Musik & Bühne

22.02.-10.03.2013 : Kurt Weill Fest in Dessau

Der in Dessau geborene Komponist Kurt Weill stand in seinem Leben gleich mehrmals vor der Herausforderung, sich in unterschiedlichen Ländern musikalisch behaupten zu müssen. Und es gelang ihm: Weills Engagement wurde in jedem Ort, in den ihn das Leben führte, von Erfolg gekrönt. Nach Berlin und Paris stellt das Kurt-Weill-Fest in diesem Jahr New York als dritte Lebensstation Weills in den Mittelpunkt.

Collage: Kurt Weill in New York

Berlin, Paris, New York. Drei Metropolen innerhalb weniger Lebensjahre, dreimal die Herausforderung, sich einem neuen Publikum und dessen Hörgewohnheiten zu stellen, drei Erfolge in drei verschiedenen Ländern. In seinem doch recht kurzen Leben gelang es Kurt Weill (1900-1950) als Komponist immer wieder, ein großes Publikum mit seiner Musik mitzureißen und sich trotzdem schöpferische Freiheit zu bewahren.

"Ich schreibe Musik für die Massen. Musik, die sie singen können, und Musik, die von ihren Problemen handelt."

Kurt Weill, Komponist

Weills Offenheit ermöglichte es ihm, sich die musikalischen Stile des jeweiligen Landes zu eigen zu machen und in seine Kompositionen einfließen zu lassen. Alle seine Werke orchestrierte und arrangierte Kurt Weill selbst. Das Oratorium "Weg der Verheißung" über die Geschichte des jüdischen Volkes, zu dem Franz Werfel das Libretto geschrieben hatte, brachte ihn 1935 an den Broadway in New York. 1937 wurde es unter dem englischen Titel "The Eternal Road" uraufgeführt.

New York, New York!

Weills vielfältiges Schaffen in der Stadt, die als amerikanischer Schmelztiegel bezeichnet wird, spiegelt auch das 21. Kurt-Weill-Fest Dessau wieder. An insgesamt 17 Tagen präsentiert das Fest mehr als 50 Veranstaltungen in Dessau-Roßlau, Wittenberg und Köthen mit national und international bekannten Künstlern. Auf die Besucher warten Konzerte der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz, Jazz- und Orgelkonzerte, Ausstellungen zum Leben des Komponisten Kurt Weill und dem New York der 1940er-Jahre, Swing-Partys, Theateraufführungen, Ballett, Filme und ein musikalisches Dinner.

Zum Auftakt ein Galakonzert

James Holmes - Artist-in-Residence 2013
Dirigent und Pianist James Holmes

Eröffnet wurde das Kurt-Weill-Fest mit dem Broadway-Galakonzert "New York, New York" mit der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz unter der Leitung von James Holmes. Der Dirigent ist in Dessau längst kein Unbekannter mehr und wurde schon bei vergangenen Festivals umjubelt. Im Gespräch mit Bettina Volksdorf (MDR FIGARO) und Stefan Lang (Deutschlandradio Kultur) gewährte der Dirigent auch Einblicke in seine Arbeit im Bereich der unterhaltenden Klassik. Nachzuhören ist das Gespräch im FIGARO Spezial am 2. März, ab 22:00 Uhr. Die Solisten des Galakonzerts sind Maria Failla, Analisa Leaming, Jacob Keith Watson, Richard Todd Adams und Michael "Tuba" McKinsey aus den USA.

MDR FIGARO Spezial | 02.03.2013 | Zum Nachhören: Wie zaubert man Broadway-Glanz nach Dessau?

Hören Sie den Mitschnitt des Kurt Weill Festival-Cafés vom 23. Februar mit Intendant Michael Kaufmann (Bild) und Artist-in-Residence James Holmes. Moderation: Bettina Volksdorf (MDR FIGARO) und Stefan Lang (DLR Kultur). [mehr]


Gefühlvolles und ausdrucksstarkes Ballett

Inszenierungsfoto - Hotel Montparnasse
Hotel Montparnasse

Mit "Hotel Montparnasse" begeisterte das französische Ballett-Ensemble von Tomasz Kajdanski die Besucher des Kurt-Weill-Festes bereits 2012 bei der Uraufführung. Die Handlung des Balletts spielt im Paris der 1930er-Jahre. Es geht um die Hoffnungen und Träume, Sorgen und Ängste der Emigranten in Paris, wie sie auch die Menschen in den USA nach der Flucht vor der Nazi-Diktatur empfunden haben. Gefühle des Aufbruchs im Herzen, die Angst vor der ungewissen Existenz im Nacken. In "Hotel Montparnasse" ist Musik aus Kurt Weills Oper "Marie Galante" und George Gershwins Orchesterkomposition "Ein Amerikaner in Paris" zu hören.

Mitreißende Oper für ein breites Publikum

Junges Spiel-Theater des Theaters im Pfalzbau Ludwigshafen
Junges Spiel-Theater des Theaters im Pfalzbau Ludwigshafen - "Die Dreigroschenoper"

In der Auffassung, dass Opern nicht nur für einen kleinen elitären Kreis geschaffen sind, sondern für alle, die Lust an Musik und Darstellung haben, waren sich Kurt Weill und Bertolt Brecht einig. Verkörpert wird sie auch in dem Theaterstück "Die Dreigroschenoper" frei nach der gleichnamigen Oper. Kinder, Jugendliche und Erwachsene vom "Junges-Spiel-Theater des Theaters im Pfalzbau Ludwigshafen" stehen gemeinsam auf der Bühne und stellen den Aufstand der Kinder gegen eine von Profitgier beherrschte Welt der Erwachsenen dar. Musikalisch unterstützt wird das Ensemble von der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz unter der Leitung von Daniel Carlberg. Eine Produktion, mit der es den jungen Darstellern schon bei den Aufführungen in Dessaus Partnerstadt Ludwigshafen gelang, das Publikum mitzureißen.

Zur Person von Kurt Weill

Kurt Weill wurde am 2. März 1900 in Dessau geboren. Die Nazi-Diktatur zwang ihn, aus seiner Heimat zu fliehen. In Deutschland fielen seine Werke der Bücherverbrennung im Mai 1933 zum Opfer. Weill lebte zwei Jahre in Paris im Exil, bevor er sich 1935 auf den Weg nach New York machte, wo er am 3. April 1950 starb.

Zuletzt aktualisiert: 01. März 2013, 16:18 Uhr

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