Konzert | MDR FIGARO | 24.09.2012 | 20:05 Uhr : Klassiker der Rockgeschichte
Jon Lords begnadetes Spiel auf der Hammond-Orgel begeisterte Millionen von Fans, mit seiner Band Deep Purple schrieb er Klassiker der Rockgeschichte und legte so das Fundament für völlig neue Genres. Eine andere großartige Band soll an diesem Abend aufleben: Led Zeppelin. Auch diese Band galt besonders in den Siebzigern als die Gruppe, die Rock mit klassischen Elementen zu einem Gesamtkunstwerk kreierte. Sie gelten - neben Deep Purple - als die Pioniere des Hard Rocks. Stefan Maelck erinnert in seiner Sendung mit grandiosen Konzertaufnahmen an beide Bands und präsentiert post mortem erschienene Lord-Aufnahmen.
Klassiker der Rockgeschichte I: Jon Lord & Deep Pruple
Der Deep-Purple-Musiker Jon Lord, geboren 1941 in Leicester, England, starb am 16. Juli dieses Jahres im Alter von 71 Jahren. Postum erscheint nun "Jon Lord & The Royal Philarmonic Orchestra: Concerto For Group & Orchestra". Wir erinnern uns: 1969 nahmen Deep Purple ihr legendäres "Concerto for Group & Orchestra" auf. Die graue Eminenz des Originalwerkes, Jon Lord, hatte sich für die Neueinspielung illustre Gäste eingeladen. Unter ihnen Iron Maidens Bruce Dickinson, Deep Purples Steve Morse, den Tausendsassa Joe Bonamassa und viele mehr.
Jon Lords Band Deep Purple wurde 1968 gegründet. Der Stil war geprägt von einer treibenden Hammond-Orgel und harten Gitarrenriffs – Hard Rock sagte man damals. Und doch hat diese Musik wenig damit zu tun, was man heute "Heavy Metal" nennt, auch wenn Songs wie "Smoke on the Water" das Genre natürlich mitdefinierten. Vor allem aber spielte Deep Purple Blues-Rock mit einer echten Boogie-Woogie-Orgel. Die Band, zu der in der Ursprungsbesetzung auch Richie Blackmore gehörte, konnte live improvisieren und legendäre Balladen schreiben. Viele Jahre war die Band musikalisch sehr fortschrittlich – bis sie dann zu einer Geldmaschine verkam.
Mit dem erwähnten "Concert for Group & Orchestra" bewies Deep Purple echten Innovationsgeist. Damit baute die Gruppe eine Brücke zwischen Rock und Klassik und gehört demnach zu den Crossover-Pionieren.
Klassiker der Rockgeschichte II: Robert Plant & Led Zeppelin
Ein Zeitgenossen von Jon Lord ist der sieben Jahre jüngere Robert Plant, der zur derselben Zeit - Ende der der 1960er- bis Mitte der 1970er-Jahre mit Erfolg überschüttet wurde. Wer denkt nicht gerne an die Hymne "Stairway to Heaven" von den britischen Led Zeppelin aus dem Jahr 1971? Die Band gilt bis heute als eine der wichtigsten in der Geschichte der Rockmusik. Der Sänger von Led Zeppelin, Robert Plant, macht seit dem Ende der Band beständig Solo-Alben, darunter "Dreamland" aus dem Jahr 2002, das Plant in Höchstform zeigt, sowie "Mighty Rearranger" aus 2005, auf dem sich Plant sehr experimentierfreudig präsentiert. 2007 erschien das Grammy geehrte Album "Raising Sand" mit Alison Krauss und drei Jahre später "Band of Joy".
Immer für eine Überraschung gut
Experimente haben Robert Plant immer schon gefallen. Ob er bei Led Zeppelin den Blues durch die Mangel drehte und mit Heavy Metal kombinierte oder ob er mit afrikanischen Musikern eigene Songs neu aufnahm oder wie 2002 zusammen mit dem ehemaligen The-Cure- Gitarristen einfach ein wunderbares Album mit Cover-Versionen vorlegte – Plant ist immer für eine Überraschung gut!
20 Millionen Anmeldungen für ein einziges Konzert
Plants Band Led Zeppelin Band ist bis heute unvergessen für ihre exzessiven Konzerte. 1968 gegründet, also in demselben Jahr wie Deep Purple, verkaufte 300 Millionen Alben. 2007 wurden Gerüchte von Plänen bekannt, dass Led Zeppelin eine Reunion-Tour in alter Besetzung spielen könnte. Bei einer Pressekonferenz am 12. September 2007 wurde ein einmaliges Konzert in London angekündigt. Für das Live-Comeback der Band am 10. Dezember 2007 in London zu Ehren des 2006 verstorbenen Gründers der Plattenfirma Atlantic Records und Mit-Entdeckers von Led Zeppelin Ahmet Ertegun, haben sich nach Angaben des Veranstalters mehr als 20 Millionen Menschen für Eintrittskarten registrieren lassen. Die Karten-Zuteilung wurde per Los entschieden. Insgesamt wurden etwa 20.000 Eintrittskarten ausgegeben!
Titelliste
Deep Pruple - Live at the Olympia ’96:
• When a blind man cries 7.18
• Woman from Tokio 6.29
• Smoke on the Water 9.25
Jon Lord & The Royal Philarmonic Orchestra: Concerto For Group & Orchestra:
• Movement Two 19.37
Deep Purple - Made in Japan:
• Child in time 12.18
Jimmy Page & Robert Plant – No Quarter:
• Nobody’s fault but mine 4.06
• Thank you 5.48
• Battle of Evermore 6.41
Robert Plant & The Band of Joy – Live from the Artists Den:
• Houses of the Holy
• Tangerine
• Down to the Sea
• Gallows Pole
• Rock and Roll
• I Bid you Goodnight
Led Zeppelin Live:
• The Rain Song 8.20
• Stairway to Heaven 10.53
