Hörspiel & Feature

Feature | MDR FIGARO | 28.05.2012 | 16:05 Uhr : Und siehst den Wald vor Buchen nicht

Das Weltnaturerbe: Deutsche Buchenwälder

Der der wahre Herrscher unter den Bäumen ist nicht die Eiche, sondern die Buche. Sie kann mehrere hundert Jahre alt werden und gilt auch als "Mutter des Waldes". Hartmut Schade stellt zwei unterschiedliche Buchenwälder vor.

MDR FIGARO

Und siehst den Wald vor Buchen nicht

Der wahre Herrscher unter den Bäumen ist die Buche. Sie kann mehrere hundert Jahre alt werden und gilt auch als "Mutter des Waldes". Hartmut Schade stellt zwei Buchenwälder vor.

28.05.2012, 16:05 Uhr | 81:18 min

Die Buche ist nicht nur in ganz Mitteleuropa verbreitet - unter natürlichen Bedingungen wäre der größte Teil Deutschlands mit Buchen- oder zumindest Buchen-Mischwäldern bedeckt! Inzwischen hat die Buche in Deutschland einen Anteil von etwa 14 Prozent an der Gesamtwaldfläche von 10,8 Millionen Hektar. Insgesamt gibt es bis zu 14 verschiedene Arten und eine Buche kann über 400 Jahre alt werden, das heißt, wenn der Mensch sie lässt.

Die Buche an sich

Wer denkt bei dem Wort Buche nicht auch an das frische, zarte erste Grün der Blätter in der Frühlingszeit oder an das angenehme schattenspendende Blattdach des Baumes im Hochsommer. Auf dem Waldboden unter ihm findet kein anderer Jungtrieb als der eigene genug Sonne um emporzukommen. Und so erscheint die Buche, die den Menschen seit der letzten Eiszeit begleitet, als evolutionäres Erfolgsmodell. Obwohl sie einst zu der häufigsten Baumart in Deutschland gehörte, ist ihr Bestand inzwischen auf mehr als ein Fünftel zurückgegangen. Und doch prägt das Bild von einem Buchenwald mit seinem Geruch nach modrigem Laub noch immer unsere Vorstellungen vom Wald.

Thüringens "Hohe Schrecke"

Das Feature entführt in zwei ganz verschiedene Buchenwälder - in die "Hohe Schrecke" und in den "Grumsiner Forst". Das sind Wälder, die aus dem öffentlichen Bewusstsein fast verschwunden sind. Die "Hohe Schrecke" zwischen Wiehe und Heldrungen gelegen, erstreckt sich von Thüringen bis in den Süden Sachsen-Anhalts.

Die 15.000 Hektar große "Hohe Schrecke" wurde über sieben Jahrzehnte militärisch genutzt und ist heute ein zerstörter, jedoch forstwirtschaftlich unberührter Wald. Für Naturschützer eine Herausforderung besonderer Art. Sie wagten einen Spagat: Die "Hohe Schrecke" zu schützen und gleichzeitig den einzigartigen Buchenwald für die regionale Entwicklung zu nutzen.

"Die 'Hohe Schrecke' ist damit zum Topgebiet avanciert in letzten Jahren!"

Andreas Weigel

Brandenburgs "Grumsiner Forst"

Im Norden Brandenburgs, eine Autostunde nordöstlich von Berlin entfernt, steht der "Grumsiner Forst". Er war schon Jagdgebiet Friedrich Wilhelms von Preußen und in der DDR das von Erich Mielke. Seit drei Jahrhunderten wurde hier kein Baum mehr gepflanzt. Wildwuchs pur hat sich hier breitgemacht, mit einer Pflanzen- und Tierwelt, die einzigartig ist. Auf 850 Hektar Fläche ist der Wald als Reservat ausgeschrieben, als Teil des UNESCO–Weltnaturerbes "Buchenurwälder in den Karpaten und alte Buchenwälder in Deutschland".

Hartmut Schade erzählt in seinem Feature nicht nur vom Leben in diesen uralten Wäldern und von Menschen, die diesen Wald zum Leben brauchen. Er zeigt auch, wie sich der Baum in der Kunst wiederspiegelt und erklärt, was Forscher mit dem Baum noch vorhaben.

Zuletzt aktualisiert: 24. Mai 2012, 14:13 Uhr

Angaben zur Sendung

"Und siehst den Wald vor Buchen nicht - Das Weltnaturerbe: Deutsche Buchenwälder"

Ein Feature von Hartmut Schade

Sprecher: Tatja Seibt, Ernst Jacobi, Axel Thielmann
Regie: Nikolai von Koslowski
Redaktion: Ulf Köhler
Produktion: MDR 2012

Dauer: 85 Minuten
Ursendung

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