Buchtipps : Literatur über die Sorben und die Domowina
Hier finden Sie eine redaktionelle Auswahl von Büchern über die ältere und jüngere Geschichte der Sorben, ihre Kultur und ihre Bräuche. Sachbücher, aber auch Bildbände und Belletristik.
Auf dieser Seite:
- Peter Kunze: Kurze Geschichte der Sorben. Ein kulturhistorischer Überblick
- Zwischen Zwang und Beistand. Deutsche Politik gegenüber den Sorben
- Ludwig Elle: Sorbische Interessenvertretung in Vergangenheit und Gegenwart
- Ludwig Elle: Die Domowina in der DDR
- Annett Bresan: Pawoł Nedo 1908–1984. Ein biografischer Beitrag zur sorbischen Geschichte
- Jürgen Matschie, Hanka Fascyna: Sorbische Bräuche
- Jürgen Matschie: Doma. Fotografien aus der Lausitz
- Jürgen Matschie: Brunica – Leben mit der Kohle
- Jurij Koch: Jubel und Schmerz der Mandelkrähe
- Benedikt Dyrlich: Der Tiger im Pyjama / Tiger w nócnej košli
Peter Kunze: Kurze Geschichte der Sorben. Ein kulturhistorischer Überblick
Domowina-Verlag Bautzen
Gebunden, 80 Seiten, zahlreiche Abbildungen
ISBN 978-3-7420-1633-1
7,90 Euro
Die Sorben, auch Wenden genannt, können auf eine 1500-jährige wechselvolle Geschichte zurückblicken. Ursprünglich erstreckte sich ihr Siedlungsgebiet bis Berlin im Norden und bis zur Saale im Westen. Nach dem Verlust der politischen Selbstständigkeit im 10. Jahrhundert schrumpfte es infolge natürlicher Assimilation, einer forciert betriebenen Eindeutschungspolitik und durch zunehmende Industrialisierung mehr und mehr. Heute leben die 60 000 Angehörige der sorbischen Nationalität in der zum Freistaat Sachsen gehörenden Oberlausitz und in der zu Brandenburg gehörenden Niederlausitz. Mit diesem Büchlein vermittelt der Autor dem interessierten Leser viel Wissenswertes zur sorbischen Geschichte. Ein wichtiges Informationsmittel für alle, die mehr über die Sorben erfahren möchten. (Verlagstext)
Zwischen Zwang und Beistand. Deutsche Politik gegenüber den Sorben
Vom Wiener Kongress bis zur Gegenwart; Herausgegeben von Edmund Pech und Dietrich Scholze
Schriften des Sorbischen Instituts 37
Domowina-Verlag Bautzen 2003
Broschur, 351 Seiten
ISBN 978-3-7420-1962-7
22,90 Euro
Mit dem Sammelband werden der Öffentlichkeit die neuen Ergebnisse der sorbischen Geisteswissenschaft zur jüngeren Geschichte beider Lausitzen vorgelegt, denn seit der politischen Wende 1989/90 hat sich deren Forschungsstand beträchtlich erweitert. Die vierzehn Beiträge beleuchten Themenbereiche wie die staatliche Minderheitenpolitik in ihren widersprüchlichen Facetten, die sorbischen Bemühungen um politische Rechte oder die Rolle von Kultur und Religion bei der Bewahrung der nationalen Identität.
(Verlagstext)
Ludwig Elle: Sorbische Interessenvertretung in Vergangenheit und Gegenwart
Kleine Reihe des Sorbischen Instituts, Heft 16
Domowina-Verlag Bautzen 2012
Broschur, 71 Seiten, 11 Dokumente
ISBN 978-3-9813244-2-6
2,50 Euro
Seit Mitte des 19. Jahrhunderts ist das Bestreben um politische Partizipationsrechte und -möglichkeiten immanenter Bestandteil der sorbischen nationalen Bewegung. Sie umfassen die Besetzung von Mandaten im Sächsischen Landtag, die Gründung sorbischer politischer Parteien, die Formierung der Domowina zum Dachverband und Interessenvertreter der Sorben, hinzu kommen mehr oder weniger entschlossene Forderungen nach Autonomie- und Selbstverwaltungsrechten.
