MDR FIGARO trifft ... Stephan Märki | MDR FIGARO | 19.08.2012 | 12:05 Uhr (Wh.) : "Das Theater wird immer bleiben, trotz wechselnder Strukturen"
Zwölf Jahre war Stephan Märki Intendant am Nationaltheater Weimar und prägte dort das sogenannte "Weimarer Modell". Über seine Erfahrungen damit und seine neue Herausforderung in Bern ist Stephan Märki bei "MDR FIGARO trifft ..." im Gespräch mit Moderator Stefan Maelck.
Mit dem sogenannten "Weimarer Modell" sorgte der Intendant des Deutschen Nationaltheaters Weimar Stephan Märki im Jahr 2002 bundesweit für Aufsehen. Durch die Gründung einer gemeinnützigen Theater GmbH für das Haus, mit einem gut durchdachten Reformkonzept und mit der Hilfe vieler engagierter Weimarer Bürger und überregionaler Unterstützer gelang es ihm, die Unabhängigkeit des Deutschen Nationaltheaters Weimar gegen die Vorstellungen der Thüringer Landesregierung durchzusetzen. Diese hatte eine Fusion mit den Bühnen Erfurt angestrebt.
Von 2000 bis 2012 war Stephan Märki Generalintendant des Nationaltheaters Weimar. Er führte Regie bei "Lulu" von Frank Wedekind (2001), bei "Werther. Sprache der Liebe" von Kristo Sagor nach Goethe (2003) und bei "Maria Stuart" von Friedrich Schiller (2005).
Viel beachtet wurde im Jahr 2004 seine Inszenierung von Schillers "Wilhelm Tell" auf dem Schweizer Rütli. 200 Jahren nach der Uraufführung brachte Stephan Märki das Stück an den Originalschauplatz der Handlung zurück. In der Spielzeit 2007/08 gab er am Deutschen Nationaltheater Weimar mit Giacomo Puccinis "Tosca" sein Debüt als Opernregisseur. 2010 folgte seine Inszenierung der "Elektra" von Richard Strauss.
Der jetzt im Verlag Theater der Zeit erschienene Bildband "Wer ist so feig, der jetzt noch könnte zagen" zieht Bilanz und gibt einen Rückblick auf die letzten zwölf Jahre des Deutschen Nationaltheaters und die Staatskapelle Weimar unter der Intendanz von Stephan Märki.
Ab der Spielzeit 2012/13 ist Stephan Märki der alleinige Direktor des Konzert Theater Bern. Seit Juli 2011 hatte er gemeinsam mit Marcel Brülhart die Zusammenführung des Berner Symphonieorchesters und des Stadttheater Bern zu einem Vierspartenhaus, bestehend aus Konzert, Oper, Schauspiel und Tanz geleitet.
Studiogast Stephan Märki im Porträt
In Bern kam Stephan Märki 1955 zur Welt. In der Nähe von Basel wuchs er auf. Nach dem Gymnasium arbeitete er zunächst als Fotograf und Werbeleiter, gründete eine Werbe- und Presseagentur. Er fuhr sechs Jahre lang professionell Tourenwagenrennen, bevor er 1980 bis 1984 die Schauspielschule in München besuchte. Zeitgleich nahm er private Tanz- und Gesangsstunden.
Nach verschiedenen Engagements bei Theater, Film und Fernsehen, gründete Stephan Märki 1985 das Teamtheater München, ein kleines und noch heute bestehendes Off-Theater, dem er als künstlerischer Leiter und Geschäftsführer vorstand. Ab 1993 war er Intendant des Hans-Otto-Theaters Potsdam. Aus Protest gegen die geplante Schließung des Musiktheaters löste Stephan Märki seinen Vertrag 1997 vorzeitig auf. Danach arbeitete er freiberuflich als Regisseur, erhielt 1999 eine Gastprofessur am Max-Reinhardt-Seminar in Wien und wirkte als Filmproduzent in Zürich. Zudem nahm Stephan Märki erste Regiearbeiten am Weimarer Theater wahr. Weitere Gastdozenturen führten ihn ab 2007 an die Universitäten St. Gallen und Zürich. Von September 2000 bis 2012 war Stephan Märki Generalintendant des Deutschen Nationaltheaters Weimar.
Angaben zur Sendung:
MDR FIGARO trifft ... Stephan Märki
Regisseur, Theaterintendant, Direktor Konzert Theater Bern
Sendung:
Mi., 15.08.2012, 18:05 bis 19:00 Uhr
Wiederholung:
So., 19.08.2012, 12:05 bis 13:00 Uhr
Moderation: Stefan Maelck
Redaktion: Angelika Zapf
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Buchtipp
"Wer ist so feig, der jetzt noch könnte zagen"
Intendanz Stephan Märki: Deutsches Nationaltheater und Staatskapelle Weimar
211 Seiten, broschiert
Verlag: Theater der Zeit
ISBN: 978-3942449441
