Literatur & Film

Essay | MDR FIGARO | 13.01.2013 | Zum Nachhören : Das bisschen Zeug zur Ewigkeit

Der Autor Wilhelm Bartsch ist bisher vor allem als Lyriker hervorgetreten. Doch nachdem 2011 sein erster Roman erschien, steht nun die Veröffentlichung eines weiteren Romans bevor. "Das bisschen Zeug zur Ewigkeit" heißt er.

Buchcover "Das bisschen Zeug zur Ewigkeit" von Wilhelm Bartsch und Wilhelm Bartsch

Im Februar 2013 kommt der neue Roman von Wilhelm Bartsch "Das bisschen Zeug zur Ewigkeit" in den Buchhandel. Der Roman handelt von dem mehrfachen Kindermörder Erwin Hagedorn, der zur gleichen Zeit wie Bartsch in Eberswalde aufwuchs und 1972 hingerichtet wurde. Erzählt wird die Geschichte des Oberschülers Franz Florschütz. Der lebt in einer Kleinstadt nördlich von Berlin, die auch "Russenstadt" genannt wird. Doch während gerade der Prager Frühling durch Truppen des Warschauer Paktes niedergeschlagen wird und die Beatles weltweit ihr "All You Need Is Love" ausrufen, hat Franz ganz andere Sorgen.

Gerade als die hier stationierten Russen müde aus Prag zurückkehren, versucht Franz, der Enge und der Langeweile der Kleinstadt zu entgehen. Er begibt sich auf die Suche nach dem Glück und meint, es auf der Straße zu finden. Hier beginnt er gemeinsam mit seinem Komplizen Erwin Hagedorn, mit Büchern aus dem Westen handeln. Und hier sucht er auch die Liebe. Seine Angebetete heißt Karine, ist Schaffnerin und hat immer ein gutes Buch in der Schaffnerkasse, doch kein Auge für ihn. Bald hat Franz nicht nur seine Familie, sondern auch die Liebe gründlich satt. Doch während Franzens Kumpel Erwin Hagedorn beginnt, Kinder zu töten, trifft Franz auf die vierzehnjährige Moni. Die Bekanntschaft mündet in eine Katastrophe.

Wilhelm Bartsch im Porträt

Wilhelm Bartsch wurde 1950 in Eberswalde geboren. Nach dem Abitur und einer Ausbildung zum Rinderzüchter studierte er Philosophie an der Karl-Marx-Universität in Leipzig. Er lebte und arbeitete anschließend in Chemnitz und zog 1976 nach Halle. Seit 1986 ist er freier Schriftsteller. 1986 debütierte der Dichter mit dem Gedichtband "Übungen im Joch". 1987 erhielt er dafür den Brüder-Grimm-Preis der Stadt Hanau. Bartsch legte in den Folgejahren zahlreiche weitere Gedicht- und Prosabände vor, außerdem Essays, Kinder- und Jugendbücher. Er arbeitete aber auch für Theater, Rundfunk und Film sowie als Herausgeber und Übersetzer aus dem Serbokroatischen. Walter Bartsch erhielt den Walter-Bauer-Preis 2000 und den Wilhelm-Müller-Preis des Landes Sachsen-Anhalt für sein Lebenswerk. Er ist Mitglied der internationalen Schriftstellervereinigung P.E.N. und der Sächsischen Akademie der Künste.

Angaben zur Sendung:

Essay:
"Das bisschen Zeug zur Ewigkeit "

Wilhelm Bartsch liest aus seinem neuen Roman.

Produktion: MDR 2013
Dauer: 24 Minuten

Buchtipp

Wilhelm Bartsch:
"Das bisschen Zeug zur Ewigkeit",
216 Seiten,
Hamburg: Osburg Verlag 2013,
ISBN: 978-3-95510-003-2

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