In dieser Publikation werden entsprechende historische Entwicklungen bis zur Gegenwart beschrieben. Des Weiteren wird auf die seit einigen Jahren geführten Diskussionen um die Schaffung öffentlich-rechtlicher Vertretungsstrukturen für die Lausitzer Sorben eingegangen. In einem weiteren Abschnitt werden grundsätzliche Aspekte der Vertretung von Minderheiteninteressen aus vergleichender Sicht behandelt und Fallbeispiele aus Österreich, Kroatien, Italien und Ungarn vorgestellt. Beigefügt ist eine Auswahl von Dokumenten über die Bestrebungen der Sorben um politische Partizipation. Die Veröffentlichung erscheint anlässlich des 100. Jahrestages der Gründung der Domowina.
(Verlagstext)
Ludwig Elle: Die Domowina in der DDR
Aufbau und Funktionsweise einer Minderheitenorganisation im staatlich-administrativen Sozialismus
Schriften des Sorbischen Instituts 51
Domowina-Verlag Bautzen 2010
Broschur, 255 Seiten
ISBN 978-3-7420-2176-2
24,90 Euro
Im Buch wird beschrieben, wie die Domowina unter doppeltem Legimitationszwang, als "sozialistische" und zugleich "nationale" Organisation versuchte, im Rahmen des gesellschaftlichen Systems sorbische kulturelle und sprachliche Interessen zu formulieren und zu vertreten. In schulpolitischen Fragen in Widerspruch mit der Partei-Führung geraten, führte dies 1964 zu personellen Konsequenzen in der Leitung der Domowina. Seit Mitte der 70er-Jahre rückte die Erhaltung und Pflege der sorbischen Sprache in den Mittelpunkt, ihre Tätigkeit an der Mitgliederbasis war über weite Strecken vorwiegend von kulturellen Aktivitäten gekennzeichnet. Dies wurde seitens der SED genauso mit Misstrauen beobachtet, wie die Dialoge mit sorbischen Vertretern beider Kirchen in den ausgehenden 80er-Jahren.
Der Autor gibt mit seinem Buch einen tiefen Einblick in den organisatorischen Aufbau und die Tätigkeiten der leitenden Organe der Domowina zur Zeit der DDR. Im Mittelpunkt seiner Betrachtung stehen dabei die Beziehungen und Abhängigkeiten von der SED, von der sich die Domowina-Führung auch in der Wende-Zeit 1989 nicht zu lösen vermochte. Zahlreiche Analysen zur ethnischen und sozialen Struktur, der quantitative Entwicklung der Mitgliedschaft sowie Beispiele der Arbeit auf regionaler und lokaler Ebene dokumentieren die oft spannungsgeladene Geschichte der Domowina in dieser Epoche.
(Verlagstext)
Annett Bresan: Pawoł Nedo 1908–1984. Ein biografischer Beitrag zur sorbischen Geschichte
Schriften des Sorbischen Instituts 32
Domowina-Verlag Bautzen 2002
Broschur, 351 Seiten
ISBN 978-3-7420-1913-9
22,90 Euro
Eine umfassende biografische Aufarbeitung des Lebens und Wirkens von Pawoł Nedo. Insgesamt zehn Jahre stand Nedo an der Spitze der Domowina, des Dachverbands sorbischer Vereine, und zwar in den entscheidenden Jahren der nationalsozialistischen Diktatur von 1933 bis 1937 sowie unter der sowjetischen Besatzungsmacht nach dem 2. Weltkrieg. Damals nutzten die Sorben die Chance, unter schwierigen Nachkriegsbedingungen ein neues Kulturleben aufzubauen. Die Domowina wurde bald zu einer sozialistischen Organisation umgestaltet. Weshalb aber verließ Nedo 1950 überraschend die Lausitz und begann eine wissenschaftliche Karriere als Volkskundler? Auf diese und viele weitere, bis heute ungeklärte Fragen gibt die Autorin Antwort.
(Verlagstext)
Jürgen Matschie, Hanka Fascyna: Sorbische Bräuche
Bearbeitung Ch. Kliemowa
Domowina-Verlag Bautzen 2006
3., überarbeitete Auflage
Sondereinband, 82 Seiten
ISBN 978-3-7420-1686-5
9,90 Euro
Ob Vogelhochzeit oder das Verzieren von Ostereiern, ob Hexenbrennen, Maibaumwerfen oder Johannisreiten – Hanka Fascyna beschreibt kurz und informativ die einzelnen sorbischen Bräuche im Verlauf des Jahres. Auf den zahlreichen, für diese Ausgabe komplett neu angefertigten Farbaufnahmen von Jürgen Matschie kann der Leser alles hautnah miterleben und die festlichen Volkstrachten bewundern, die zu diesen Anlässen getragen werden.
