Essay

Essay | Ursendung | MDR FIGARO | 20.05.2013 | 19:05 Uhr : Mein lieber Schwan - Wagner-Parodien

Ein Essay von Michael Schulte

Schon zu Lebzeiten entstanden Parodien zum Werk Richard Wagners. Seine charakteristischen Orchestereinlagen eigneten sich geradezu perfekt zum Auf-die-Schippe-nehmen. Aber auch mit Wagners Libretti und Opernhandlungen hatten die Spötter kein Erbarmen.

Seine Kollegen hat Richard Wagner regelrecht herausgefordert. Und über keinen anderen Komponisten sind zu Lebzeiten und auch später mehr Karikaturen und Parodien erschienen. Nicht nur seine Musik wurde Opfer der Spötter, sondern auch seine selbst geschriebenen Libretti. Sowohl mit musikalischen Beispielen als auch mit Kostproben der Parodisten der schreibenden Zunft führt Michael Schulte in die Welt der Wagner-Parodien ein.

Es gab Zeitgenossen, die hatten ihre ganz eigene Sicht auf das Werk Richard Wagners. So komponierte zum Beispiel der jüdische Chorleiter und Komponist, Siegfried Ochs (1858 - 1929), eine köstliche Parodie. Er verschmolz dabei ein bekanntes Wagner-Werk mit dem Volkslied "Kommt ein Vogel geflogen".

Die Ochssche Parodie ist nur ein Beispiel aus Michael Schultes illustrer, kenntnisreich kommentierter Auswahl. Da gibt es auch noch einen Paul Gisbert alias Paul Pniower, der das "Rheingold" auf die Spitze treibt. Paul Hindemith bindet dem "Fliegenden Holländer" einen Bären auf. Loriot foppt den "Ring". Johann Nestroy nimmt den "Tannhäuser" auf den Arm und ein gewisser Oscar Straus veralbert die wohl bekanntesten, wackeren Sagenhelden mit der Operette "Die lustigen Nibelungen":

"Bei einer Aufführung in Graz sorgten 1906 grölende Burschenschafter dafür, dass die Vorstellung abgebrochen wurde. Es gehörte sich einfach nicht, dass Siegfried, in der Operette nicht gerade eine Leuchte, als Schaumweinfabrikant vorgestellt wurde."

Zitat aus dem Essay "Mein lieber Schwan" von Michael Schulte

Zuletzt aktualisiert: 17. Mai 2013, 18:27 Uhr

Angaben zur Sendung

"Mein lieber Schwan - Wagner-Parodien"

Essay von Michael Schulte

MDR FIGARO | 22.05.2013 | 19:05 Uhr

Ursendung

Redaktion: Katrin Wenzel
Produktion: Mitteldeutscher Rundfunk 2013

Sie können das Essay ab dem Sendungstag hier bis zum 27. Mai 2013 nachhören.

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