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FIGARO trifft ... | MDR FIGARO | 25.04.2009 | Zum Nachhören

"Hoffnung im Herzen" gegen Rassismus im Alltag

ManuEla Ritz, Kind deutsch-kenianischer Eltern, ist Antidiskriminierungs-Trainerin. In ihrer Autobiografie "Die Farbe meiner Haut" berichtet sie, wie man sich gegen alltäglichen Rassismus wehrt und aus der Opferrolle befreien kann. ManuEla Ritz war zu Gast im FIGARO-Studio und stellte im Gespräch mit Oliver Schwesig ihr Erfahrungsbuch vor.

Manuela Ritz
ManuEla Ritz

"Hoffnung im Herzen", das war der Wunschtitel für ihr erstes Buch. "Die Farbe meiner Haut" heißt es nun: die Autobiografie, die ManuEla Ritz im Auftrag des Herder-Verlages geschrieben hat. Dass dies eine schwierige Aufgabe wird, war ihr von Anfang an klar, doch sie ging durch die Höhen und Tiefen des Erinnerns und Schreibens. Sie erzählt darin von den beglückenden, aber auch schmerzhaften Erfahrungen. ManuEla Ritz macht deutlich, wie vielschichtig Rassismus im Alltag ist. "Geh dich waschen, du bist dreckig!" gehörte noch zu den harmloseren Beschimpfungen, denen sie in ihrer Kindheit und Jugend ausgesetzt war. Darüber, wie befreiend es ist, sich zu wehren, welche Erfahrungen sie als bundesweite Anti-Diskriminierungs- und Anti-Rassismus-Trainerin macht und die Freude am Schreiben und Formulieren, erzählte ManuEla Ritz im Gespräch mit Oliver Schwesig, live im FIGARO-Studio.

"Das Kapitel über die rassistischen Morde in Deutschland war richtig schwer. Das hat viel Zeit gebraucht und da ging es mir auch nicht sehr gut. Insgesamt aber war es unheimlich spannend. Ich glaube, ich bin mir selber noch einmal ein Stück näher gekommen - über das Spiegeln der eigenen Biografie."

ManuEla Ritz

Zur Person

ManuEla Ritz wurde 1969 in Meißen als Kind deutsch-kenianischer Eltern geboren und zur Adoption freigegeben. Bis zu ihrem 19. Lebensjahr lebte sie in Mügeln, jener sächsischen Kleinstadt, die durch die Hetzjagd auf Inder 2007 in die Schlagzeilen geriet.

ManuEla Ritz machte eine Ausbildung zur Krippenerzieherin und absolvierte das Studium zur Sozialpädagogin und Sozialarbeiterin. Von 1988 bis 1994 arbeitete sie als Pädagogin in Kinderkrippen in Sachsen und Berlin, war 1996 Streetworkerin bei "boys Society" in Freetown in Sierra Leone, Westafrika. Anschließend arbeitete sie in Berlin als Elternberaterin in einer interkulturellen Familienberatungsstelle des DRK, war freiberufliche Familienhelferin für afrikanisch-deutsche Familien, Beraterin und Projektmanagerin im Antidiskriminierungsbüro von Caritas e.V. Köln.

Im Jahr 2001 gründete und leitete ManuEla Ritz in Köln die Initiative "Eltern Schwarzer Kinder". 2004 und 2005 war sie Geschäftsführerin und Trainerin des gemeinnützigen Vereins "eyetoeye e.V.". 2006 koordinierte sie die Ausstellung "Homestory Deutschland. Schwarze Biografien in Geschichte und Gegenwart", ein Gemeinschaftsprojekt der Bundeszentrale für politische Bildung und der Initiative Schwarze Deutsche. Ein Jahr später schrieb sie das Theaterstück "Homestory Deutschland. Gelebt-erlebte Schwarze deutsche Geschichte(n)".

Heute lebt ManuEla Ritz als allein erziehende Mutter mit zwei Kindern in Berlin und arbeitet freiberuflich als Trainerin in den Bereichen Antidiskriminierung, Interkulturelle Kompetenz und "Management of Diversity" (Förderung sozialer Vielfalt) sowie als Drehbuchautorin. Aktuell schreibt sie ihre Promotion zum Thema "Adultismus. Die Diskriminierung von Kindern- und Jugendlichen in den Sozialisierungsräumen Elternhaus und Schule".

Zuletzt aktualisiert: 28. April 2009, 14:37 Uhr

 

Angaben zur Sendung

FIGARO trifft ... ManuEla Ritz im Studio

Sendung am Mi, 22.04.2009, 18:00-19:00 Uhr

Wiederholung am Sa, 25.04.2009, 22:00 Uhr

Literatur

ManuEla Ritz: Die Farbe meiner Haut. Die Anti-Rassismus-Trainerin erzählt, Autobiografie
Herder 2009, 180 S.
ISBN 978-3-451-29987-2

 
 
 
 
 
 
 

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