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Hörspiel "In 80 Tagen um die Welt" | MDR FIGARO

Peter Groeger in der Rolle von Detective Fix

Schauspieler, Synchronsprecher, Regisseur

Kann es eine Verbindung zwischen einem Fernseh-Werbespot für eine Tankstelle, der Vorabendserie "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" und der preisgekrönten Hörbuchfassung der Tagebücher des Viktor Klemperer geben?

Es gibt sie und zwar in Gestalt eines ca. 1,70 m großen, grauhaarigen Herrn namens Peter Groeger, der mal als Schauspieler und Sprecher und mal als Regisseur in Erscheinung tritt. Die meiste Zeit seines Lebens aber hat er damit verbracht, Hörspiele in Szene zu setzen.

Peter Groeger ist Jahrgang 1933 und im anhaltischen Gröbzig nahe Köthen aufgewachsen, wo seine Mutter ein kleines Textilgeschäft unterhielt. Nach dem Abitur verließ der junge Groeger seine Heimat und ging zum Schauspielstudium nach Berlin. Es folgten Engagements am "Theater der Freundschaft" in Ost-Berlin, welches ausschließlich für Kinder und Jugendliche spielte, an den Theatern Gera und Brandenburg.

Ein Regiestuhl in Moskau - Zeit um Neues auszuprobieren

Irgendwann aber wollte Groeger etwas Neues ausprobieren. Er ging zu Wolfgang Langhoff ans Deutsche Theater Berlin und bot sich ihm als Regieassistent an. Langhoff willigte ein, und gemeinsam inszenierten sie u.a. Lessings "Minna von Barnhelm" – eine Inszenierung, die Theatergeschichte geschrieben hat, weil sie einen neuen Blick auf Klassiker bot. Langhoff war es dann auch, der Groeger für ein Regiestudium an der Theaterhochschule in Moskau vorschlug. Groeger zögerte anfangs, entschied sich dann aber doch dafür, nicht zuletzt, weil das Studium die Gelegenheit bot, zumindest zeitweise der zunehmenden Provinzialität der DDR zu entkommen.

Groeger wird einer der wichtigsten Hörspiel-Regisseure

In der Hoffnung auf eine erste eigene Inszenierung am Deutschen Theater kehrte er Anfang der 60er Jahre nach Berlin zurück. Groeger wurde jedoch enttäuscht, zumindest was das Deutsche Theater betraf. Statt einer Bühneninszenierung bot sich ihm jedoch die Gelegenheit, erstmals bei einem Hörspiel Regie zu führen.

Groeger, der zur damaligen Zeit schon mehrfach als Sprecher in Hörspielen – vornehmlich Kinderhörspielen – mitgewirkt hatte, nahm das Angebot an. Seitdem hat er über 460 Hörspiele inszeniert, darunter "Der gute Gott von Manhattan" von Ingeborg Bachmann, Christoph Heins "Randow" und August Strindbergs "Traumspiel" – allesamt Klangerlebnisse, die mehr als deutlich Groegers Handschrift als die eines Theatermenschen erkennen lassen. Seine Inszenierung der Tagebücher des Victor Klemperers ("Zeugnis ablegen"; Hörbuch des Jahres 1997) wurde mit dem Preis der deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet. Spätestens seitdem ist klar: Peter Groeger zählt zu den herausragendsten ostdeutschen Hörspiel-Regisseuren.

Dem Mimenspiel treu - vor der Kamera und auf der Bühne

Der Schauspielerei ist Groeger trotz allem treu geblieben, nicht nur auf der Bühne: mehrfach hat er für die DEFA, den DFF und in den 90er Jahren – mal als Opfer, mal als Täter – für den "Polizeiruf 110" vor der Kamera gestanden. Oder er hat Kollegen im Synchronstudio seine Stimme geliehen ("Catch me if you can", "Fluch der Karibik" u.a.). Apropos Synchronstudio: zu den Höhepunkten von Groegers Karriere zählt auch die DDR-Fassung des amerikanischen Streifens "Cabaret" (1972, Regie: Bob Fosse), bei der Groeger Synchron-Regie geführt hat und die ausnahmsweise besser ist als ihr westdeutsches Pendant.

PS: Gute Zeiten, schlechte Zeiten

Peter Groeger übernahm 1996 eine Gastrolle in der Endlossoap.

Zuletzt aktualisiert: 04. Dezember 2008, 14:26 Uhr

 

 
 
 
 
 
 

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