Verschiedenfarbige Tafeltrauben liegen in einem Korb mit zwei Weinblättern
Ob dunkelblau, grün, gelb oder rosa: Für jeden Geschmack gibt es mittlerweile Tafeltrauben im Handel, die auch in Privatgärten gedeihen. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Pflanzen von A bis Z | Küchengarten Naschen erlaubt: Tafeltrauben aus eigenem Anbau

(Sendung vom 09.10.2016)

Tafeltrauben aus dem eigenen Garten schmecken unvergleichlich gut und sind gesünder als die gekauften aus dem Supermarkt. Wer einen sonnigen und warmen Platz für die Reben findet, kann die süßen Früchte selber anbauen. Einige robuste Sorten, die sich dafür eignen, stellen wir Ihnen hier vor.

Verschiedenfarbige Tafeltrauben liegen in einem Korb mit zwei Weinblättern
Ob dunkelblau, grün, gelb oder rosa: Für jeden Geschmack gibt es mittlerweile Tafeltrauben im Handel, die auch in Privatgärten gedeihen. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Es muss nicht gleich ein ganzer Weinberg sein: Eine nach Süden ausgerichtete Hauswand reicht völlig aus für den Anbau süßer Trauben. Selbst auf einem sonnigen Balkon können Reben in großen Pflanzgefäßen gedeihen und schmackhafte Früchte tragen. Tafeltrauben sind für den Frischverzehr gedacht, aus Keltertrauben wird Wein gemacht. Beide lassen sich zu Traubensaft verarbeiten.

Violette Tafeltrauben der Sorte 'Nelly' liegen mit zwei Weinblättern und einem Zettel mit der Aufschrift
'Nelly' bildet aromatische, violette Beeren. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Ohne direktes Sonnenlicht geht es aber nicht. Wer selbst Tafeltrauben anbauen möchte, muss für die Pflanzen den wärmsten Platz auf seinem Grundstück mit viel Mittags- und Nachmittagsonne suchen. Eine Hauswand gilt als ideal, weil sie die Wärme der Sonne speichert. Die Reben sorgen außerdem dafür, die Fassade reizvoller zu gestalten. In Reihen am Drahtspalier oder als Kletterpflanze an einer Pergola gedeihen sie auch. Folgende Faustregel für die Auswahl einer Sorte gilt:

Je ungünstiger die Region oder der Standort ist, desto früher sollte die Traubensorte reif sein.

Petra Steinmann-Gronau, Rebschule Steinmann Sommerhausen
Hellgrüne Tafeltrauben der Sorte 'Arkadia' liegen mit zwei Weinblättern und einem Zettel mit der Aufschrift
Auch die Sorte 'Arkadia' besitzt eine gute Widerstandsfähigkeit gegen Pilzerkrankungen. Die Reben müssen daher nicht vorbeugend behandelt werden. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Beim Kauf sollte darauf geachtet werden, eine veredelte Pflanze auszuwählen. Sie besitzt eine größere Widerstandskraft gegen den Befall durch die Reblaus. Im Fachhandel gibt es mittlerweile zahlreiche Traubensorten, die zusätzlich widerstandsfähig gegen Mehltau sind. Das bedeutet, dass sie nicht vorbeugend gegen Pilzerkrankungen behandelt werden müssen. Lediglich in Jahren mit sehr ungünstigem Wetter kann es notwendig sein, Pflanzenschutzmittel zu verwenden - aber auch nur, wenn es tatsächlich zum Befall gekommen ist. Kupferpräparate helfen gegen Falschen Mehltau, Netzschwefel gegen den Echten Mehltau. Die folgenden, pilzbeständigen Sorten machen den Anbau im eigenen Garten möglich:

Name Beerenfarbe Reife Besonderheiten
Nelly intensiv rosa Mitte September bis Anfang Oktober fruchtig-süße Trauben; für ungünstige Standorte geeignet; Sortenempfehlung für Thüringen laut Lehr- und Versuchsanstalt Gartenbau (LVG) Erfurt; Züchtung aus Deutschland
Theresa zart rosa Anfang bis Mitte Oktober große Beeren
Königliche Esther schwarzblau Anfang bis Mitte September knackige, aromatische Trauben; Sortenempfehlung für Thüringen laut LVG Erfurt; Züchtung aus Ungarn
Muscat Bleu schwarzblau Mitte bis Ende September süß-aromatisch, Geschmack nach Muskat; recht harte Schale
Romulus grün September kernlos, kleine, süße Beeren
Arkadia gelbgolden Anfang September kernarme, große Beeren; Züchtung aus Russland
Venus blau Anfang September kernlose, fleischige Beeren; Züchtung aus den USA

Rebstöcke können 20 bis 30 Jahre alt werden, ohne anfälliger für Krankheiten zu werden oder einen geringeren Ertrag zu liefern. Kernlose Sorten neigen zu kleineren Beeren, daher raten Fachleute dazu, bei der Auswahl eher auf das Verhältnis zwischen Anzahl der Kerne und Beerengröße zu achten.

