Eine Begonia boliviensis-Pflanze mit pinkfarbenen Blüten in einem Terrakottatopf
Begonia boliviensis bildet den ganzen Sommer über Blüten - auch im Halbschatten. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Pflanzen von A bis Z | Ziergarten Begonien - bescheidene Pflanzen für den Halbschatten

(Sendung vom 14.08.2016)

Die Begonie wird wegen ihrer eigentümlichen Blattformen auch Schiefblatt genannt. Die Pflanze wächst ursprünglich am Boden tropischer Wälder, daher vertragen viele Begonien Schatten und kommen mit wenig Dünger aus. Regen und Wind mögen die Zierpflanzen dagegen gar nicht.

Eine Begonia boliviensis-Pflanze mit pinkfarbenen Blüten in einem Terrakottatopf
Begonia boliviensis bildet den ganzen Sommer über Blüten - auch im Halbschatten. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Der schöne Schein

Begonien werden seit mehr als 200 Jahren züchterisch bearbeitet. Besondere Beachtung finden schöne Blüten und außergewöhnliche Blattzeichnungen sowie -formen. Ihrer schönen Blüten wegen werden vor allem Elatior-Begonien und Knollenbegonien kultiviert. Die Zierpflanzen haben nicht immer Knollen: Viele im Handel erhältlichen Pflanzen wurden aus Samen gezogen oder durch Pflanzenzellen vermehrt. Sie bilden nur bedingt Knollen aus, bevor der Herbst gekommen ist. Eine Überwinterung kann aber trotzdem gewagt werden.

Manche Begonie blüht sogar dort, wo kein Sonnenstrahl die Pflanze trifft. Lediglich hell sollte ihr Standort sein. Elatior-Begonien sind zwar als Zimmerpflanzen bekannt, im Frühjahr in Gartencentern gekaufte Exemplare gedeihen aber auch draußen.

Begonia Semperflorens - Ambassador White Impression
Diese Eisbegonien sind auch als Gottesaugen bekannt. Bildrechte: MDR / David Dienemann

Eisbegonien (Begonia-Semperflorens-Hybriden), die mancherorts auch als Gottesaugen bezeichnet werden, haben nicht nur einen reichen Flor, sondern bilden auch hellgrüne oder schwarzbraune Blätter aus, die in der Sonne glitzern, als seien sie mit Eiskristallen bedeckt. Sie bilden den Übergang zu den Blattschönheiten, unter denen die Rex-Begonie die Königin ist. Ihre Blätter sind von grün über pink bis fast schwarz und silbern in allen Farbschlägen und Mustern erhältlich. Die kleinen rosa Blüten spielen bei ihr eine untergeordnete Rolle. Auch die Blattform ist sehr variabel. Ahornartiges Laub und schneckenartige Drehungen sind in jedem gut sortierten Blumengeschäft erhältlich.

Neu im Sortiment ist Begonia boliviensis. Diese Art zeichnet sich durch schmales Laub, lang gezogene Blütenblätter und einen überhängenden Wuchs aus. Sie ist daher bestens für Ampeln geeignet, aber auch Balkonkästen können mit dieser eleganten Hängepflanze besondere Effekte erzielen. Bepflanzungen erhalten somit eine größere Tiefenwirkung, das Haus wird in den Garten mit einbezogen. Das vertikale Gärtnern ist so in der Innenstadt eine Möglichkeit, mangelnde Grünflächen auszugleichen. Zudem schluckt eine üppige Fassadenbepflanzung Straßenlärm und verbessert das Wohnklima. Für üppige Farbenpracht sorgt zum Beispiel die Sorte 'Bonfire', die den ganzen Sommer über Blüten bildet. 

Standort und Pflege

Eine Begonie mit pinkfarbenen Blüten
Begonien mögen weder Trockenheit noch Staunässe. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

So majestätisch sie auch erscheint, so pflegeleicht ist die Begonie doch. Den meisten Arten genügt ein halbschattiger Standort im Freien oder im Zimmer, um zu gedeihen. Die Pflanze steht am besten an einem Platz, wo sie vor Regen und Wind geschützt ist, damit die Blüten keinen Schaden nehmen. Zu viel Wasser von oben kann dazu führen, dass die Knollen faulen. Kunstdünger mögen die salzempfindlichen Gewächse übrigens auch nicht. Besser ist es, sie in lockeren, humusreichen Boden zu setzen, aus dem sie sich ihre Nahrung selbst holen. Das Gießen darf jedoch in keinem Falle vergessen werden, denn Trockenstress können Begonien nicht verkraften. Er führt zu Blütenabwurf und Welke. Staunässe ist ebenfalls schädlich. Die Faustregel lautet: Die Erde der Begonien sollte abtrocknen, aber nicht austrocknen.

