Blick über die Schulter eines Mannes. Im Hintergrund sind zwei Frauen an einem Tisch zu sehen.
Gartenexpertin Brigitte Goss (rechts) und Onlineredakteurin Teresa Herlitzius (Mitte) mit Onlineredakteuer Christoph Falkenhahn (links). Bildrechte: MDR/Samuel Helsper

Gartensprechstunde Tiere im Garten

Tiere gibt es jede Menge im Garten. Einige sind hilfreich und nützlich, andere eher nervig bis schädlich. In unserer Gartensprechstunde bei Facebook live hat Gartenexpertin Brigitte Goss Fragen zum Thema "Tiere im Garten" beantwortet. Hier finden Sie eine Auswahl an Antworten zusammengefasst.

Blick über die Schulter eines Mannes. Im Hintergrund sind zwei Frauen an einem Tisch zu sehen.
Gartenexpertin Brigitte Goss (rechts) und Onlineredakteurin Teresa Herlitzius (Mitte) mit Onlineredakteuer Christoph Falkenhahn (links). Bildrechte: MDR/Samuel Helsper

Wespen

In meinem Vogelnistkasten haben sich Hornissen eingenistet. Ab wann kann ich das Nest entfernen, damit nächstes Jahr wieder Vögel rein können? Es sollen ja junge Hornissenköniginnen im alten Nest überwintern. Diese möchte ich selbstverständlich nicht stören.

Jungköniginnen suchen sich ab Ende September/Anfang Oktober ein Winterquartier. Das liegt beispielsweise unter morschem Holz oder in der Erde, in jedem Fall aber außerhalb des alten Nestes. Das bedeutet, die Jungköniginnen verlassen den Vogelnistkasten in dieser Zeit. Der Kasten kann mit dem ausgehenden Winter gesäubert werden.

Wann werden Wespen gefährlich im Garten? Und was kann ich gegen sie tun?

Gefährlich wird es, wenn Wespen ihr Nest direkt neben einem Kinderspielplatz oder dort, wo man sich häufig aufhält, haben. Am Gartenhaus ist es beispielsweise gefährlich, weil man dort viel rein und raus geht und Wespen Erschütterungen und Licht nicht mögen. Wenden Sie sich dann an einen Imkerverein oder die untere Naturschutzbehörde Ihrer Region. Dort wird Ihnen weitergeholfen.

Wespen sind wichtig für das Gleichgewicht im Garten und vertilgen beispielsweise Schädlinge. Es gibt viel mehr nützliche als gefährliche Wespenarten.

Wespe
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Spätsommer ist Wespenzeit. Doch obwohl uns die deutsche und die gemeine Wespe im Garten oft ärgern, gibt es unter ihnen auch Nützlinge, die unseren Garten von Schädlingen befreien.

MDR FERNSEHEN So 17.09.2017 08:30Uhr 03:01 min

http://www.mdr.de/mdr-garten/gartenpraxis/video-138252.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video

Schmetterling

Sind Schmetterlingshäuser nützlich?

Schmetterlinge überwintern verpuppt, als Ei oder als Raupe. Sie suchen sich dafür einen ruhigen, geschützten und kühlen Bereich, beispielsweise einen Dachstuhl aus. Wenn ein Schmetterlingshäuschen dort hängt, könnten Schmetterlingshäuschen es möglicherweise zum Überwintern nutzen.

Was kann ich gegen Frostspanner tun?

Leimringe helfen gegen Frostspanner. Das Prinzip ist einfach: Während die Männchen fliegen können, klettern die Weibchen an Bäumen hoch und legen dort ihre Eier ab. Ein solcher Ring verhindert das. Die Weibchen kleben fest und können so keine Eier ablegen. Bringen Sie die Leimringe im September an. Denn jetzt werden die Eier abgelegt.

Frostspanner fressen im Frühjahr ganze Obstbäume kahl. Vor allem Kirsch und Apfelbäume sind davon betroffen. Aber auch Ziergehölze können von Frostspannern befallen werden. Die Bäume brauchen lange, bis sie sich von einem solchen Befall erholen. Auf Dauer werden sie stark geschwächt.

Was kann ich gegen verwurmte Äpfel tun?

Auf einem Tisch liegt ein angeschnittener und ein ganzer Apfel.
Ein verwurmter Apfel. Bildrechte: MDR/Samuel Helsper

Bei verwurmten Äpfeln handelt es sich um den Apfelwickler. Dabei handelt es sich um einen Schmetterling, der seine Eier auf Äpfeln ablegt - in der ersten Generation im Juni, in der zweiten Generation im Herbst. Dagegen hilft nur fleißiges Auf- und somit Wegsammeln der befallenen Äpfel. Außerdem kann ein Pappstreifen Abhilfe schaffen. Nematoden können außerdem im Herbst als Pulver unter den Baum gegeben und gegossen werden. Damit soll ein Befall im Folgejahr verhindert werden.

Essigfliegen

Im Herbst haben viele Probleme mit Essigfliegen. Was kann ich dagegen tun?

Auf einem Tisch stehen verschiedene Flaschen und Gefäße.
Die Zutaten für eine Essigfliegenfalle. Bildrechte: MDR/Samuel Helsper

Häufig werden die Essigfliegen bereits mit "eingekauft". Das gilt auch für Obst, das vom Markt kommt. Essigfliegen legen ihre Eier in überreifem und faulem Obst ab. Am besten wird das Obst direkt nach dem Kauf abgespült. Es hilft auch das Obst zu kühlen.

Im eigenen Garten kann Essigfliegen mit einem Stoffsäckchen vorgebeugt werden. Packen Sie beispielsweise Ihre Tafeltrauben, Brom- oder Himbeeren dicht in so einem Säckchen ein, dann können die Essigfliegen erst gar keine Eier legen.

Und wenn sie doch in der Wohnung sind können verschiedene Gefäße als Falle präpariert werden. Dafür eignet sich eine einfache Schale, eine alte Plastikflasche (in der Mitte durchgeschnitten und mit dem Flaschenhals nach unten in den unteren Flaschenteil gesteckt) oder eine Obstfliegen-Falle aus Glas. Befüllen Sie das jeweilige Gefäß mit einem Gemisch aus

  • Wasser
  • Lockmittel, z.B. Essig oder Saft oder Weißbier
  • Spülmittel.

Bienen

Warum ist es wichtig, etwas für Bienen im Garten zu tun?

Bienen sind wichtig für die Bestäubung. Wildbienen sind in diesem Punkt sogar aktiver als Honigbienen, die wir kultivieren. Sie fliegen auch bei schlechtem Wetter und sind vor allem für Wildblumen und die Artenvielfalt wichtig.

Wie fühlen sich Bienen im Garten wohl?

Bienenweiden sind Pflanzen, die Bienen mögen. Um Bienen anzulocken, können Sie diese Pflanzen. Außerdem freuen sich Wildbienen über einen "Hotel". Leere Schneckenhäuser sind ideale Verstecke für Mauerbienen.

Maulwurf, Wühlmaus und Spitzmaus

Meine Schwiegermama bekommt regelmäßig Besuch vom Maulwurf. Sogar im Hochbeet macht er sich breit. Was kann sie gegen ihn unternehmen?

Maulwurf Maulwurfhügel
Nicht alles, was nach Maulwurf aussieht, war der Maulwurf auch. Bildrechte: Colourbox.de

Maulwürfe sind Fleischfresser. Wenn also das Hochbeet betroffen ist, handelt es sich wohl um eine Wühlmaus. Sie haben kräftige Zähne und schaffen es durchaus auch mal durch etwas älteren Hasendraht, der ja gern zum Schutz von Hochbeeten verwendet wird. Vertreibungsmittel helfen gegen Wühlmause gar nicht. Fallen sind da die bessere Wahl. Inzwischen gibt es Fallen, die wie Guillotine funktionieren. Sie sehen aus wie ein Rohr. Das wird dann in einen belebten Mäusegang gestellt. Beim Durchlaufen erwischt es dann die Wühlmäuse.

Wichtig ist es bei Wühlmäusen und Maulwürfen die Nachbarschaft einzubeziehen. Die Tiere kennen keine Grenzen und lassen sich nur gemeinsam vertreiben.

Kann man denn Spitzmäuse gezielt anlocken?

Lassen Sie ruhig mal Holz, Laub- oder Reißighaufen liegen, machen Sie nicht alle Erdlöcher zu. Das lockt Nützlinge an. Es kann nicht sichergestellt werden, dass dann auch Spitzmäuse kommen. Aber gut für Nützlinge sind diese Maßnahmen alle mal.

Spitzmäuse sind Nützlinge. Sie essen Schnecken, Insekten (auch Larven und Eier) sowie Drahtwürmer.

Dickmaulrüssler

Eine Liguster-Hecke wird kahl gefressen. Die Blätter sind gezackt angefressen. Was kann ich dagegen tun?

Wahrscheinlich handelt es sich um den gefurchten Dickmaulrüssler. Es empfiehlt sich die Bekämpfung mit nützlichen Nematoden. Die Nematoden müssen bei Spezialfirmen bestellt werden. Sie werden in Tonmehl geliefert und müssen in Wasser aufgelöst werden. Um sie anzuwenden, muss die Bodentemperatur über elf Grad liegen. Als Bekämpfungszeiträume werden April bis Mai und August bis Oktober empfohlen.

Johannisbeerblasenlaus

Jedes Jahr wieder kräuseln sich die Blätter meiner Johannisbeeren. Was kann ich ohne Chemie tun?

Entfernen Sie direkt beim Austrieb die Stammmütter und verhindern Sie das erste Austreiben. Spritzen Sie, wenn es extrem auftritt, gegen die Eier rapsölhaltiges Pflanzenschutzmittel. Beachten Sie dabei unbedingt die Zulassung des Pflanzenschutzmittels. Außerdem können Sie drumherum das Unkraut entfernen.

Zum Nachschauen

Die nächste Gartensprechstunde auf Facebook live Am 23. Oktober gibt es die nächste Gartensprechstunde bei Facebook live. Dann beantwortet Gartenexpertin Brigitte Goss Fragen zum Thema "Obst".

Zuletzt aktualisiert: 21. September 2017, 15:57 Uhr