Pflanzen von A bis Z I Küchengarten Weintrauben-Sorten für den Hobbygärtner

Die Weinsorte 'Palatina' stammt aus Ungarn. Jetzt können die Trauben geerntet werden. Sie schmecken süß und sehr aromatisch nach Muskat. Hier stellen wir noch mehr Sorten vor, die sich für den Hausgarten eignen.

Grüne Weinrebe
Die Sorte 'Palatina' stammt aus Ungarn. Die Früchte sind süß und schmecken sehr aromatisch nach Muskat. Die Beeren sind groß und haben nur eine dünne Schale. Allerdings hat die 'Palatina' Kerne. Bildrechte: Dufft, Daniela/MDR
Grüne Weinrebe
Die Sorte 'Palatina' stammt aus Ungarn. Die Früchte sind süß und schmecken sehr aromatisch nach Muskat. Die Beeren sind groß und haben nur eine dünne Schale. Allerdings hat die 'Palatina' Kerne. Bildrechte: Dufft, Daniela/MDR
Auf zwei Strohtellern liegen lila und grüne Weinreben
Die Sorte 'Muscat Bleu' (li.) schmeckt ähnlich wie die 'Palatina'. Die Beeren sind allerdings etwas kleiner. Sowohl die 'Palatina' als auch die 'Muscat Bleu'-Weinstöcke sind resistent gegen Mehltau. Bildrechte: Dufft, Daniela/MDR
Rote Weinrebe
Auch eine empfehlenswerte Sorte für den Hausgarten ist der 'Rote Gutedel'. Eigentlich ist die Sorte eine Keltertraube, aber sie schmeckt auch als Tafeltraube hervorragend. Die Beeren werden sehr groß, richtig reif sind sie aber erst Mitte Oktober. Einziges Problem: Die Sorte ist empfindlich und anfällig für Pilzkrankheiten. Bildrechte: Dufft, Daniela/MDR
Violette Tafeltrauben der Sorte 'Nelly' liegen mit zwei Weinblättern und einem Zettel mit der Aufschrift
Die Sorte 'Nelly' dagegen zählt zu den Züchtungen mit einer guten Widerstandskraft gegen Pilzerkrankungen. Die roten- fruchtig-süßen Trauben können Anfang Oktober geerntet werden. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
Dunkelblaue Tafeltrauben der Sorte 'New York Muscat' liegen mit einem Zettel mit der Aufschrift
Wer das Muskataroma mancher Trauben schätzt, für den käme 'New York Muscat' in Frage. Die aus Amerika stammende Züchtung bringt große, saftige Beeren hervor. Sie gilt als unkompliziert, ihr Laub färbt sich im Herbst außerdem intensiv. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
Rosa Tafeltrauben der Sorte 'Lidi' liegen mit zwei Weinblättern und einem Zettel mit der Aufschrift
Auch 'Lidi' gilt als pilzresistent. Die früh reifende Rebsorte eignet sich für etwas weniger günstige Standorte. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
Dunkelblaue Tafeltrauben der Sorte 'Königliche Esther' liegen mit zwei Weinblättern und einem Zettel mit der Aufschrift
Die blauen, aromatisch-süßen Früchte der Sorte 'Königliche Esther' sind ein Ergebnis ungarischer Züchter. Geerntet werden kann - je nach Lage und Klimaeinflüssen - schon ab August. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
Rosa und grünliche Tafeltrauben der Sorte 'Katharina' liegen mit einem Weinblatt und einem Zettel mit der Aufschrift
'Katharina' hat große, länglich ovale Beeren, die je nach Sonnenschein ab Mitte September reif sind. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
Grüne Tafeltrauben der Sorte 'Jolanka' liegen mit zwei Weinblättern und einem Zettel mit der Aufschrift
'Jolanka' gilt als sehr frostbeständig. Auch Pilzerkrankungen machen ihr wenig zu schaffen. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
Dunkelblaue Tafeltrauben der Sorte 'Georg' liegen mit einem Zettel mit der Aufschrift
Mittelfrüh reifende Beeren, die dunkelblau gefärbt und knackig sind - das ist 'Georg'. Die pilzfeste Sorte zeigt eine gute Frosthärte. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
Grüne, zum Teil leicht braun angelaufene Tafeltrauben der Sorte 'Fanny' liegen mit einem Zettel mit der Aufschrift
'Fanny' ist eine recht anspruchslose Sorte, die sich für Privatgärten eignet. Ihre Beeren reifen früh. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
Hellgrüne Tafeltrauben der Sorte 'Arkadia' liegen mit zwei Weinblättern und einem Zettel mit der Aufschrift
Die Früchte von 'Arkadia' haben nur wenige Kerne, fallen aber groß und angenehm süß aus. Auch diese Sorte ist pilzbeständig. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
Weinblatt mit einer weißen mehligen Verfärbung
Viele andere Weinsorten sind anfällig für Mehltau. Dieses Blatt zeigt den echten Mehltau. Der Pilz breitet sich sowohl auf den Blättern, als auch auf den Trauben aus. Befallene Trauben sind ungenießbar. Bildrechte: Dufft, Daniela/MDR
Blatt mit bräunlichem Muster, das sich über das ganze Blatt zieht
Der falsche Mehltau ist an bräunlichen Mustern auf den Blättern zu erkennen. Bildrechte: Dufft, Daniela/MDR
Rote Weinblätter
Ein wohlschmeckender Wein, für alle die keine Kerne mögen - da ist die Sorte 'Venus' eine gute Wahl. Bildrechte: Dufft, Daniela/MDR
Dunkelblaue Tafeltrauben der Sorte 'Venus' liegen mit einem Weinblatt und einem Zettel mit der Aufschrift
'Venus' hat schwarzblaue Früchte. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
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Reben pflanzen