Vermehrung

Die Vermehrung kann im privaten Anbau nur über Stecklinge oder die Teilung der Knollen erfolgen, da das Saatgut der Begonien winzig ist und nicht lange fruchtbar bleibt. Stecklinge können von den wurzelbildenden Formen jederzeit genommen werden. Hierbei gilt, dass diese immer besser anwurzeln, wenn sie nicht blühen.

Eine besondere Art der Stecklingsvermehrung mit einem so genannten Blattsteckling ist bei der Begonie ebenfalls möglich. Hierfür schneidet man einzelne Blätter ab. Diese werden entlang der dickeren Blattnerven mit einem Messer durchstochen und sofort auf feuchte Anzuchterde gelegt. Diese wird feucht gehalten und mit einer Folie abgedeckt. Einmal täglich sollte gelüftet werden, um Schimmelbefall zu vermeiden. Nach etwa 14 Tagen haben sich an den Schnittstellen zahlreiche Tochterpflanzen gebildet. Sobald sie etwa drei Blätter ausgebildet haben, können sie abgenommen werden.

Edellieschen (Impatiens Neuguinea-Gruppe)

Edellieschen - Sun Patiens - Spreading Salmon
Edellieschen wie diese Sunpatiens sind auch für sonnige Bereiche geeignet. Bildrechte: MDR / David Dienemann

Schon lange sind Fleißige Lieschen als Zierpflanze bekannt und beliebt. Neuere Züchtungen haben mit dem Edellieschen nun eine Zierpflanze geschaffen, die robuster als ihr Vorgänger und trotzdem ein echter Hingucker in jedem Garten ist. Einige Serien, wie beispielsweise die Sunpatiens, sind sogar für sonnige Bereiche geeignet.

Edellieschen sind die idealen Begleiter von Fuchsien und Begonien. Sie bevorzugen einen halbsonnigen bis halbschattigen Standort, gleichmäßig feuchten Boden und verhältnismäßig schwache Düngergaben.

Im Gegensatz zum Fleißigen Lieschen haben Edellieschen schmalere Blätter, die bei einigen Sorten auch bunt sein können. Die leuchtenden Blüten sind bedeutend größer als beim Fleißigen Lieschen, werden aber ebenso zahlreich gebildet und leuchten in allen Farben von weiß über rosa bis rot und lila. Die Pflanzen erreichen bei uns etwa 20 bis 40 cm Wuchshöhe.

Überwinterung

Hat die Begonie Knollen, kann sie über die kalte Jahreszeit gebracht werden. Die Überwinterung gelingt am besten an einem hellen und kühlen Platz mit Temperaturen zwischen 10 und 15°C. Die Knollen sollten in lockerem Substrat lagern. Ab März können sie in einer flachen Schale in Erde-Sand-Gemisch angetrieben werden. Knollen und Substrat dürfen nicht austrocknen. Wer keine alte Pflanze überwintern will, kann sie durch Stecklinge sowohl verjüngen als auch vermehren.

Gestaltung mit den Pflanzen

Eine orangegelb blühende Elatiorbegonie und ein Hornveilchen in einem Topf
Die orange blühende Elatior-Begonie verträgt sich gut mit dem weißen Hornveilchen. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Besonders schön wirken Pflanzenkombinationen, in denen sich mehrere Farbtöne wiederholen. Hier bietet es sich an, die Blütenfarben des Edellieschens mit den Blattfarben von Blattbegonien abzustimmen. Mit einigen kontrastierenden Begonien können auch schöne Muster in halbschattige Gartenbeete gepflanzt werden.

Ebenfalls ein Blickfang kann durch gezielte Kombination von hellen und dunklen Tönen entstehen. Hierzu können weiß blühende, aber dunkellaubige Eisbegonien mit ebenfalls weiß blühenden Edellieschen gepflanzt werden. In Reihe gepflanzt wirken sie ordentlich und geradlinig. In Wellenlinien gepflanzt entsteht ein belebtes Bild an absonnigen bis halbschattigen Plätzen des Gartens.

Hängende Begoniensorten eignen sich besonders gut für Ampeln, aber auch für Blumenkästen. Hängende Pflanzen und ähnliche Begonien in Beeten am Haus - das kann ein schönes Gesamtbild ergeben.

Will man mit den Pflanzen halbschattige Stellen aufhellen, bietet es sich an, Edellieschen mit heller Blattzeichnung und Begonien mit hellen Blättern und Blüten zu pflanzen.

Durch dunkle Farbtöne lässt sich dieser Effekt auch umkehren und somit ein halbschattiger Teil des Gartens optisch abdunkeln, wodurch ein verwunschener Ort oder auch romantischer Blickpunkt im hauseigenen Grün entsteht.

Zuletzt aktualisiert: 14. August 2016, 08:30 Uhr