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Kunstsammlungen : Dresdner Rüstkammer zieht zurück ins Residenzschloss

Nach 53 Jahren zieht die Dresdner Rüstkammer seit Anfang Oktober 2012 zurück ins Residenzschloss. Seit 1959 hatten zwölf Millionen Menschen das Museum an seinem Interimsstandort im Semperbau am Dresdner Zwinger besucht. Die Staatlichen Kunstsammlungen teilten mit, dass rund 400 der etwa 1.300 dort öffentlich gezeigten Exponate bald Teil einer neuen Dauerausstellung zum Turnierwesen im rekonstruierten Riesensaal sein werden, andere seien für weitere Dauerausstellungen vorgesehen.

Bildergalerie: Einblicke in die Türckische Cammer

Besucher stehen  in den Ausstellungsraeumen der Ruestkammer der Staatlichen Kunstsammlungen. vier lederne faltbecher Besucher in der Türckischen Cammer

Die Türckische Cammer geht in ihren Ursprüngen auf das 16. Jahrhundert zurück und ist Teil der Rüstkammer der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. [Bilder]


Umzug wichtiger Entwicklungsschritt in der Geschichte des Museums

Generaldirektor Hartwig Fischer sagte: "Der Riesensaal wird am 18. Februar 2013 eröffnet." Der Rüstkammer-Umzug sei ein wichtiger Entwicklungsschritt in der Geschichte des Museums und für das Schloss. Dort gibt bereits seit Frühjahr 2010 die Türckische Cammer einen Vorgeschmack auf die Schätze der Dresdner Sammlung an Rüstungen, Waffen und Kleidung.

Die aus dem Besitz sächsischer Herzöge und Kurfürsten hervorgegangene Dresdner Rüstkammer zählt neben Madrid und Wien zu den weltweit reichsten und kostbarsten Prunkwaffen- und Kostümsammlungen. Ihre Bestände des 16. bis 18. Jahrhunderts gelten in Vielzahl und Vollständigkeit als einzigartig. Sie umfasst insgesamt rund 13.000 Stücke, darunter Meisterwerke von Künstlern, Waffenschmieden und Kunsthandwerkern aus Europa und dem Orient. Legendär sind beispielsweise Harnische aus Gold und Silber, prunkvolle Schwerter, Säbel, Pistolen und Gewehre, mit Edelsteinen besetzte Reitzeuge oder kostbar bestickte Kleidung.

Schlossausbau verzögert sich wegen geringerer Zuschüsse

Die Eröffnung des Riesensaals ist nur ein erster Schritt zur neuen Rüstkammer. Für die gesamte Sammlung sollen in Zukunft weitere Teile des Schlosses ausgebaut werden, unter anderem der Silbersaal, der Große Ballsaal, der Propositionssaal und der Eckparadesaal. Ziel ist es, später 5.000 Exponate der Rüstkammer zu zeigen. Allerdings gibt es keinen Zeitplan für den Ausbau der ehemaligen Wettiner-Residenz. Die schwarz-gelbe Landesregierung sieht im Entwurf des Doppelhaushalts 2013/14 für beide Jahre zusammen nur 4,6 Millionen Euro für die Bauarbeiten vor - und damit deutlich weniger als geplant. Mit dem neuen Riesensaal wird erst etwa die Hälfte der geplanten Ausstellungsfläche erschlossen.

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Zuletzt aktualisiert: 30. Oktober 2012, 16:02 Uhr

Geschichte der Dresdner Rüstkammer

Im 16. Jahrhundert als Harnischkammer im Schloss eingerichtet, entwickelte sich der Bestand zur Kurfürstlichen Rüstkammer und später zum Historischen Museum mit eigenem Domizil. Während des Zweiten Weltkrieges waren die Bestände ausgelagert. 1945 beschlagnahmte die Trophäenkommission der Sowjetarmee die Meistwerke. Nach der Rückkehr konnten mangels Platz nur ausgewählte Exponate seit 1959 im Semperbau des Zwingers gezeigt werden. Seit 2010 ist mit der Türckischen Cammer bereits die Sammlung orientalischer und orientalisierender Waffen, Kleidung, Reitzeuge und Türkenzelte wieder im Schloss zu sehen.

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