Gartengestaltung : Wie Stauden und Gräser dem Winter trotzen
(Sendung vom 01.11.2011)
Die gute Nachricht zuerst: Sie können sich entspannen. Als Grundregel gilt: Viele Pflanzen kann man den ganzen Winter über getrost stehen lassen, ohne das viel passiert. Dennoch hilft Schnitt, Pflanzen in Zaum zu halten, den Austrieb zu fördern oder Krankheiten in den Griff zu bekommen. Wo sollte die Schere angesetzt werden, wie viel Blattwerk muss weg und welche Pflanzen sollte man am besten in Ruhe lassen? Claus Heuvemann ist Parkleiter des Erfurter egaparks - er hat einige Empfehlungen.
Winterfrisur für Samen-Pflanzen
Pflanzen, die aussamen, sollten vor dem Winter zurückgeschnitten werden. Zu ihnen zählen beispielsweise Astern, Funkien oder Iris. Auch Blätter und Blüten, die matschig werden können, sollten abgeschnitten werden. Bleibt das Laub stehen, schadet es der Pflanze aber nicht. Viele Gärtner schneiden nur den Fruchtstand ab. Kranke Blätter sollten allerdings vollständig entfernt werden, die Pflanze am besten bis zum Boden zurückschneiden.
Schere weg von Gräsern und Sedum
Manche Pflanzen, dazu zählen verschiedene Gräser und Dickblattgewächse, können im winterlichen Garten stehen bleiben. Gräser mit Raureif oder Schnee bedeckt sehen außerdem märchenhaft schön aus. Es gibt aber auch Ausnahmen. In sehr warmen Sommern reifen beispielsweise die Samen des China-Schilfs aus. Deshalb sollte man diese Sorte schon im Herbst zurückschneiden, sonst breiten sich im Frühling viele Sämlinge aus. Normalerweise reicht es aber Gräser im Spätwinter, Ende Februar zurückzuschneiden. Auch Sedum, also Dickblattgewächse wie beispielsweise die Fette Henne, sollten einfach in Ruhe gelassen werden. Wird Sedum geschnitten, kann durch Frost und Schnee Wasser in die hohlen Halme eindringen. Die Gefahr ist dann groß, dass die Wurzel erfriert.
Extraschutz für Pampasgras
Besonders empfindlich ist Pampasgras. Es braucht im Winter einen Extraschutz. Deshalb schneidet man am besten zuerst die Rispen ab. - Diese eignen sich übrigens gut für dekorative Floristik. - Dann sollten die Blätter zusammengebunden werden. Aber Vorsicht, die Halme sind messerscharf! Vor allem der Fuß des südamerikanischen Grases muss vor Frost geschützt werden. Den Grasschopf also zusätzlich noch mit trockenem Laub ausfüttern. Am sichersten ist es, darüber hinaus noch Vlies oder Folie über das Pampasgras zu legen.
Fuchsien, Pfingstrosen
Fuchsien sind ein Gehölz, das im Winter bis zum Boden erfriert. Den Pflanzen schadet der Frost aber normalerweise nicht, sie treiben im Frühling wieder aus. Zur Vorbereitung auf den Winter werden die Blüten einfach abgeschnitten. Am Fuße der Pflanze empfiehlt es sich, 30 Zentimeter Laub anzuhäufeln - so sind die Fuchsien gut geschützt.
Auch Stauden-Pfingstrosen können, wie übrigens die meisten Stauden, relativ spät zurückgeschnitten werden. Sie entwickeln eine schöne Herbstfärbung. Erst wenn die Blätter nicht mehr schön aussehen, müssen sie abgeschnitten werden. So wird auch verhindert, dass Pilze überwintern können. Kranke Pflanzen sollten Sie in der Bio-Tonne entsorgen. Strauchpfingstrosen müssen übrigens nicht zurückgeschnitten werden. Hier kommt die Schere lediglich zum Einsatz, wenn sie zu groß werden.
Reisig schützt die Steingarten-Pflanzen
Auch die Steingärten müssen winterfest gemacht werden. Die Pflanzen kommen meistens aus dem Hochgebirge, wo sie im Winter vom Schnee vor Sonne und Kälte geschützt sind. Das muss man im heimischen Wintergarten simulieren. Die größte Gefahr ist übrigens die Sonne. Sie trocknet die Pflanzen aus, wenn der Boden gefroren ist. Um die Pflanzen zu schützen, werden sie mit Reisigholz abgedeckt. An milden Tagen sollte das Reisig aber auch mal wieder weggenommen werden. Auch immergrünen Gehölzen tut es gut, wenn sie an besonders kalten Tagen abgedeckt werden.
Dieser Text gibt den Inhalt des Beitrags der Sendung MDR Garten mit dem angegebenen Ausstrahlungstermin wieder. Eventuelle spätere Änderungen des Sachverhaltes sind nicht berücksichtigt.