(Verlagstext)
Jürgen Matschie: Doma. Fotografien aus der Lausitz
Mit einem Essay von Róža Domašcyna
Domowina-Verlag Bautzen 1994
Broschur, 135 Seiten, 100 Schwarz-weiß-Fotografien
ISBN 978-3-7420-1609-6
7,90 Euro
"Doma" – "zu Hause" in den Dörfern der Lausitz in den 1980er und Anfang der 90er Jahre: die Arbeit im Stall, auf dem Feld, in der Braunkohle, Familien- und Dorffeste. Die zurückhaltend-eindringlichen Schwarzweißfotos erheben das Alltägliche zu etwas Besonderem und dokumentieren zugleich, wie sehr sich das Leben und die Menschen inzwischen verändert haben. Die subtile Wirkung der Bilder unterstreicht ein Essay von Róža Domašcyna in obersorbischer und deutscher Sprache.
(Verlagstext)
Jürgen Matschie: Brunica – Leben mit der Kohle
Textauswahl: Měrana Cušcyna
Domowina-Verlag Bautzen 2011
Hardcover, 216 Seiten, Schwarz-weiß-Fotografien
Sprachen: obersorbisch, niedersorbisch, deutsch
ISBN 978-3-7420-2202-8
24,90 Euro
"Ein riesiges, tiefes Loch, eher ein Einschnitt. Die Menschen und Züge da unten wie Spielzeug … Noch nach Jahrzehnten kann ich mich ganz genau an das unheimliche Gefühl erinnern, das mich als neunjährigen Jungen beim Blick vom Grubenrand in die tiefe Kohlegrube beschlich". Mehr als 25 Jahre hat sich Jürgen Matschie dem Thema Braunkohle gewidmet, die vom Kohleabbau betroffenen Gegenden in der Lausitz fotografiert und die radikale Umgestaltung eines ganzen Landstrichs begleitet. Er hat den Alltag und die Feste der Menschen am Grubenrand, die Devastierung der Orte, den technischen Abbau und die Weiterverarbeitung der Braunkohle sowie die rekultivierten Flächen in eindrucksvollen Fotos festgehalten, die erstmals in solch breitem Spektrum veröffentlicht werden. Begleitet werden die Bilder von literarischen Texten u. a. von Volker Braun, Róža Domašcyna, Jurij Koch und Kito Lorenc.
(Verlagstext)
Jurij Koch: Jubel und Schmerz der Mandelkrähe
Ein Report aus der sorbischen Lausitz
Fotos Thomas Kläber
Domowina-Verlag Bautzen 1992
Hardcover, 140 Seiten, Fotos
ISBN 978-3-7420-0744-5
5,90 Euro
Noch kann die Lausitz auf Gegenden paradiesischer Natur verweisen. Noch hört man in einigen Dörfern die Kinder sorbisch sprechen. Noch kehrt in jedem Frühjahr das einzige Paar der Mandelkrähen in sein westliches Brutgebiet zurück ... Sensibel nähert sich der Autor einem für die Sorben stets existentiellen Thema, das aber gerade in jüngster Zeit verstärkt an Aktualität gewinnt.
(Verlagstext)
Benedikt Dyrlich: Der Tiger im Pyjama / Tiger w nócnej košli
Liebe lyrisch und prosaisch / Lubosć lyriska a prozaiska, Titelillustration Georg Baselitz
Obersorbisch und deutsch
Domowina-Verlag Bautzen 2012
Hardcover, 172 Seiten
ISBN 978-3-7420-2244-8
16,90 Euro
Seit Jahrzehnten dichtet Benedikt Dyrlich in zwei Sprachen: “Ich versuche, das Gedicht von einem Ufer auf ein anderes herüberzutragen. Die Ufer gleichen sich nicht. Dazwischen liegt ein Strom, der treibt. Man kann nicht übersetzen: einfach mit dem Kahn herüberfahren.” Wer beide Ufer entdecken will, kann es in vorliegendem Buch tun. Nach sechs sorbischen Gedichtbänden und drei deutschen ist hier Dyrlichs Liebeslyrik parallel in einer sorbischen und in einer deutschen Version veröffentlicht. Virtuos und punktgenau bewegt sich der Poet in zwei Sprachwelten und spielt hintersinnig mit der Vielfalt der Liebe. Unüberhörbar ist der Ruf nach Überschreitung, mal übermütig und lustbetont, dann wieder elegisch und mit einem kräftigen Schuss Ironie.
(Verlagstext)
