MDR FIGARO

Posaunentag | MDR FIGARO | 30.05.-01.06.2008

Weltgrößtes Bläserfest in Leipzig

Mit ihrem gemeinsamen Abschluss-Gottesdienst im Leipziger Zentralstadion haben rund 16.000 Bläser beim Deutschen Evangelischen Posaunentag einen neuen Weltrekord aufgestellt. Das nach Angaben der Veranstalter "größte Bläsertreffen aller Zeiten" kommt auch ins Guinness-Buch der Rekorde. MDR FERNSEHEN und MDR.DE übertrugen live.

Der weltgrößte Posaunenchor spielte im ehemaligen Fußball-WM-Stadion Werke von Johann Sebastian Bach und Felix Mendelssohn Bartholdy sowie eigens für das Treffen komponierte Stücke. Die Predigt hielt der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland Bischof Wolfgang Huber. Rund 14.500 Zuschauer verfolgten den Abschlussgottesdienst des Deutschen Evangelischen Posaunentages, der am Wochenende mehr als 20.000 Posaunisten aus mehr als 2.000 Chören in die Bachstadt Leipzig gelockt hatte. Auf dem Programm der ersten bundesweiten Veranstaltung dieser Art standen ein Nachtkonzert auf dem Augustusplatz, Ausstellungen und spezielle Stadtrundgänge, Straßenmusiken sowie Konzerte in Leipziger Kirchen. In der Leipziger Innenstadt präsentierten sich alle 28 deutschen Posaunenwerke.

Luthers Übersetzungsfehler

Die Rolle der Posaune in der evangelischen Kirche ist im Grunde auf einen Übersetzungsfehler Martin Luthers zurückzuführen. Der verdeutschte das hebräische "Schofar", das Widderhorn, das zur Ehre Gottes geblasen wird, mit "Posaune". Ein produktives Missverständnis: Anstelle des Widderhorns wurde nun also die Posaune das biblische Instrument, das jetzt neben Trompeten, Hörnern und Tuben in Leipzig gefeiert wurde. Ihren Ursprung hat die evangelische Bewegung Mitte des 19. Jahrhunderts. Die Posaunenchöre dienten als "mobile Orgeln", weil die Kirchen nicht genügend Platz für alle Gläubigen boten. Die ersten Posaunentage veranstalteten Eduard und Johannes Kuhlo 1874 im westfälischen Herford.

Nachwuchsarbeit mit sozialer Funktion

Heute sind bundesweit 120.000 Bläser an Gemeinden gebunden, meist organisiert in Posaunenverbänden und -werken. Sie spielen im Gottesdienst, in Altersheimen und Krankenhäusern oder auf Stadtfesten. Prof. Ludwig Güttler, der selbst aus der evangelischen Posaunenarbeit kommt, gibt bis heute Laien Seminare in der sächsischen Posaunenmission. Für ihn hat diese ehrenamtliche Arbeit eine bedeutende soziale Funktion - für die Musizierenden und die Zuhörer. Dabei sei ihm die Arbeit mit dem Nachwuchs besonders wichtig, "denn nur aus einer Breite kann auch eine Spitze erwachsen", sagte Güttler im Gespräch mit MDR FIGARO.

Zuletzt aktualisiert: 02. Juni 2008, 14:56 Uhr

 

 
 
 
 
 
 

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