Grüne Tafeltrauben der Sorte 'Romulus' liegen mit einem Zettel mit der Aufschrift
Keine Kerne, dafür aber kleine Beeren: die Sorte 'Romulus'. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Reben im Topf können das ganze Jahr über gepflanzt werden. Wer damit bis zum Herbst wartet, kann sich bei etwas älteren, vorkultivierten Pflanzen allerdings gleich von der Qualität der Trauben überzeugen. Eine günstige Pflanzzeit für Wein ist auch das Frühjahr. Dann haben die Weinstöcke den ganzen Sommer lang Zeit, gut einzuwurzeln und kräftige Triebe zu bilden. Abgesehen von einem sehr sonnigen, windgeschützten Standort benötigen Reben einen tiefgründigen, lockeren Boden. Das Pflanzloch sollte 40 bis 50 Zentimeter tief ausgehoben werden. Wer mag, kann Blähton mit hineingeben, denn Staunässe ist schädlich. Dünger, Kompost oder Blumenerde dürfen nicht verwendet werden, weil Reben sehr empfindliche Wurzeln haben. Der Abstand zu einer Hauswand sollte etwa 20 Zentimeter betragen. Werden mehrere Reben gepflanzt, sollten sie eineinhalb bis zwei Meter Entfernung voneinander haben. Die Veredelungsstelle liegt über der Erde. Grüne Ranken werden locker an den Pflanzpfahl gebunden, auch schon verholzte Triebe brauchen eine Befestigung. Im Sommer sollten frisch gepflanzte Reben immer wieder gegossen werden.

Regelmäßiger Schnitt

Dunkelblaue Tafeltrauben der Sorte 'Königliche Esther' liegen mit zwei Weinblättern und einem Zettel mit der Aufschrift
Aus Ungarn stammt die Tafeltrauben-Züchtung 'Königliche Esther'. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Für gesundes Wachstum und reiche Ernte müssen Licht, Luft und Sonnenlicht auf die Reben einwirken können. Daher ist ein regelmäßiger Schnitt vor dem Austrieb im Frühjahr wichtig. Beachtet werden sollte nur, dass Weinreben am diesjährigen Trieb blühen, das auf einjährigem Holz wächst. Dieses wiederum muss auf zweijährigem Holz stehen. Das heißt: Einjähriges Holz muss auf zweijährigem stehen, damit es viele Trauben gibt. Wer unsicher ist, sollte sich im Handel oder in Büchern über den Schnitt bei Reben informieren.

In einem Pflanzgefäß mit mindestens 20 bis 30 Litern Volumen können Tafeltrauben ebenfalls angebaut werden. Im Winter ist dann jedoch ein Frostschutz nötig, da die Wurzelballen nicht frosthart sind. Sie müssen gut eingepackt oder die gesamte Pflanze an einem Ort überwintert werden, der vor Temperaturen im Minusbereich geschützt ist. Die grünen Seitentriebe sollten regelmäßig leicht zurückgeschnitten werden, damit die Pflanze füllig bleibt.

Bei der Ernte ist zu beachten, dass Trauben nicht nachreifen. Sie werden daher in vollreifem Zustand abgenommen. Verpackt in einem Plastikbeutel, können sie rund zwei Wochen im Kühlschrank lagern.

Dunkelblaue Tafeltrauben der Sorte 'Venus' liegen mit einem Weinblatt und einem Zettel mit der Aufschrift
'Venus' ist eine Sorte für alle, die keine Kerne in ihren Weintrauben mögen. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Zuletzt aktualisiert: 09. Oktober 2016, 08:30 Uhr