Gartengesundheit : Flechten sind Bewohner, keine Schmarotzer
(Sendung vom 14.02.2012)
Biologen beobachten genau, wie sich Flechten ausbreiten. Dort, wo sie wachsen, ist die Luft sauber. Die Rinde der Bäume nutzen sie nur als Wohnort und schaden den Pflanzen, auf denen sie wachsen, nicht.
Flechten sind faszinierende Lebewesen. Sie sind eine Symbiose aus Algen und einem Pilz, beide profitieren voneinander. Die Algen sorgen mit Hilfe der Photosynthese für Nahrung. Die Pilzfäden geben den Algen Halt und Schutz. Das so entstandene neue Wesen, aus zwei perfekt aufeinander abgestimmten Lebensformen, kann die unwirtlichsten Orte besiedeln.
Meist sitzen verschiedene Flechtenarten an einem einzigen Ast. Wo Flechten wachsen, ist die Luft sauber. Sie ernähren sich von Staub und Luftfeuchtigkeit. Umweltbelastungen dagegen sind für sie unverdaulich. Flechten sind keine Schmarotzer, sie zapfen den Baum nicht an. Die Rinde dient ihnen nur als Wohnort, den sie sich oft mit Pilzen und Moosen teilen. Am schönsten sehen Flechten übrigens nach ihrem "Morgentau-Frühstück" aus. Die Überlebenskünstler können ewig ohne Wasser ausharren. Abgeschnittene Obstzweige voller Flechten werden deshalb gern von Floristen verarbeitet. Mit Feuchtigkeit können sie wieder erweckt werden.
Dieser Text gibt den Inhalt des Beitrags der Sendung "MDR Garten" mit dem angegebenen Ausstrahlungstermin wieder. Eventuelle spätere Änderungen des Sachverhaltes sind nicht berücksichtigt.
