine Audioprobe bereit gestellt.

Außerdem ist eine Skizze zur Hörspielproduktion aus der Hand von Boris Aljinovic zu sehen. Der wollte eigentlich Comiczeichner werden, bevor es ihn vor die Kamera brachte.

Wortaufnahmen: Szenen im Club - Was ist eigentlich "Whist"?

Erstmals können Sie einen direkten Video-Einblick in die Produktion des Hörspieles "In 80 Tagen um die Welt" erhalten. Um jeden Satz wird gerungen. Am Ende soll schließlich kein Schmatzer oder Patzer den Genuss der spannenden Abenteuer schmälern.

Außerdem wird geklärt, was es mit dem von Phileas Fogg so geliebten Whistspiel auf sich hat...

Wortaufnahmen: Stimmen aus aller Welt

Phileas Fogg, Passepartout und die anderen Weltenbummler waren natürlich nicht allei auf ihrer langen Reise. So manches Abenteuer mussten sie inmitten von Menschenmassen bestehen.

So heizten ihnen die Indianer kräftig ein, bevor die Weltreisenden in letzter Minute gerettet wurden. Doch woher nimmt man diese Indianerhorden? Richtig, die Mitarbeiter von MDR FIGARO gaben ihr Bestes um Wild-Weststimmung aufkommen zu lassen. Ihr vereintes Indianergeheul gab dem Hörspiel die richtige Note.

Dirigent Oliver Pohl

Zusammenfügen: Hörspielmusik

Ein Hörspiel lebt auch von der passenden Musik. Für Jules Vernes' Weltreise spielte das Deutsche Filmorchester Babelsberg mit dem Dirigenten Oliver Pohl die atmosphärische Hörspielmusik ein. Komponiert hat sie Rudolf Schmücker, der schon vielen Hörspielen die richtigen Töne beigebracht hat.

Ein besonderer Genuss wird die Orchesteraufnahme durch den 5.1 Surroundklang. Denn der beste Platz zum Hören von Orchestermusik ist der des Dirigenten. Und genau dort stehen Sie, wenn Sie die Hörspielmusik hören!

Apropos: Hier können Sie einen ersten akustischen Eindruck der Musik von "In 80 Tagen um die Welt" gewinnen:

Zusammenfügen: Schnitt der Wortaufnahmen

Zum Schluss müssen alle Ingredenzien eines Hörspiels zusammen gefügt werden. Jetzt wird es spannend! Passt die Musik zur Seefahrtszene? Sollte der Wind stärker blasen?

Anhand von fünf Audiobeispielen können Sie mit erleben, wie der Ton die Musik macht, der Sound die Stimmung und der Sturm wohlige Schauer hervor ruft.

Das Hörspiel ist jetzt komplett!

Zuletzt aktualisiert: 04. Dezember 2008, 14:46 Uhr

 

 
 
 
 
 
 

© 2010 MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK