Zimmergarten

Pflanzen von A bis Z | Zimmergarten : Orchideen – Irrtümer rund um die Winterblüher

(Sendung vom 06.01.2013)

Orchideen sind gerade im Winter eine ideale Zimmerpflanze, da viele Sorten gerade jetzt eine tolle Blüte tragen. Aber es gibt auch immer Unsicherheiten, was die Pflege von Orchideen angeht. Unser Studiogast Marei Karge-Liphardt vom Orchideengarten in Dalenburg bei Hamburg weiß, worauf es bei der Pflege von Orchideen ankommt und wie sie zu einer schönen Blüte kommen.

 Orchideenzweig mit vielen Blüten. Die Blüte ist innen rosa und wird zum Rand hin cremefarben.

Düngen von Orchideen

Es ist ein weit verbreiteter Irrglaube, dass Orchideen länger blühen, wenn sie während der Blütezeit gedüngt werden. Stattdessen sollte man die Pflanzen schon vor der Blütezeit ausreichend düngen. In den Wintermonaten ist es häufig zu trüb und zu kühl. Dann können die Pflanzen die zusätzlichen Nährstoffe nicht verarbeiten. Orchideen werden grundsätzlich von März bis Oktober gedüngt.

Der richtige Standort

Weiße Orchidee Orchidee Cymbidium
Die Orchidee Cymbidium braucht niedrige Temperaturen, um die Blüte zu entwickeln.

Stehen Orchideen am falschen Fleck, kann das eine Ursache dafür sein, dass sie nicht blühen. Eine beliebte Orchidee ist die Phalaenopsis. Für sie eignet sich ein warmer Platz auf der Fensterbank im Wohnzimmer. Allerdings ist die Phalaenopsis eine der wenigen Orchideen, die es warm mögen.

Die meisten anderen Orchideen bevorzugen kühlere Temperaturen um 15 Grad. Während der Blüte dürfen solche Sorten ruhig im Wohnzimmer stehen, damit man sich an der Pracht erfreuen kann. Dann sollten sie aber an einen kühleren Platz in die Küche oder ins Schlafzimmer umziehen. Die Sorten Cambria oder Oncidium mögen es beispielsweise kühler, sie stehen im Schlafzimmer oder einem hellen Hausflur gut. Die Orchidee Cymbidium, die viele Urlauber aus den südlichen Gefilden als Gartenpflanze kennen, sollte kalt stehen. Diese spezielle Sorte kann den ganzen Sommer draußen stehen und muss erst bei Temperaturen um die fünf, sechs Grad ins Haus geholt werden. Diese kalten Temperaturen braucht diese Orchidee, um die Blüten zu entwickeln. Drinnen kann sie dann bei Temperaturen um die zehn bis 15 Grad ihren Platz finden.

Umtopfen von Orchideen

Orchideenexpertin Marei Karge-Liphardt steht vor verschiedenen Orchideensorten
Studiogast zum Thema Orchideen war Marei Karge-Liphardt vom Orchideengarten Dalenburg.

Orchideen sind sehr widerstandsfähig und lassen sich auch nach unsachgemäßer Pflege oft noch retten. Allerdings vertragen sie keine Staunässe. Nach dem Gießen muss überschüssiges Wasser deshalb abgegossen werden. Stehen Orchideen zu nass, faulen die Wurzeln weg und die Blätter werden "gummi-artig". Dann muss die Pflanze dringend umgetopft werden. Alle schlechten Wurzeln müssen vorher komplett abgeschnitten werden. Die Pflanze darf nicht zu tief gesetzt werden, die letzten oberen Wurzeln bilden mit dem Substrat einen Abschluss.

Die beste Zeit zum Umtopfen ist im Frühjahr nach der Blüte. Grundsätzlich gilt: Orchideen sollten alle zwei bis drei Jahre umgetopft werden. Wichtig für das Umtopfen ist das richtige Substrat. Nicht alles, was es in Gartenmärkten zu kaufen gibt, ist gut für die Pflanzen. Gutes Substrat erkennt man daran, dass es viele grobe Bestandteile enthält. Diese nehmen die Feuchtigkeit gut auf und geben sie auch schnell wieder ab. Dass die Pflanze umgetopft werden will, erkennt man auch daran, dass sie viele Luftwurzeln ausbildet. Sie werden beim Umtopfen dann mit eingepflanzt. Zu empfehlen sind immer durchsichtige Töpfe. Trotzdem können Orchideen auch im Übertopf gut wachsen. Das muss man ausprobieren.


Dieser Text gibt den Inhalt des Beitrags der Sendung MDR Garten mit dem angegebenen Ausstrahlungstermin wieder. Eventuelle spätere Änderungen des Sachverhaltes sind nicht berücksichtigt.

Zuletzt aktualisiert: 06. Januar 2013, 01:00 Uhr

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