Gartengestaltung | Gestaltungstipps
Dachbegrünung: Grüner Teppich in luftiger Höhe
(Sendung vom 03.11.2009)
Dachbegrünung ist nicht nur schön anzusehen, sie hat auch viele Vorteile:
- Sie verbessert die Luft und gleicht Temperaturschwankungen aus. Im Sommer kühlt ein begrüntes Dach, im Winter wärmt es.
- Das Dachmaterial wird geschützt und hat so weniger Verschleißerscheinungen. Ein begrüntes Dach hält etwa doppelt so lange wie ein unbegrüntes Dach.
- Es fängt Niederschläge auf. Die Begrünung wirkt dabei wie ein Schwamm und saugt das Wasser auf. Wenn der "Schwamm" dann voll ist, gibt er die Flüssigkeit langsam in die Regenrinne ab. So werden bei starkem Regen Überschwemmungen und Überlastungen des Kanals verhindert.
Im Grunde genommen kann man fast jedes Dach begrünen. Am besten eignen sich aber Flachdächer. Bei ihnen ist das Begrünen am einfachsten. Je ausgefallener der Wunsch, desto tiefer muss man ins Portemonnaie greifen. Einfache Dachbegrünung kostet ab etwa 40 Euro pro Quadratmeter – aufwärts.
Pflanzen für die Dachbegrünung
In den meisten Fällen werden Sedumsprossen auf dem Dach ausgebracht. Man muss allerdings ein Jahr warten, bis das Dach richtig grün ist. Alternativ könnte man fertige Pflanzenteppiche verlegen, die aber vergleichsweise teuer sind.
Im Handel sind verschiedene Samenmischungen für die Dachbegrünung erhältlich. Das Saatgut bildet Wurzeln an den Trieben aus. Das ist ein Überlebenstrick der anspruchslosen Dickblattgewächse. Schon 60 Gramm einer Sedumsprossen-Mischung reichen zum Begrünen von einem Quadratmeter Dachfläche. Es ist die kostengünstigste, aber auch die langwierigste Begrünungsart.
Pflanzen, die auf Dächern ausgebracht werden, müssen große Trockenheit aushalten. Schließlich kann es vorkommen, dass es vier Wochen lang nicht regnet. Zudem müssen sie aber auch, vor allem im Winter, viel Regen überstehen und frostunempfindlich sein.
Für die Dachbegrünung eignet sich zum Beispiel die oft verwendete Bodendeckerstaude "Fuldaglut" (Sedum spurium). Die Teppich-Fetthenne stammt ursprünglich aus dem Kaukasus und zeichnet sich durch ihre auffallend roten Blätter aus. Ihre Blüte, die sie im Juli und August zeigt, gleicht der einer Rose.
Es gibt aber auch verschiedene grünlaubige Sorten, die sich gut als Kontrast eignen. Eine graue Sedum-Art ist das sogenannte Pyrenäensedum, das auch ursprünglich aus den Pyrenäen stammt. Die kleine Sorte verträgt starke Kälte, Trockenheit, aber auch viel Wasser. Insgesamt können Sie aus etwa zwölf Sedum-Sorten wählen, die sich für die Dachbegrünung eignen. Einige von ihnen blühen beispielsweise auch erst im Herbst. Andere fallen im Winter durch ihre farbenprächtige Laubfärbung auf.
Will man beispielsweise sein Dach mit Schriftelementen gestalten, kann man dazu Dachwurz verwenden, den man dann entsprechend mit farbigen Steinen umranden kann.
Für die Dachbegrünung eignen sich auch bestimmte Kräuter. Um einen kleinen Kräutergarten zum Beispiel aufs flache Vordach zu setzen, sollten Sie winterharte Sorten aussuchen. Geeignet sind zum Beispiel Bohnenkraut, Thymian, Schnittlauch und Walderdbeeren.
Pflege
Die Dachbegrünung mit Sedumpflanzen ist sehr anspruchslos. Düngen Sie ab und zu die Pflanzen. Verwenden Sie dafür einen Depotdünger, der sich langsam löst.
Gesprächsgast:
Als Gesprächsgast zum Thema "Dachbegrünung: Grüner Teppich in luftiger Höhe" stand uns Egon Egenolf zur Verfügung. Das Spezialgebiet des Gärtnermeisters vom Bodensee sind Dachbegrünungspflanzen. Die liefert er europaweit aus.
Dieser Text gibt den Inhalt des Beitrags der Sendung MDR Garten mit dem angegebenen Ausstrahlungstermin wieder. Eventuelle spätere Änderungen des Sachverhaltes sind nicht berücksichtigt.
Zuletzt aktualisiert: 03. November 2009, 16:50 Uhr



