Literatur & Film

Buch der Woche | MDR FIGARO | 23.10.2012 | Audio : Gaito Gasdanow - "Das Phantom des Alexander Wolf"

Über 40 Jahre nach dem Tod des Autors und 65 Jahre nach der Erstveröffentlichung dessen Romans erscheint nun "Das Phantom des Alexander Wolf" erstmals auch in deutscher Übersetzung. Ein zeitlos modernes Buch, wie MDR FIGARO-Literaturkritikerin Katrin Hillgruber bemerkt.

Dass beim "Buch der Woche" die Ersterscheinung eines Romans vorgestellt wird, dessen Autor schon seit Jahrzehnten tot ist, kommt nicht häufig vor. Der Roman "Das Phantom des Alexander Wolf" stammt von dem russischen Schriftsteller Gaito Gasdanow (1903-1971). Im Original wurde er 1947 veröffentlicht, erschien in verschiedenen Sprachen - aber bislang nicht auf Deutsch. Nun bringt ihn der Hanser Verlag in einer Übersetzung von Rosemarie Tietze auch auf den deutschen Buchmarkt.

Geheimnisvoller Mord

Die Geschichte hat einen Mord während des Russischen Bürgerkrieges als Angelpunkt. Ein Weißgardist hat einen Reiter der Rotarmisten erschossen und flieht danach mit dessen Pferd vor den anrückenden Feinden. In seinem Exil in Paris fällt ihm nun die Erzählung eines Alexander Wolf in die Hände, die diese Tötung im Krieg genauestens beschreibt. So genau, wie es eigentlich nur ein Anwesender hätte beschreiben können. Er macht sich auf die Suche nach dem Autor der Geschichte, doch er trifft ihn nicht persönlich, sondern seine ehemalige Geliebte. Ihr hatte Alexander Wolf von seinem Tod in einer Vision erzählt.

In dem Buch finden sich auch verschiedene Bezüge zum Leben des Autors Gaito Gasdanow. Dieser war ebenfalls ehemaliger Anhänger der Weißgardisten und hatte sein Land verlassen. Dabei lebte Gasdanow auch viele Jahre in Paris, wo er heute beerdigt ist.

"Der Roman ist zeitlos modern. Durch die frühe Begegnung seines Helden - und auch des Autors - mit dem Tod lässt er die ganze spätere Geschichte vorausahnen."

Katrin Hillgruber, MDR FIGARO-Literaturkritikerin

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Zuletzt aktualisiert: 05. Juni 2012, 18:15 Uhr

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