Musik & Bühne

MDR FIGARO im Konzert | 25.02.2013 | 20:05 Uhr : Etta Scollo & Niels Frevert auf dem Dresdner Theaterkahn

Die sizilianische Weltmusik-Sängerin mit Wohnsitz in Berlin schickt ein Herz auf Reisen. Begleitet wird sie von Virtuosinnen auf Akkordeon und Cello. Der Hamburger Singer/Songwriter präsentiert seine Poesie ohne Pose – allein zur Gitarre. Zu Gast sind sie am Freitag auf der schwimmenden Bühne des Dresdner Brettls. Wie gewohnt wird der Konzert-Mitschnitt am darauffolgenden Montag im MDR- Kulturradio ausgestrahlt. Moderation: Peter Eichler und Fabian Elsässer.

Niels Frevert
Niels Frevert

Die Italienerin Etta Scollo, wohnhaft in Berlin wurde in Catania auf Sizilien geboren. Die Insel, die Jahrhunderte lang ein Schmelztiegel der griechischen, arabischen, sizilianischen und normannischen Kultur war, könnte Beispiel sein für die Vielfalt  der künstlerischen Ambitionen von Etta Scollo. Denn sie sang Popmusik, singt Volkslieder ganz unterschiedlicher Herkunft und Couleur, sie bearbeitete Opern und war an Theaterprojekten beteiligt. Für ihr breit gefächertes Schaffen erhielt sie wichtige Preise, so 2007 den Deutschen Weltmusikpreis RUTH. Auf der kleinen intimen Bühne des Theaterkahns steht sie am 22. Februar mit ihrem aktuellen Programm "Cuoresenza – Herzohne". Darin schickt Etta Scollo ein Herz auf Reisen – ganz allein ohne Körper, deshalb "Herzohne".

Italienische Lieder und sizilianische Geschichten

Etta Scollo
Etta Scollo

Das Herz trifft an verschiedenen Orten auf Personen und Lieder - doch nirgendwo kann es ausruhen, es muss immer weiter ziehen. Dabei sammelt "Cuoresenza" Spuren und Erinnerungen und hütet diese und lässt daraus Lieder werden. Es entsteht ein musikalischer Monolog über die Liebe in all ihren Facetten. Und die reichen von Melancholie über Ironie bis zu den prickelnden Freuden des Frisch-verliebt-Seins. Das Programm besteht fast ausnahmslos aus italienischen Liedern – bis auf eines: Es gibt auch ein vergnügliches Wiener Lied – dies ist wohl als Erinnerung an Etta Scollos Zeit in Österreich. Die sizilianische Sängerin wird auf dieser emotionalen Reise begleitet von Cathrin Pfeifer, einer des besten Akkordeonistinnen Deutschlands, und der französischen Cellistin Zoé Cartier.

Poesie ohne Pose

Niels Frevert
Niels Frevert auf der Bühne

Die Besten bleiben ungehört, das scheint ein ungeschriebenes, aber umso beständigeres Gesetz der deutschen Popszene zu sein. Der Sänger und Stückeschreiber Niels Frevert wird für jedes seine raren Solo-Alben verlässlich mit Kritikerlob bedacht, doch in den Hitparaden hinterlässt der inzwischen 44-Jährige kaum Spuren. Das hindert ihn glücklicherweise nicht daran, weiter mit tiefer Hingabe kluge Texte voller grotesker und zärtlicher Momente zu schreiben.

Erstmals in Erscheinung trat Frevert in den 1990er-Jahren mit der Hamburger Band Nationalgalerie, die zeitgenössische Rockvorlagen aus den USA mit deutschen Texten verband. Als Solokünstler setzt er auf leisere Töne und integriert gelegentlich auch Streicher und Bläser in seine Arrangements. Sein jüngstes, viertes Album "Zettel auf dem Boden" ist wieder ein gelungenes Beispiel für Freverts Poesie ohne Pose, für Gefühle ohne Gefühlsduselei. Liebeserklärungen dürfen bei Frevert schon einmal Zeilen beinhalten wie "Ich würde Dir helfen, eine Leiche zu verscharren, wenn’s nicht meine ist". Auf dem Theaterkahn stellt er seine Lieder in ihrer unmittelbarsten Form vor, allein, nur mit der Akustikgitarre.

Zuletzt aktualisiert: 24. Februar 2013, 23:47 Uhr

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