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Pflanzen-Mythen und Geschichten

Tulpengeschichten: Geschichte der Tulpe

(Sendung vom 17. April 2007)

Schon ihre Namen verhießen Träume aus 1001 Nacht: Die Osmanen nannten sie "Gesicht der Liebsten", "Die mir das Herz verbrennt" oder einfach "Glücksstern" – Eine Liebeserklärung an die Tulpe, die einst nur in den Gärten der Herrscher gezüchtet wurde.

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Im 15. Jahrhundert blühten in den Palästen Tulpen in vielfältigster Farbenpracht

Tulipa turcarum

Im 15. Jahrhundert blühten in den Palästen Tulpen in vielfältigster Farbenpracht. Über 1.000 Tulpensorten listeten Istanbuler Gärtner schon Ende des 17. Jahrhunderts. Ein Gesandter von Kaiser Ferdinand dem I. schrieb begeistert über die exotische Schönheit der "tulipa turcarum" (Tulpen der Türken) und legte seiner Depesche einige Tulpenzwiebeln als Bekräftigung seiner Schwärmerei bei.

Charles de l’Écluse

Der kaiserliche Hofgärtner, Charles de l’Écluse, soll daraufhin die ersten europäischen Tulpen gezüchtet haben. Als er 1593 als Professor an die niederländische Universität Leiden berufen wurde, nahm er aus rein wissenschaftlichem Interesse einige Zwiebeln mit. Obwohl der Gelehrte den Handel mit ihr verbieten wollte, wurde die Tulpe schnell zur Modepflanze. Vielleicht ahnte l’Écluse, dass die Tulpenzwiebeln den Grundstein für eine wahre "Tulpomanie" in Holland auslösen würden, die in einer wirtschaftlichen Katastrophe enden sollte.

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Tulpenzwiebeln waren einst eine zweite Währung

Tulpen waren Gold wert

Denn die Sucht nach der Tulpe wurde zur Besessenheit. Tulpenzwiebeln wurden zu einer zweiten Währung und fast mit Gold und Diamanten aufgewogen. Unglaublich, aber für eine einzige Tulpenzwiebel wurde folgender Preis vereinbart: 5.400 Gulden oder sechs Karrenladungen Getreide, acht Schafe, vier fette Ochsen und 20 fette Gänse. 1637 führte die Tulpensucht zum Fall der niederländischen Handelsbörse.

Heute ist die Tulpe ein Frühblüher wie jeder andere und längst keine teure Rarität mehr. Die einstige Lieblingsblume des Sultans ist heute für jeden erschwinglich.




Dieser Text gibt den Inhalt des Beitrags der Sendung MDR Garten vom 17. April 2007 wieder. Eventuelle spätere Änderungen des Sachverhaltes sind nicht berücksichtigt. - Alle Angaben ohne Gewähr -

Zuletzt aktualisiert: 17. April 2007, 13:30 Uhr

 

 
 
 
 
 
 

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