Eine Frau steht in einem Garten.
Brigitte Goss weiß, was gegen Schädlinge hilft. Bildrechte: MDR/Lisa-Marie Kaspar

Gartenpraxis | Schädlinge und Co. Das hilft gegen Schädlinge

(Sendung vom 19.03.2017)

Viele Fragen erreichen die MDR Garten-Redaktion. Unsere Fachberaterin Brigitte Goss versucht es, sie zu beantworten. Diesmal erklärt sie, was gegen verschiedene Schädlinge hilft und warum man die Thuja am besten gar nicht erst in den Garten pflanzt.

Eine Frau steht in einem Garten.
Brigitte Goss weiß, was gegen Schädlinge hilft. Bildrechte: MDR/Lisa-Marie Kaspar

Das hilft gegen die Kirschessigfliege

Die Kirschessigfliege ist eine kleine Fliege, die reifes Obst befällt. Sie ist ein großes Problem für Gärtner, denn der Schädling ist noch weitgehend unerforscht. Die Fliege befällt reifes Obst und legt ihre Eier durch die weiche Schale in die Frucht. Schon jetzt im Frühjahr ist sie unterwegs und sucht sich vor allem heruntergefallenes Obst aus dem Vorjahr. Auch auf Komposthaufen fühlt sie sich wohl und findet, wenn es wieder wärmer wird, Nahrung und Plätze, an denen sie ihre Eier ablegen kann.

Brombeeren auf denen Kirschessigfliegen sitzen.
Gegen die Kirschessigfliege helfen Fruchtfliegenfallen. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss

Brigitte Goss hat mehrere Tipps, was man gegen die Kirschessigfliege tun kann. Schon jetzt helfen Fruchtfliegenfallen, die mit Apfelessig, Wein und einem Tropfen Spülmittel die Schädlinge anlocken und dann aus dem Verkehr ziehen. Tipp für den Sommer: drei bis vier Wochen vor der Reife können die Früchte durch ein kleinmaschiges Erdflohnetz geschützt werden. Auch der richtige Standort hilft, die Fliegen abzuschrecken. Kirschessigfliegen können Sonne nämlich gar nicht leiden. Einige Früchte - wie zum Beispiel die Kiwi - reifen auch im Kühlschrank nach. Ist die Kirschessigfliege unterwegs, lohnt es sich also Kiwis zu ernten, bevor sie weich und richtig reif sind.

Beliebte Beute der Kirschessigfliegen sind auch Brombeeren. Haben sich die Fliegen erst einmal auf dem Strauch niedergelassen, ist es um die Früchte geschehen. Wer schon über mehrere Jahre ein Problem mit der Kirschessigfliege hat, kann über einen Sortenwechsel nachdenken. Die Asterina-Brombeere kann ebenfalls schon vor der perfekten Reife geerntet werden, nämlich sobald die Früchte dunkel sind. Der Befall durch Kirschessigfliegen ist wesentlich geringer.

Thuja nicht geeignet für unsere Gärten

Braune Zweige einer Thuja.
Thujas sind anfällig für Schadorganismen. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss

Viele Zuschauer schreiben uns, dass sie Sorgen mit Thuja haben. Brigitte Goss rät grundsätzlich davon ab, Thuja zu pflanzen. Hier in Deutschland seien die Bedingungen einfach nicht optimal und Thuja reagiere auf unterschiedliche Schadorganismen mit verschiedenen Krankheitsbildern. Oft lasse sich die Ursache für eine plötzliche Braunfärbung oder abgestorbene Pflanzenteile gar nicht ausmachen. Thujas brauchen vor allem viel Wasser und gerade in heißen Sommermonaten fehle das hier.

Malven im Garten

Gelbe Malve mit gesunder Blüte und Blättern.
Die Malva 'Parkalle' ist resistent gegen Malvenrost. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss

Auch Malven bereiten vielen Gärtnern Sorgen. Die Pflanze gehört zu den Lieblingsspeisen vieler kleiner Insekten, sagt Brigitte Goss. Man müsse damit leben, dass vor allem die Blätter oft nicht schön aussehen. Grundsätzlich sehen die Pflanzen oft besser aus und sind gesünder, wenn sie an einem geschützten Standort stehen, beispielsweise an der Hauswand oder unter einem Dachvorsprung. Es gibt aber robuste Sorten, die gegen Schädlinge resistenter sind als andere. Hier empfiehlt die Gartenexpertin die Malva ‘Parkalle‘,‘Parkrondel‘ oder ‘Parkfrieden‘. Diese Sorten bekommen keinen Malvenrost.  Auch die feigenblättrige Malven Alcea ficifolia oder Alcea rugosa sind sehr gesund.

Was tun gegen Spinnmilben an Citrus-Pflanzen?

Auf einem Blatt befinden sich kleine rote Spinnmilben.
Spinnmilben können schwitzen nicht leiden. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss

Gegen Spinnmilben an Citrus-Pflanzen hilft eine Schwitzkur. Stülpen Sie einfach einen großen Plastikbeutel über den Baum und sorgen sie für warmes Klima. Auch eine Intensiv-Kur mit Pflanzenschutzmittel hilft. Hier können Sie Mittel auf Paraffin-, Rapsöl-, Fruchtsäure- oder Kaliseifenbasis verwenden. Die Pflanzenschutzmittel werden mehrmals (bis zu fünf Mal) im Abstand von sieben Tagen angewendet.

Jauche gegen Wurzelläuse

Im Wurzelballen einer Salatpflanze sitzen viele kleine Läuse.
Jauchen helfen gegen Wurzelläuse. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss

Wurzelläuse mögen es warm und trocken. Vor allem in Hochbeeten herrschen für die kleinen Schädlinge ideale Bedingungen. Hier leben sie meist in trauter Gemeinschaft mit der roten Wiesenameise. Besonders stark treten sie auf, wenn Pflanzen eh schon geschwächt sind. Verursacht werden solche Mangelerscheinungen durch fehlerhaftes Düngen, ausgetrocknete Böden oder auch durch Staunässe.

Besonders beliebt bei den Wurzelläusen sind Rucola, Möhren, Salat, Endivien, Bohnen, Petersilie oder Sellerie. Wer die Schädlinge aus dem Beet verbannen möchte, sollte wurzellausresistente Salatsorten wie Dynamite oder Eichblatt Sirmai anbauen. Auch ein kleinmaschiges Erdflohnetz hilft. Es sollte gleich nach dem Pflanzen ausgelegt werden.

Ein altes wirkungsvolles Hausmittel sind spezielle Tees oder Jauchen. Gegen die Läuse hilft es zum Beispiel, die Pflanzen mit Brennnessel-Jauche oder Rainfarnbrühe zu gießen. Diese Mittel stärken die Pflanzen. Sie können die Rainfarnblüten- und Pflanzen im August sammeln und trocknen, um später daraus einen Tee anzusetzen. Rainfarn gibt es aber auch als Fertigpräparat.

Was tun gegen die Kräuselkrankheit?

Gekräuselte Blätter eines Pfirsichbaums.
Pilze sorgen für gekräuselte Blätter Bildrechte: MDR/Brigitte Goss

Wer nichts dagegen unternimmt, hat sie jedes Jahr aus Neue: Die Kräuselkrankheit an Aprikosen oder Pfirsichen. Den Früchten selbst schadet die Pilzerkrankung nicht, allerdings reduziert sich der Blüten- und Fruchtansatz. Bei starkem Befall sterben ganze Äste ab. Wirkungsvoll ist nur das Spritzen der Bäume und zwar gleich nach dem Winter noch bevor die Blatt- und Blütenknospen aufgehen. Achten Sie jedoch darauf, welches Mittel Sie anwenden und lassen Sie sich im Fachhandel beraten. Brigitte Goss rät Sorten anzubauen, die nicht so anfällig für die Kräuselkrankheit sind. Weißfleischige oder rotfleischige Pfirsiche sollen robuster sein. Auch das Spritzen mit Schachtelhalmtee wirke sich positiv aus.  

Schildläuse vom Oleander abwaschen

Schildläuse lieben den Oleander. Häufig zeigt sich das Problem schon beim Umzug vom Winterquartier ins Freie. Brigitte Goss rät stark befallene Äste zurückzuschneiden. Die Pflanze sollte grob abgewaschen und mit einem Rapsölhaltigen Mittel behandelt werden. Lösungen mit Paraffinöl nicht benutzen, sie schädigen die Pflanze.

Literaturtipp

Gartenfachberaterin Brigitte Goss hat an zwei Büchern mitgeschrieben, die jetzt mit Preisen ausgezeichnet wurden.

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Cover des Buches "Biodünger"
Rezepte für den Pflanzenschutz Bildrechte: Kosmos-Verlag

Biodünger - Pflanzen natürlich pflegen und stärken Joachim Mayer, Franz-Xaver Treml
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Kosmos Verlag 

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Ein Jahresplaner für den Garten Bildrechte: GU

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Zuletzt aktualisiert: 03. April 2017, 15:34 Uhr