MDR FIGARO trifft ... Wilhelm Bartsch | 02.01.2013 | 18:05 Uhr : Wilhelm Bartsch - Schriftsteller und Dramaturg aus Halle
Der Autor Wilhelm Bartsch ist bisher vor allem als Lyriker hervorgetreten. Doch nachdem 2011 sein erster Roman erschien, steht nun die Veröffentlichung eines weiteren Romans bevor. "Das bisschen Zeug zur Ewigkeit" heißt er. Beide Romane und die napoleonische Zeit, in der der Roman "Meckels Messerzüge" spielt, sind Gesprächsthemen, wenn der Autor zu Beginn des neuen Jahres zu Gast bei "FIGARO trifft" ist.
Das Jahr 2013 wird auch im Zeichen des Jubiläums der Völkerschlacht stehen, eine der größten und opferreichsten Schlachten in der Geschichte Europas. Die Herbstfeldzüge im Jahr 1813 und die entscheidenden Gefechte bei Leipzig vom 14. bis zum 19. Oktober besiegelten das Ende der napoleonischen Epoche in Europa.
Der in Halle lebende Schriftsteller Wilhelm Bartsch hatte bereits 2011 in seinem Roman "Meckels Messerzüge" diese Zeit aufgegriffen. Das Buch über die Anatomen-Dynastie der Meckels in Halle steckt voller verrückter Geschichten aus der Zeit der Befreiungskriege und handelt von der Entstehung der modernen Wissenschaften. Denn Familie Meckel machte die Universität Halle und die Charité Berlin weltberühmt. Johann Friedrich Meckel der Jüngere zählte gar in der Zeit vor Darwin zu einem bedeutenden Denker und Naturwissenschaftler und wurde in den Befreiungskriegen gegen Napoleon aktiv. Bartsch spielt in seinem Roman virtuos mit Elementen von Kriminalgroteske und Gothic Novel, von Liebes-, Heimat- und Kriegsroman.
Im Februar 2013 erscheint nun der neue Roman von Wilhelm Bartsch: "Das bisschen Zeug zur Ewigkeit". Der Roman handelt von dem mehrfachen Kindermörder Erwin Hagedorn, der zur gleichen Zeit wie Bartsch in Eberswalde aufwuchs und 1972 hingerichtet wurde. Erzählt wird die Geschichte von Oberschüler Franz Florschütz, der in der "Russenstadt" nördlich von Berlin gerade seine Familie und die Liebe gründlich satt hat. Doch während Franzens Komplize im Handel mit Westschmökern, Erwin Hagedorn, beginnt, Kinder zu töten, trifft Franz auf die vierzehnjährige Moni. Die Bekanntschaft mündet in eine Katastrophe.
Studiogast Wilhelm Bartsch im Porträt
Wilhelm Bartsch wurde 1950 in Eberswalde geboren. Nach dem Abitur und einer Ausbildung zum Rinderzüchter studierte er Philosophie an der Karl-Marx-Universität in Leipzig. Er lebte und arbeitete anschließend in Chemnitz und zog 1976 nach Halle. Seit 1986 ist er freier Schriftsteller. 1986 debütierte der Dichter mit dem Gedichtband "Übungen im Joch". 1987 erhielt er dafür den Brüder-Grimm-Preis der Stadt Hanau. Bartsch legte in den Folgejahren zahlreiche weitere Gedicht- und Prosabände vor, außerdem Essays, Kinder- und Jugendbücher. Er arbeitete aber auch für Theater, Rundfunk und Film sowie als Herausgeber und Übersetzer aus dem Serbokroatischen. Walter Bartsch erhielt den Walter-Bauer-Preis 2000 und den Wilhelm-Müller-Preis des Landes Sachsen-Anhalt für sein Lebenswerk. Er ist Mitglied der internationalen Schriftstellervereinigung P.E.N. und der Sächsischen Akademie der Künste.
Angaben zur Sendung:
MDR FIGARO trifft ... Wilhelm Bartsch
Kolumnist
Sendung:
Mi., 02.01.2013, 18:05-19:00 Uhr
Wiederholung:
Mi., 06.01.2013, 12:05-13:00 Uhr
Moderation: Alexander Mayer
Redaktion: Angelika Zapf
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Angaben zu den Büchern
Wilhelm Bartsch: "Meckels Messerzüge",
366 Seiten,
Hamburg: Osburg Verlag 2011
ISBN: 978-3-940731-59-3
"Das bisschen Zeug zur Ewigkeit",
216 Seiten,
Hamburg: Osburg Verlag 2013,
ISBN: 978-3-95510-003-2
