Musik & Bühne

Spezial | MDR FIGARO : Fulminanter Auftakt mit Kristjan Järvi

Er ist smart, er ist sympathisch und er will mit außergewöhnlichen Konzertprojekten die mitteldeutsche Musikszene aufmischen: Kristjan Järvi, der neue Chefdirigent des MDR. Mit Carl Orffs "Carmina Burana" eröffnete er am 15. September im Leipziger Gewandhaus die neue Spielzeit. Fulminant und gefeiert mit stehenden Ovationen. MDR FIGARO war live dabei und sendete vorab ein Spezial. Die Beiträge können Sie hier nachhören.

Das erste Konzert mit dem neuen MDR-Chefdirigenten

Klanggewaltig startet der neue MDR-Chefdirigent in die Spielzeit: Unter seiner Leitung führten Sinfonieorchester, Chor und Kinderchor des MDR Carl Orffs "Carmina Burana" auf. Ein Werk, das Järvi zufolge zu oft romantisiert wurde. Er sagt, die teils sinnenfroh-derben, teils ernsten geistlichen Gesänge drehten sich um die Frage nach dem "echte Leben". "Es geht um Verlust, nicht um Liebe." Und: "Das Werk gibt allen MDR-Kräften eine Chance zu glänzen."

Und diese Chance nutzten alle und zeigten sich als "Team". Mit stehenden Ovationen wurden Järvi und seine Musiker vom Publikum im Leipziger Gewandhaus gefeiert.

Kristjan Järvi im MDR FIGARO-Spezial - Die Beiträge zum Nachhören

"Go East"

Kristjan Järvi ist ein Grenzgänger und Visionär. Geboren im estnischen Talinn und aufgewachsen in den Vereinigten Staaten, feierte ihn die New York Times einst als "Wiedergeburt Leonard Bernsteins", denn der passionierte Musiker ist dafür bekannt, die Grenzen der Klassik mit neuen Ideen, seinem Charisma und seinen außerordentlichen technischen Fähigkeiten zu erweitern. Für diesen Ansatz steht auch das Programm der neuen Spielzeit: "Go East" lautet das Motto.

Forscher, Erfinder und Sammler

Kristjan Järvi bei MDR FIGARO
Kristjan Järvi beim Gespräch im Hörfunkstudio von MDR FIGARO in Halle.

Järvi bewegt sich mit beeindruckender Energie durch die reale als auch die musikalische Welt. Mit seiner Familie in Florida und Wien zu Hause, lädt der 40-Jährige nun auch seine Musiker und das Publikum zum Aufbruch ein: Er hat die Erfahrung gemacht, dass seine Reisen, ob musikalisch oder real, ihn wachsen ließen. Er schätzt sich glücklich, überall Menschen getroffen zu haben, "die mich inspiriert und ihre Welt gezeigt haben." Als Vision für sich und seine Musiker formuliert er: "Wir sind mehr als nur ein deutsches Radioorchester, wir sind ein Ausdruck unserer Zeit: multikulturell, generationsübergreifend, Forscher, Erfinder und Sammler zugleich." Und das soll sich in Repertoire und Muszizierhaltung spiegeln, um im 21. Jahrhundert als Orchester zu bestehen und zugleich zu zeigen, "was Rundfunktradition bedeuten kann".

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