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Das Interaktive Magazin | MDR FIGARO | 23.05.2015 | 13:00-17:00 Uhr : Wer gehört zu Europa?

Ist uns die europäische Idee abhandengekommen? Die Europäische Union war doch gedacht als friedenstiftende Vereinigung von Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Wurzeln - und nicht als zentral verwalteter Wirtschaftsregulator, bei dem die Hälfte der Mitgliedsstaaten häufig an Scheidung denkt. Oder ist das "Haus Europa" mittlerweile viel stärker in den Köpfen verankert, als viele Menschen glauben? Wohin entwickelt sich Europa und wer gehört warum dazu?

Die Sterne der Europa-Flagge, einer zerbricht

Die Finanzkrise von Griechenland scheint die Grundfesten Europas ins Wanken gebracht zu haben. In der Europa-Debatte geht es häufig nur noch um Geld, um Schulden und um Sparmaßnahmen. Dies sind die gleichen Problemfelder, die auch zwischenmenschliche Paarbeziehungen ins Trudeln geraten lassen. Kein Wunder, dass mittlerweile die ganze europäische Idee in Frage gestellt scheint. Auch die Briten wollen ständig ihre Extrawurst gebraten bekommen und drohen: Sonst spielen wir nicht mehr mit!

In den letzten Jahrzehnten sind zudem viele neue Mitgliedsstaaten in die Europäische Gemeinschaft gekommen. Testen Sie sich einmal: Wie viele EU-Staaten sind es derzeit? Ein so vielschichtiges Konstrukt wie Europa ist nur komplex zu erfassen - und soll dabei aber auch die Herzen der Menschen erobern. Europa kann schwerlich gedeihen, wenn die Menschen es nicht mittragen. Als bloßer Verwaltungs-Moloch hat das europäische Haus keine Chance.

Doch ein geeintes Europa braucht auch Regeln. Diese sind unbedingt einzuhalten, so bei den Menschenrechten, der Demokratie oder der Kriminalitätsbekämpfung. Leicht gesagt, doch wie steht es damit zum Beispiel in Ungarn, wo eine nationalkonservative Regierung diese Werte stark überdehnt? Soll man sanktionieren oder freundlich zureden?

Auch sollte kein Mitgliedsland ein anderes übervorteilen, kein stärkeres ein schwächeres an die Wand spielen. Hier muss sich zum Beispiel Deutschland fragen lassen, ob es seine wirtschaftliche Macht nicht auch auf Kosten anderer Staaten manifestiert. Und wie sieht es mit einer gemeinsamen europäischen Linie in Fragen der Außen- und Flüchtlingspolitik oder bei den Sozialstandards aus?

Autos passieren die Grenze zur Bundesrepublik Deutschland.
Einfacher Grenzübergang gekennzeichnet nur durch ein Schild

Und dann gibt es noch die längst verinnerlichten positiven Aspekte von Europa: Die Grenzen sind durchlässig geworden, es gibt europäische Kultur- und Bildungsmöglichkeiten - und auch der Euro ist als Zahlungsmittel so zur Normalität geworden, dass die italienischen, französischen oder griechischen Münzen im Portemonnaie gar nicht mehr auffallen. Vielleicht trägt auch der jährliche Träller- und Tanzwettstreit, der Eurovision Song Contest (ESC), zur fröhlichen Vereinigung im Wettbewerb bei und ist damit wirklich "eurovisionär"?

Fühlen Sie sich als Deutscher oder als Europäer? Was macht für Sie Europa aus? Wohin bewegt sich die Ländervereinigung - und wohin sollte sie sich nicht bewegen? Wann haben Sie sich so richtig als Europäer gefühlt? Verlottert Europa? Welche Länder müssen zu Europa gehören und welche nicht unbedingt? Und wo wird Europa in hundert Jahren stehen?

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Andererseits gab und gibt es nicht wenige, die das Gebot, Jesus nachzufolgen, ernst nehmen. Sie arbeiten in Krankenhäusern als Diakonieschwestern oder kümmern sich in den Bahnhöfen um Obdachlose. Auch in Vereinen, Hilfsorganisationen oder in der Lokalpolitik sind viele Menschen aus religiöser Motivation heraus unterwegs. Neulich kam eine Studie heraus, nach der sich evangelische und katholische Christen überdurchschnittlich gesellschaftlich engagieren. Sie sind es, die den Laden zu weiten Teilen am Laufen halten.

Wo wären wir also ohne die Religion? Ginge es friedlicher und weniger fanatisch zu in der Welt oder gäbe es - andersherum - weniger soziales Engagement und dafür mehr Mord und Totschlag? Zugegeben eine ziemlich hypothetische Frage, aber vielleicht ist es doch ganz reizvoll, darüber mal nachzudenken.

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Moderation: Carsten Tesch

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