Pflanzengesundheit : Obstpflege: Wann Obstbäume ausgedünnt werden müssen
(Sendung vom 28.06.2011)
Es ist kein Grund zur Panik, wenn plötzlich viele kleine Birnen- oder Apfelfrüchte auch auf dem Boden liegen: Das ist wahrscheinlich der Juni-Fruchtfall. Mickerige Früchte bilden weniger Hormone. Der Baum "merkt" das, verschließt mit einer Korkschicht den Stielansatz, kappt damit die Versorgung und die Frucht fällt vom Baum.
Ein Baum putzt sich besonders nach einer üppigen Blüte wie in diesem Jahr selbst. Zunächst einmal hatten sich viele kleine Früchte gebildet und bedingt durch die Trockenheit wird der Juni-Fruchtfall stärker ausfallen. Aber die großen Früchte bleiben am Baum.
Wenn dann trotzdem noch zu viele Birnen am Ast hängen, muss per Hand ausgedünnt werden. Aber nicht nur damit schöne große Früchte wachsen. Der Baum bekommt dann auch erst wieder richtig Kraft, Blüten fürs kommende Jahr anzusetzen.
Auch bei Äpfeln sollte man nachhelfen. Zu viele kann der Ast nicht ernähren: die Früchte bleiben kleiner und das Aroma kann leiden. Dünnen Sie also so aus, dass eine Hand breit Abstand zwischen den einzelnen Äpfeln entsteht. Im Schnitt braucht jeder Apfel zehn bis zwölf Blätter, damit er eine vernünftige Größe von sechs bis sieben Zentimetern Durchmesser erreicht.
Auch bei Pflaumen heißt das Zauberwort Ausdünnen. Wer die Früchte nicht einzeln entfernen will, darf den Baum mit ganzen Zweigstücken entlasten. Je früher umso besser, nicht nur der Fruchtqualität wegen. Hat übermächtiger Fruchtbehang schon zu Astbruch geführt, müssen die betroffen raus geschnitten werden.
Dieser Text gibt den Inhalt des Beitrags der Sendung MDR Garten mit dem angegebenen Ausstrahlungstermin wieder. Eventuelle spätere Änderungen des Sachverhaltes sind nicht berücksichtigt.
